Jetzt Tickets für die kommenden Jahn-Spiele sichern!
Herrenausstatter Turban – Olymp
Herrenausstatter Turban – Olymp

OberpfalzECHO-Netzwerkveranstaltung (1): Immobilien als Kapitalanlage

Weiden. Immobilien gelten seit Generationen als solide Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen und finanziell vorzusorgen. Doch lohnt sich der Kauf einer Eigentumswohnung angesichts gestiegener Bau- und Finanzierungskosten noch? Oder bieten Immobilienfonds bessere Chancen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Oliver Ludwig, Immobilienspezialist der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz, in seinem Vortrag „Immobilien als Kapitalanlage – Intelligent Vermögen in Immobilien investieren“. Er erläuterte unterschiedliche Anlageformen und veranschaulichte die Entwicklung regionaler Immobilienwerte.

OberpfalzECHO-Netzwerkveranstaltung (1): Immobilien als Kapitalanlage

Netzwerkveranstaltung Oberpfalzecho
Geballte Fachkompetenz zum Thema „Privatvermögen richtig investieren“. Foto: Martin Zimmer
Immobilien als Kapitalanlage: Chancen, Renditen und Risiken im Blick

Das Whoiswho der Nordoberpfälzer Wirtschaft traf sich erstmals zu einer OberpfalzECHO-Netzwerkveranstaltung im neuen Gartencenter der Gärtnerei Steinhilber in Neustadt/Wn. Als Mitveranstalter fungierte der Wirtschaftsbeirat Bayern (Nordoberpfalz), die Mittelstandsunion sowie der Wirtschaftsclub Nordoberpfalz. Ziel ist es, künftig mit dieser Veranstaltungsreihe Firmeninhaber und Privatleute zusammenzubringen um gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren und interessante Informationen auszutauschen.

OberpfalzECHO Netzwerkveranstaltung: „Renditestarke Anlagestrategien des Privatvermögens“

Den Auftakt dieser OberpfalzECHO-Netzwerkveranstaltung bildete das Thema „Renditestarke Anlagestrategien des Privatvermögens“. So wunderte es nicht, dass das Café des Gartencenters Steinhilber mit über 150 Interessenten bis auf den letzten Platz voll besetzt war.
Drei ausgewiesene Experten stellten in Kurzreferaten die Anlageformen „Immobilie“, „Aktien“ und „Gold“ vor.
In lockerer Atmosphäre konnten die Gäste mit den Experten bei Getränken und perfektem Fingerfood von Witt Catering & Feinkost spannende Details klären.

In seiner Begrüßung stellte Harald Gollwitzer für OberpfalzECHO die Wichtigkeit eines derartigen Gedankenaustausches vor: „Wir wollen die Region nicht nur mit aktuellen journalistischen Beiträgen versorgen, sondern auch mit spannenden Netzwerkveranstaltungen zu vielen Themen, die die Menschen in unserer Heimat bewegen!“

Die Moderation der Veranstaltung übernahm Prof. Michael Hauer von der OTH Amberg Weiden. Der Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) mit Sitz in Altenstadt/Wn. unterrichtet seit vielen Jahren das Thema „Finance“ an der Fakultät Betriebswirtschaft der Hochschule in Weiden.
Den Fachvortrag über das Thema „Immobilien als Kapitalanlage“ über nahm der Immobilenspezialist Oliver Ludwig von der City Immobilien GmbH der Volksbank Raiffeisebank Nordoberpfalz eG.

Immobilien als Kapitalanlage
Oliver Ludwig von der City Immobilien GmbH sprach zum Thema „Immobilien als Kapitalanlage“. Foto: Martin Zimmer

Direkte und indirekte Immobilienanlagen

Grundsätzlich unterschied Ludwig beim Thema „Immobilien als Kapitalanlage“ zunächst zwischen direkten und indirekten Immobilieninvestitionen. Wer ein Haus baut, eine Eigentumswohnung kauft oder Gewerbeimmobilien erwirbt, investiert unmittelbar in einen Sachwert. Vermietete Objekte können regelmäßige Einnahmen erzielen. Hinzu kommen mögliche Wertsteigerungen, die sich allerdings erst bei einem späteren Verkauf tatsächlich realisieren lassen.

Ein solcher Kauf erfordert meist erhebliches Eigenkapital und eine sorgfältige Finanzierungsplanung. Kaufnebenkosten, Instandhaltung, Versicherungen und Modernisierungen schmälern die Rendite. Auch Mietausfälle, Leerstand und steigende Kreditzinsen müssen berücksichtigt werden. Entscheidend ist deshalb nicht allein der Kaufpreis, sondern die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit des Objekts.

