OB-Kandidaten-Podium von Echo und BDS: Wie Weiden wieder wachsen kann
OB-Kandidaten-Podium von Echo und BDS: Wie Weiden wieder wachsen kann
Kommunalpolitik ist kein Wunschkonzert. Globale Krisen, stagnierendes Wachstum, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Unsicherheit machen Deutschland zu schaffen. Die unzureichende finanzielle Ausstattung der Kommunen bei gleichzeitig wachsenden Aufgaben führen zu Engpässen.
Dennoch: Die Verwaltung des Notstands ist keine Lösung. Beispiele von erfolgreichen Kommunen zeigen, dass konstruktive Kommunalpolitik auch mit weniger Geld möglich ist. Es erfordert jedoch eine mutige Verwaltung und innovative Ansätze.
Bei der gemeinsamen Podiumsdiskussion von Bund der Selbstständigen (BDS) und OberpfalzECHO sollen die OB-Kandidaten der fünf Parteien der Mitte deshalb keine Wunschliste vortragen, sondern konstruktiv über Lösungsansätze debattieren, wie Weiden trotz Sparzwang mehr als nur Pflichtaufgaben schultern kann.
- Wann: Mittwoch, 11. Februar, 18.30 Uhr (Beginn 19 Uhr)
- Wo: Bistrot Paris (Sebastianstr. 2, 92637 Weiden)
- Wie: Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung erforderlich: Zum Formular
Mit auf dem Podium:
- Oberbürgermeister Jens Meyer (SPD)
- CSU-Fraktionsvorsitzender Benjamin Zeitler
- MdL Laura Weber (Grüne)
- Jürgen Meyer (Bürgerliste)
- Florian Vogel (FDP)
- Moderation: Jürgen Herda (Echo)
Einladung zum Netzwerken
Was also kann eine Region wie Amberg-Sulzbach in dieser Lage von der Europäische Metropolregion Nürnberg erwarten – und was muss sie selbst leisten, damit aus Netzwerken Wirkung wird? Diese Fragen stehen im Zentrum einer öffentlichen Wirtschaftsveranstaltung am Montag, 9. Februar 2026, im Capitol Sulzbach-Rosenberg. Der CSU-Ortsverband Sulzbach-Rosenberg und der Arbeitskreis Wirtschaft und Arbeit laden Unternehmerinnen und Unternehmer, Entscheider und Interessierte ein, gemeinsam Bilanz zu ziehen – und nach vorn zu schauen.
Mit auf dem Podium:
- Stefan Frank, Bürgermeister
- Matthias Franke, Fraunhofer-Institutsteil UMSICHT
- Jörg Bruckner, IHK Amberg-Sulzbach
- Karlheinz Brandelik, Wirtschaftsförderung Amberg
- Hans-Jürgen Strehl, Stadt Sulzbach-Rosenberg
- Stefan Kopp, Probatec Sulzbach-Rosenberg
🎤 Moderation: Jürgen Herda (OberpfalzECHO)
Die Prioritäten der Kandidaten
Oberbürgermeister Jens Meyer (SPD) – Sicherheit, Wohnen, Teilhabe: „Ich setze meine Arbeit dort fort, wo es für Weiden jetzt konkret zählt: mit dem zügigen Neubau der Feuerwache als zentralem Sicherheitsprojekt, der Entwicklung der städtischen Wohnbauflächen am SV- und TB-Gelände zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarkts – und mit dem konsequenten Ausbau der Barrierefreiheit, insbesondere in der Altstadt. Mehr Sicherheit, mehr Wohnraum und mehr Teilhabe erhöhen die Lebensqualität und stärken zugleich Handel und Innenstadt.“
CSU-Fraktionschef Benjamin Zeitler – Wirtschaft, Ordnung, Umsetzung: „Ich mache Wirtschaft zur Chefsache – mit einer Stabsstelle beim Oberbürgermeister und einer Taskforce, die neue Gewerbeflächen schnell aktiviert. Parallel bringe ich Ordnung in die städtischen Finanzen, um wieder verlässlich investieren zu können. Und ich beende den Stillstand, indem beschlossene Projekte wie Feuerwache, SV- und Turnerbund-Areal sowie neue Wohnflächen im Weidener Osten mit klaren Zeitplänen konsequent umgesetzt werden.“
MdL Laura Weber (Grüne) – Bildung, Zukunftsinvestitionen, moderne Verwaltung: „Ich setze auf konsequente Zukunftsinvestitionen: mit einem verlässlichen Sanierungs- und Ausbauplan für Schulen, Kitas und Ganztagsangebote als Grundlage für Bildungsgerechtigkeit und wirtschaftliche Stärke. Gleichzeitig nutze ich Förderprogramme gezielt für Klimaschutz, Wärmeplanung und Hitzeschutz – nicht nur ökologisch, sondern auch als Chance für neue Geschäftsfelder bei Stadtwerken und Energieversorgung.
