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Alumni-Startups der TH Deggendorf zeigen Skalierung in Oberschneiding

Oberschneiding. Beim BITZOpen Alumni Abend des Silicon Valley Program der TH Deggendorf am 17. Juni 2026 trafen sich fünf Teams aus der Region. Sie sprachen über Pivots, Investor Readiness und Finanzierungen bis 13 Millionen.

Oberschneiding. Beim BITZOpen Alumni Abend des Silicon Valley Program der TH Deggendorf am 17. Juni 2026 trafen sich fünf Teams aus der Region. Sie sprachen über Pivots, Investor Readiness und Finanzierungen bis 13 Millionen.
Bild: Stefan Riedel

Alumni-Startups der TH Deggendorf zeigen Skalierung in Oberschneiding

Aus Oberschneiding in die Welt: Wie das Silicon-Valley-Programm der TH Deggendorf zeigt, dass Skalierung kein Privileg der Metropolen ist.

BITZOpen Alumni-Abend in Oberschneiding

Vor fünf Jahren glaubte kaum jemand an sie. Teilweise nicht mal die eigenen Mentoren. Dann kam ein Netzwerkpartner aus dem Silicon Valley und sagte: „Das vielleicht beste Team, das er je gesehen habe.“ Das Team kam aus der Oberpfalz. Nicht aus dem Valley.

Das war einer von fünf Momenten beim BITZOpen-Alumni-Abend letzten Mittwoch in Oberschneiding. Fünf Teams. Fünf vollkommen unterschiedliche Ausgangspositionen auf dem Weg zur Skalierung. Aber am Ende dieselben Fragen: Wie wird aus einer Technologie ein Unternehmen? Was hat das Programm wirklich gebracht? Was war falsch? Was würden die Gründer anders machen?

reBricker: Aus der Garage zum KI-gestützten Recycling

Maximilian Leonhart begann mit reBricker GmbH in einer Garage. Heute gibt er Millionen ungenutzter Klemmbausteine mit KI-Sortiermaschinen ein zweites Leben. Sein größtes Learning hatte nichts mit Technik zu tun: „Man muss lernen, eigene Ideen auch mal loszulassen.“

Bei brainjo aus Regensburg ging das Loslassen noch weiter, als kompletter Kurswechsel. Ursprünglich im betrieblichen Gesundheitsmanagement gestartet, entwickelt das Team heute eine VR-Plattform für evidenzbasierte Therapien, zuerst für Kinder mit ADHS. Über drei Millionen Euro Kapital eingesammelt, die Zulassung als Medizinprodukt steht unmittelbar bevor. Mitgründer Christian Gnerlich zieht ein klares Fazit: Das wichtigste Learning sei „Investor Readiness“ gewesen. Noch einmal machen? „Auf jeden Fall.“

Aipama: Digitale Lohnbuchhaltung mit US-Mindset

Wer den Pivot hinter sich hat, denkt in Märkten. Günther Holzapfel war bereits erfolgreicher Unternehmer, als er ins Silicon-Valley-Programm ging, getrieben von der Frage, wie andere Firmen noch größere Märkte erschließen. Mit aipama hat das Viechtacher Startup den weltweit ersten 100 Prozent digitalen Lohnbuchhalter entwickelt. Der Einblick in die amerikanische Startup-Kultur habe dem Team dabei geholfen, in größeren Dimensionen zu denken, ohne dass die Gründer deshalb ihre Eigenständigkeit aufgeben wollten: Das Programm nennt er „den brutalen Wahnsinn“. US-Übernahmeangebote lehnte er trotzdem ab.

Grammer Solar
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Wie weit dieser Wille tragen kann, zeigt PartSpace. 2015 als Studienprojekt an der THD gestartet, über Masterarbeit und EXIST-Förderung zum Unternehmen gereift, adressiert Robert Hilmer heute mit KI-gestützten Einkaufsagenten für die industrielle Beschaffung einen Markt von globaler Relevanz – und hat dafür 13 Millionen Euro eingesammelt. Sein Leitsatz, den er aus dem Programm mitnahm: „Think big – think broad – adapt in the universe.“

Bild: Stefan Riedel
Bild: Stefan Riedel

KILLWATT: Vom unterschätzten Team zum Innovator

Und dann ist da die Geschichte, die zeigt, was passiert, wenn dieser Glaube auf die Probe gestellt wird. Vor fünf Jahren glaubte kaum jemand an KILLWATT, nicht einmal die eigenen Mentoren. Die Wende kam durch einen Partner im Silicon Valley, der dem Team bescheinigte, „vielleicht das beste Team“ zu sein, das er je gesehen habe – mit echtem Unicorn-Potenzial. Heute gilt KILLWATT als einer der innovativsten Mittelständler Deutschlands. Volker Ackermanns Fazit zum Programm: Der „familiäre Vibe“ und Betreuer mit „Herz und Blut“ seien die besten Erfahrungen gewesen.

Was diese fünf Geschichten verbindet, ist nicht die Branche und nicht das Finanzierungsvolumen. Es ist ein Prozess, der sich von klassischer Gründerförderung unterscheidet. Nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus Investorensicht entworfen. Ziel ist, Teams durch das Tal des Todes zu führen, jene kritische Phase zwischen technischer Reife und Markterfolg. Davon unabhängig besteht seit derselben Zeit eine exklusive Partnerschaft mit der Santa Clara University, die das Silicon-Valley-Mindset „Hands-on“ vor Ort vermittelt. Prof. Dr. Peter Schmieder, Initiator und Campusleitung, beschreibt das daraus entstandene Netzwerk so: Für fast jedes Thema gebe es einen Experten oder Mentor, der buchstäblich nur einen Telefonanruf entfernt sei.

Netzwerk und Mindset als Erfolgsfaktoren

Skalierung entsteht also nicht nur in der Metropole. Sie entsteht dort, wo das richtige Netzwerk auf den richtigen Willen trifft. Am Mittwoch war das in Oberschneiding greifbar.

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