Immer auf der Sonnenseite: Schnäppchenfalle bei Solaranlagen birgt Risiken

Immer auf der Sonnenseite: Schnäppchenfalle bei Solaranlagen birgt Risiken
Die Welt starrt wie paralysiert auf die Straße von Hormus. Die Meeresenge zwischen Iran und Oman dirigiert den Börsenkurs und treibt eine lähmende Preiserhöhungsspirale an. Aus verschiedensten Bereichen wie Energie, Logistik, Industrie, Landwirtschaft und Teilen der Gesundheitsversorgung werden Stimmen lauter, die vor Verknappung und damit Verteuerung mahnen und warnen. Und trotz zwischendurch aufkeimenden Friedensoptimismus sind die kurzfristigen Aussichten alles andere als rosig, was dem Autofahrer spätestens beim Tanken immer wieder vor Augen geführt wird.
Sonderangebote für PV-Anlagen trotz Krisen
Gleichzeitig wird das interessierte Publikum mit Sonderangeboten für PV-Anlagen überschwemmt. Wie passt das zusammen? Seit Kriegsbeginn im Iran wächst in Deutschland wieder das Bewusstsein, dass wir energetisch noch unabhängiger von fossilen Energieträgern werden sollten. Und tatsächlich steigt seit Anfang März die Nachfrage nach PV-Anlagen deutlich an.
Gedämpfte Montagezahlen und volle Lager
Allerdings wurden davor recht wenige Module auf die deutschen Dächer montiert, sodass im gesamten ersten Quartal 2026 über 30 Prozent weniger Anlagen gebaut wurden als im Vorjahresquartal. Damit sind viele Solarbetriebe in Deutschland nicht ausgelastet, teilweise liegen PV-Module bleischwer in diversen Lagern. Das befördert eine „Alles muss raus“-Mentalität.
Traumhafte Zeiten also für Schnäppchenjäger?
Nicht unbedingt: Schon im letzten Jahr mussten in Deutschland etwa 300 Solarbetriebe Insolvenz anmelden, denn schon 2025 war die Nachfrage gegenüber 2024 deutlich eingebrochen. Ein Trend, der sich im noch kurzen Jahr 2026 noch einmal verstärkt hat. Wer sich kurz vor einer Bankrotterklärung über ein unschlagbares Sonderangebot gefreut hatte, wird dann unter Umständen mit einem Alptraum aufwachen.

Immer auf der Sonnenseite: Photovoltaik bleibt wirtschaftlich trotz Förderdebatte
Nordoberpfalz. Meinungen und Perspektiven sind Vielfalt - der Geschäftsführer von Grammer Solar Siegfried Schröpf plaudert in seiner Kolumne „Immer auf der Sonnenseite“ über Themen und Erfahrungen rund um die Wirtschaft im Allgemeinen und seiner Branche im Speziellen. Gerade weil er als erfahrener Unternehmer auch die Schattenseiten kennt, weiß er, wovon er spricht. Thema diesmal: Keine Förderung mehr für PV-Anlagen auf Hausdächern – Anfang oder Ende von energetischer Selbstbestimmung?
Das muss nicht so sein, und beileibe nicht hinter jedem guten Angebot lauert gleich der Pleitekuckuck. Da alle Unternehmen die Preise reduzieren (müssen), herrscht aktuell zweifelsohne ein sehr positives Umfeld für Investitionen. Aber gerade deshalb gilt auch für den Solaranlagenkäufer: „Vorsicht ist der beste Kaufmann!“ Damit nicht das passiert, was auch hier der Volksmund seit Langem prophezeit: „Wer billig kauft, kauft zweimal.“
Qualitätskriterien: So finden Käufer zuverlässige Anbieter
Aber wie will der Laie erkennen, ob das Angebot nur billig oder tatsächlich auch preiswert ist? Selbst der Fachmann tut sich schwer, Qualität per Augenschein zu erkennen. Ohnehin sind die verwendeten Komponenten der einzelnen PV-Anbieter relativ ähnlich. So muss der Käufer versuchen, die handwerkliche Güte und Solvenz „seines“ PV-Anbieters herauszufinden. Langjährige Erfahrung kann ein Indiz sein. Oder ob der Betrieb eigene Elektriker hat, die auch später im Notfall verfügbar sind.
Auch die Zahlungskonditionen können weiterhelfen. Es sollte stutzig machen, wenn die erste große Zahlung erfolgen soll, bevor die Module auf dem Dach sind.
Langfristige Investition: Regionale Anbieter nutzen
Die Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach ist eine langfristige Investition. Nicht grundlos hatte der Gesetzgeber vor fast einem Vierteljahrhundert eine Einspeisevergütung über 20 (!) Jahre garantiert. Deshalb ist es wichtig, mit einer Firma zu arbeiten, von der man ausgehen kann, dass sie bei einer Störung auch noch nach vielen Jahren zur Verfügung stehen könnte.

Immer auf der Sonnenseite: Plausch über Solar & Co. mit dem Staatsminister
Nordoberpfalz. Meinungen und Perspektiven sind Vielfalt - der Geschäftsführer von Grammer Solar Siegfried Schröpf plaudert in seiner Kolumne „Immer auf der Sonnenseite“ über Themen und Erfahrungen rund um die Wirtschaft im Allgemeinen und seiner Branche im Speziellen. Gerade weil er als erfahrener Unternehmer auch die Schattenseiten kennt, weiß er, wovon er spricht.
Es gibt genug Oberpfälzer Unternehmen, die diesen Ansprüchen genügen können, und so kann mit einer Prise Vorsicht das aktuell sehr günstige Preisniveau für den Bau einer eigenen solaren Stromversorgung getrost genutzt werden.




