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Walking Football neu bei der DJK Neustadt: Spaß und Fitness ohne Altersbegrenzung

Neustadt/WN. Gehen statt laufen: „Walking Football“ soll als inklusives, altersgerechtes und niedrigschwelliges Bewegungsangebot in den Vereinen etabliert werden. Die DJK Neustadt bietet ab sofort diese neue Sportart an.

Walking Football neu bei der DJK Neustadt: Spaß und Fitness ohne Altersbegrenzung

Walking Football ist Fußballspielen ohne große Verletzungsgefahr und ohne Altersbegrenzung. Foto: Hans Prem
Wer denkt, Walking Football ist ein bisschen Herumlaufen auf dem Platz, irrt. Das es ganz schön anstrengend ist, erfuhren auch Dieter Spachtholz (links) und Georg Bauer (rechts). Foto: Hans Prem
Günter Christian will die neue Sportart bei der DJK Neustadt etablieren. Foto: Hans Prem
Christian erklärt den Kickern Walking Football. Dabei kommt der Spaß natürlich auch nicht zu kurz. Foto: Hans Prem
Walking Football ist eigentlich für Fußballer Ü55 gedacht. Bei der DJK Neustadt gibt es keine Altersbegrenzung. Auch einige Juniorenkicker mischten beim Training am Donnerstag mit. Foto: Hans Prem
Bei Walking Football gilt, sich immer wieder freizugehen, um anspielbar zu sein. Foto: Hans Prem
Auch die Juniorenkicker spielten mit vollem Einsatz gegen die Oldies. Foto: Hans Prem
Nicht nur bei der DJK Neustadt/WN sollte sich die neue Sportart Walking Football etablieren. Foto: Hans Prem

„Walking Football folgt klaren Regeln: Es wird ausschließlich im Gehen gespielt, flache Pässe sind Pflicht und auf intensiven Körperkontakt wird bewusst verzichtet“, erklärt Günter Christian die grundsätzlichen Regeln. Seit Anfang Juni bietet die Fußballabteilung der DJK Neustadt auf seine Initiative hin diese in unserer Region noch relativ unbekannte Sportart an. Christian leitet das wöchentliche Training, das jeden Donnerstag ab 19 Uhr auf dem Kleinfeldplatz auf dem DJK-Sportgelände stattfindet.

Gesundheit und Gemeinschaft beim Walking Football

Um Gesundheit und Gemeinschaft geht es beim Walking Football. Erfunden wurde er 2011 in England und wird mittlerweile immer mehr auch in Deutschland gespielt. Football kann in gemischten Mannschaften unabhängig vom Alter, Geschlecht und Leistungsstand gespielt werden. Er soll Spaß am Fußball vermitteln, soziale Kontakte fördern und die Freude an der Bewegung vermitteln. Der Deutsche Fußballbund (DFB) und der Bayerische Fußballverband (BFV) definieren Walking Football als belastungsreduzierte Variante des Fußballs mit angepasstem Regelwerk zur Verringerung von Verletzungsrisiken. Sie stellt eine Alternative für Menschen dar, die gerne Fußball spielen aber den „normalen“ Fußball nicht mehr spielen können. Walking Football bietet aber auch die Möglichkeit zum späten Einstig in den Fußball, auch für Anfänger. Der Schwerpunkt liegt dabei auf gesundem Bewegen und Spaß am Fußball.

Auf die neue Sportart aufmerksam wurde Christian, als er gemeinsam mit seinem Sohn Stephan in 180 Stunden die Fußball C-Lizenz erwarb. Er ist seiner Jugend mit der DJK verbunden, spielte aktiv Fußball in mehreren Vereinen. Da sein Enkel Luca bei den F-Junioren kickte, entschloss er sich gemeinsam mit seinem Sohn die Trainer-Lizenz zu erwerben. Mit 76 Jahren war er der älteste Teilnehmer an dem Kurs. Rainer Summerer und Rainer Fachtan propagierten die neue Sportart im Fußballkreis und warben darum, diese in den Vereinen als Gesundheitssport zu etablieren. Bei DJK-Fußballabteilungsleiter Marcus Zimmer und DJK-Vorsitzenden Achim Neupert stieß er mit seinem Vorschlag auf offene Ohren. Anfang Juni begann er mit dem wöchentlichen Training.