Witron IT-Camp 2026
Witron IT-Camp 2026

Indirekte Anlagen eröffnen einen anderen Zugang. Immobilienfonds, Immobilienaktien und Genossenschaftsanteile ermöglichen Beteiligungen am Immobilienmarkt, ohne dass Anleger selbst ein Gebäude verwalten müssen. Bei bestimmten Fondsmodellen kann ein Sparplan bereits mit 25 Euro monatlich beginnen. Damit wird die Anlageklasse auch für Menschen interessant, die keine sechsstelligen Beträge investieren können. Allerdings sind Wertschwankungen, Gebühren und je nach Produkt eingeschränkte Verfügbarkeit des Geldes möglich.

Weidener Beispiel: Immobilienwert nahezu verdreifacht

Wie deutlich Immobilienwerte über längere Zeiträume steigen können, zeigte Ludwig anhand eines Beispiels aus der Erhardstraße in Weiden. Für das Jahr 2007 nannte er einen Kaufpreis von 120.557 Euro. Im Jahr 2026 wurde der Wert derselben Immobilie in seiner Präsentation mit 360.117 Euro angegeben.

Das entspricht einem rechnerischen Zuwachs von rund 199 Prozent in 19 Jahren. Der Wert hat sich damit nahezu verdreifacht. Eine solche Entwicklung ist jedoch nicht mit einer jährlichen Nettorendite gleichzusetzen: Finanzierungskosten, mögliche Sanierungen, Steuern und laufende Ausgaben sind darin noch nicht berücksichtigt. Zudem lässt sich aus einem einzelnen Objekt keine allgemeine Prognose für den Immobilienmarkt ableiten.

Ein weiteres Beispiel des Referenten stellte einem Immobilienwert von 205.000 Euro im Jahr 1970 einen heutigen Wert von rund 700.000 Euro gegenüber. Auch diese Zahlen unterstreichen, weshalb viele Menschen Immobilien als langfristige Vermögensanlage betrachten. Wie sich ein Objekt tatsächlich entwickelt, hängt allerdings stark von Lage, Zustand, Nachfrage und wirtschaftlichem Umfeld ab.

Immobilien als Kapitalanlage: Naturstadt Speichersdorf

Mit der „Naturstadt Speichersdorf“ stellte Ludwig außerdem ein konkretes Wohnprojekt aus der Region vor. Vorgesehen sind sieben Mehrfamilienhäuser, die sich auf vier begrünte Wohnhöfe verteilen. Weitere 25 Wohnungen sollen nach den Angaben des Vortrags ab Frühjahr 2027 verfügbar sein.

Das Beispiel zeigt, wie Neubauprojekte Wohnraum schaffen und zugleich für Kapitalanleger interessant werden können. Ob sich der Einstieg lohnt, muss jedoch für jede Wohnung einzeln geprüft werden. Neben der erwarteten Miete zählen die Gesamtkosten, der energetische Standard, die Finanzierung und die langfristige Vermietbarkeit. Eine ansprechende Projektidee allein garantiert noch keinen Anlageerfolg.

Gerade bei einer vermieteten Eigentumswohnung sollten Interessenten zudem Rücklagen der Eigentümergemeinschaft, anstehende Reparaturen und die Höhe des Hausgeldes prüfen. Wichtig ist auch, ob sich die kalkulierte Miete am jeweiligen Standort dauerhaft erzielen lässt. Wer nur mit steigenden Verkaufspreisen rechnet, unterschätzt mögliche Risiken. Eine belastbare Entscheidung berücksichtigt deshalb mehrere Szenarien, etwa vorübergehenden Leerstand, höhere Zinsen oder unerwartete Sanierungskosten. Auch die eigene Liquiditätsreserve sollte nach einem Immobilienkauf ausreichend groß bleiben.

Vermögen sinnvoll auf mehrere Säulen verteilen

Zum Abschluss rückte Ludwig die Risikostreuung in den Mittelpunkt. Wer sein gesamtes Vermögen in eine einzige Immobilie investiert, macht sich stark von einem Standort und einem Markt abhängig. Umgekehrt können auch reine Wertpapieranlagen erhebliche Schwankungen mit sich bringen.

Eine ausgewogene Mischung aus Immobilien, Aktien und Gold kann unterschiedliche Risiken verteilen. Welche Anteile sinnvoll sind, hängt von den persönlichen Zielen, der finanziellen Situation und dem Anlagehorizont ab. Immobilien bleiben damit ein möglicher Baustein des Vermögensaufbaus – aber keine automatische Erfolgsgarantie.

Fazit: Immobilien als Kapitalanlage sind zwar renditestark, sollten aber nicht die einzige Kapitalanlage sein.