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OberpfalzECHO-Netzwerkevent (3): Gold als Kapitalanlage

Neustadt/WN. Wie sinnvoll ist Gold für die private Vermögensvorsorge? Bei der OberpfalzECHO-Netzwerkveranstaltung erklärte Jürgen Birner von pro aurum, warum das Edelmetall langfristig interessant sein kann – und weshalb es allein keine sichere Anlagestrategie ergibt.

OberpfalzECHO-Netzwerkevent (3): Gold als Kapitalanlage

Gold als Kapitalanlage
Gold als Kapitalanlage: Jürgen Birner von pro aurum erklärt bei der OberpfalzECHO-Netzwerkveranstaltung Preisentwicklung, Risiken und Vermögensschutz. Foto: Martin Zimmer
Gold als Kapitalanlage: Chancen und Risiken | OberpfalzECHO

Immobilien schaffen greifbare Werte, Aktien eröffnen Beteiligungen an Unternehmen – und Gold soll Vermögen gerade dann stabilisieren, wenn die Unsicherheit wächst. Bei der OberpfalzECHO-Netzwerkveranstaltung im Gartencenter Steinhilber in Neustadt/WN ergänzte Jürgen Birner, Filialdirektor des Edelmetallhandelshauses pro aurum in München, die Vorträge von Immobilienspezialist Oliver Ludwig und Finanzexperte Dr. Matthias Bernhardt. Sein Thema: „Gold als Kapitalanlage – Intelligent Vermögen in Gold investieren“. Die gemeinsame Leitfrage der Veranstaltung lautete, wie sich Privatvermögen langfristig sinnvoll aufstellen lässt.

Ein Goldbarren als Firmenzentrale

Birner kennt den Edelmetallhandel aus langjähriger Praxis. Seit rund 17 Jahren arbeitet er im Münchner Goldhaus von pro aurum. Das markante Gebäude in München-Riem erinnert an einen überdimensionalen Goldbarren. Es misst 42 Meter in der Länge, 23 Meter in der Breite und acht Meter in der Höhe. Nach Angaben des Referenten sollte sein Rauminhalt das Volumen des bis 2009 weltweit geförderten Goldes veranschaulichen. Die Architektur steht damit sinnbildlich für eine Besonderheit des Edelmetalls: Seine Menge lässt sich nicht beliebig vermehren.

Beeindruckender Anstieg, spürbare Rückschläge

Anhand historischer Preisangaben zeigte Birner, welche Entwicklung Gold durchlaufen hat. Im Juli 1999 kostete eine Feinunze, also rund 31,1 Gramm, nach seiner Präsentation 236,87 Euro. Für Oktober 2026 nannte er einen Wert von etwa 3.735 Euro. Das entspricht rechnerisch einem Anstieg von rund 1.477 Prozent. Ein Kilogramm Gold kostete bei der Gründung von pro aurum im September 2003 demnach etwa 10.000 Euro; für 2025 führte der Referent zeitweise rund 140.000 Euro an. Im Oktober 2026 waren es nach seinen Angaben ungefähr 120.000 Euro. Die Zahlen sind Momentaufnahmen und keine Garantie für künftige Gewinne.

Denn auch Gold kennt deutliche Kursrückgänge. Birner zeigte anhand seiner Grafiken, dass auf starke Anstiege immer wieder Korrekturen folgen. Wer auf einem Höchststand einsteigt und kurz darauf verkaufen muss, kann Verluste erleiden. Gold wirft zudem weder Zinsen noch Dividenden ab. Ein Ertrag entsteht erst, wenn es später zu einem höheren Preis verkauft wird.

Warum Anleger in Krisenzeiten Gold suchen

Seit Jahrtausenden dient Gold als Wertaufbewahrungsmittel. Seine begrenzte Verfügbarkeit und weltweite Handelbarkeit machen es für viele Anleger attraktiv. Birner beschrieb das Edelmetall als eine Art Krisenseismografen: Steigen Sorgen über Inflation, Währungen oder politische Konflikte, nimmt häufig auch das Interesse an Gold zu. Allerdings reagiert sein Preis ebenso auf Wechselkurse, Zinsen und die Stimmung an den Märkten. Einen verlässlichen Schutz gegen jeden Kaufkraftverlust bietet Gold deshalb nicht.

Birner riet dazu, nicht allein wegen spektakulärer Schlagzeilen zu kaufen. Statt einem steigenden Kurs hinterherzulaufen, sollten Anleger ihre Entscheidung langfristig planen und die persönliche Risikobereitschaft berücksichtigen.

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Steuern und Aufbewahrung beachten

Physisches Anlagegold ist in Deutschland unter den gesetzlichen Voraussetzungen grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit. Gewinne aus dem privaten Verkauf können nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr prinzipiell einkommensteuerfrei sein. Für Silber und andere Edelmetalle gelten andere steuerliche Regeln. Wer Münzen oder Barren kauft, sollte außerdem Händleraufschläge, sichere Lagerung und mögliche Versicherungskosten einkalkulieren. Diese Ausgaben beeinflussen die tatsächliche Rendite.

Gold als Kapitalanlage
Das Thema „Gold als Kapitalanlage“ zog bei der OberpfalzECHO-Netzwerkveranstaltung ein überaus interessiertes Publikum in seinen Bann. Foto: Martin Zimmer

Immobilien, Aktien und Gold gehören zusammen

Die drei Vorträge der Netzwerkveranstaltung machten deutlich, dass jede Anlageklasse eigene Stärken und Schwächen besitzt. Oliver Ludwig erläuterte, wie Immobilien Mieteinnahmen und Wertsteigerungen ermöglichen, aber Kapital binden und laufende Kosten verursachen. Darüber berichtet OberpfalzECHO im Beitrag „Immobilien als Kapitalanlage: Chancen, Renditen und Risiken im Blick“. Dr. Matthias Bernhardt zeigte im Aktienvortrag, weshalb langfristige Beteiligungen an Unternehmen trotz Börsenkrisen interessant sein können, jedoch Geduld und breite Streuung erfordern. Mehr darüber lesen, kann man hier im Artikel „OberpfalzECHO-Netzwerkveranstaltung (2): Aktien als Kapitalanlage“.

Birner sah Gold als Ergänzung, nicht als Ersatz dieser Anlagen. Je nach Vermögenslage und Risikoneigung stellte er Edelmetallanteile von fünf bis 25 Prozent in einem konservativen Portfolio vor. Ebenso wichtig bleiben verfügbare Geldreserven.

Das Fazit der OberpfalzECHO-Netzwerkveranstaltung zeigte: Nicht die Suche nach der einen perfekten Geldanlage entscheidet, sondern eine Mischung, die zur eigenen Lebenssituation passt.

Ein Stück italienisches Lebensgefühl: Geschenkkörbe von Massimo Azzarone (Mercato Amami Italia) als Dankeschön für die Referenten. Foto: Martin Zimmer
Foto: Martin Zimmer
Foto: Martin Zimmer

Für einen Hauch italienisches Lebensgefühl zu Hause sorgten zum Abschluss die liebevoll zusammengestellten Geschenkkörbe von Massimo Azzarone von Mercato Amami Italia, die den Referenten als Dankeschön überreicht wurden. Ein herzliches Dankeschön gilt dabei auch Massimo Azzarone für seine großzügige Unterstützung.