Von den körperlichen Anforderungen nicht zu unterschätzen

Nach und nach trudeln einige DJK-Fußball-Oldies zum Training auf dem Kleinfeldplatz ein. Mit Niklas Puhane und zwei seiner Freunde wollen aber auch Juniorenkicker in die Sportart hineinschnuppern. Nachdem Christian zwei Bambini-Tore aufgestellt und die Spielfeldgrenzen sowie die beiden Tabukreise vor den Toren markierte, ging es zunächst ans aufwärmen. Das dürfe man auch nicht vernachlässigen. „Man darf diese Sportart von den körperlichen Anforderungen nicht unterschätzen“, warnte er. Das konnte auch Stefan Puhane bestätigen. „Erzählt man in Fußballerkreisen über Walking Football, wird man meistens belächelt“, bedauerte er. Das Spiel sei jedoch überraschend anstrengend. „Du musst immer in Bewegung sein, musst dich freigehen, damit du angespielt werden kannst“. Der 58-Jährige ist von Walking Football begeistert. „Bei den Alten Herren spielen ging nicht mehr. Jetzt bin ich froh, dass ich einfach wieder kicken kann“. Georg Bauer ist 67 Jahre alt. „Es macht nicht nur Spaß, sondern ist auch durchaus anstrengend“, bestätigt er. Kurze schnelle Bewegungen bei Richtungswechsel würden einen körperlich fordern. Dieter Spachtholz (55 Jahre) berichtete von ähnlichen Erfahrungen. „Als wir drei gegen drei spielten war ich beim freigehen körperlich ganz schön gefordert. Auch DJK-Fußballabteilungsleiter Marcus Zimmer sieht in Walking Football eine „absolut gelungene Sache“. „Ein zusätzliches Angebot, um ohne Altersbegrenzung in Bewegung zu bleiben“.

Angepasstes Regelwerk

In Wettkämpfen wird sechs gegen sechs gespielt. Die Spielzeit läuft über 4 mal 15 Minuten. „Bundesligavereine wie Bayer Leverkusen oder Eintracht Frankfurt haben Walking-Football-Teams. Es gibt mittlerweile speziell ausgebildete Schiedsrichter und Ligen“, klärte Christian auf. In manchen Landesverbänden wird bereits ein organisierter Spielbetrieb durchgeführt Die wichtigsten Regeln sind: Gehen statt Rennen: Ein Fuß muss stets den Boden berühren. Grätschen und harter Körpereinsatz sind untersagt. Der Ball darf nicht höher als 1 Meter über dem Boden gespielt werden. Es wird auf einem kleineren Spielfeld (42 mal 21 Meter) auf kleine Tore (Torgröße möglichst 3 x 1 Meter) ohne Torhüter gespielt. Der Tabukreis (3 Meter Radius, Gesamtbreite auf Grundlinie 5 Meter) darf nicht betreten werden. Eine Abseitsregel gibt es nicht.

Spaß am Fußball ohne Altersbegrenzung

Auch die drei Juniorenkicker haben sichtlich Spaß am Pässe spielen, dribbeln, sich freigehen und schließlich aufs Tor zu schießen. Günter Christian hofft, dass sich Walking Football nicht nur bei der DJK etabliert und lud alle Interessierten, egal ob männlich oder weiblich zum Hineinschnuppern in die neue Sportart ein. Er wird aller Voraussicht nach im Herbst auch eine Fortbildung machen und eine entsprechende Lizenz erwerben.

SSV Jahn
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