Voraussetzung für all das ist eine moderne, bürgerorientierte Verwaltung: als starkes Team mit klarer Führung, transparenten Abläufen und dem Anspruch, Dienstleister für die Menschen dieser Stadt zu sein.“
Jürgen Meyer (Bürgerliste) – Ehrenamt, Offenheit, Augenmaß: „Ich setze auf Tempo und klare Entscheidungen: Beim Wohnen sollen die städtischen Flächen am TB- und SV-Gelände schnell aktiviert werden, indem wir unnötige Restriktionen im Bebauungsplan aufheben und Investoren mehr Gestaltungsspielraum geben – selbstverständlich in enger Abstimmung mit der Stadt.
Parallel mache ich die Altstadt zur Chefsache, indem ich die Wirtschaftsförderung direkt dem Oberbürgermeister unterstelle, regelmäßig vor Ort präsent bin und gemeinsam mit Handel und externen Experten konkrete Lösungen entwickle. Und für die wirtschaftliche Zukunft Weidens braucht es den Mut zu einem großen Wurf: ein neues Gewerbegebiet in der Größenordnung von West IV, vorangetrieben durch eine eigene Taskforce.“
Florian Vogel (FDP) – Transparenz, Tempo, Verlässlichkeit: „Als Oberbürgermeister schaffe ich zuerst Klarheit in den Stadtfinanzen, damit Politik und Verwaltung verlässlich priorisieren können, was tatsächlich machbar ist. Gleichzeitig führe ich die Stadtverwaltung stärker als Dienstleister – mit effizienteren Prozessen, die Anträge und Genehmigungen spürbar beschleunigen. Und ich sorge für einen besseren Informationsfluss: Die Stadt muss zeigen, was sie bietet und was sie tut – transparent, verständlich und sichtbar für Bürger, Wirtschaft und Vereine. Der Oberbürgermeister ist dabei der Dirigent, der Verwaltung und Stadtrat auf ein gemeinsames Ziel ausrichtet.“
Erfolgreiche Vorbilder trotz klammer Kassen
- Leutkirch im Allgäu (Baden-Württemberg): Die Stadt hat sich trotz des allgemeinen Sparzwangs durch eine proaktive Wirtschaftsförderung und die Ansiedlung von Unternehmen erfolgreich entwickelt.
- Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern): Trotz angespannter Lage konnte durch Steuererhöhungen (Grund- und Gewerbesteuer) und Haushaltsdisziplin bisher ein Haushaltsausgleich erreicht werden, wobei weiterhin über Investitionen in Infrastruktur diskutiert wird.
- Kommunen mit dem „Spareuro“ (Hessen): Der hessische Städte- und Gemeindebund zeichnet Kommunen aus, die durch kreative Lösungen (z.B. Optimierung im Bürgerservice) trotz Finanznot funktionsfähig bleiben.
- Schuldenfreie Kommunen (Niedersachsen): Städte wie Burgwedel und Verden sowie Gemeinden wie Scheeßel oder Dötlingen konnten ihre Finanzen so gut verwalten, dass sie trotz struktureller Herausforderungen schuldenfrei blieben.
Strategien erfolgreicher Kommunen
Der Deutsche Städtetag nennt Strategien, wie Kommunen auch schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen meistern können:
- Digitalisierung: Einsatz digitaler Tools, um Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten und Kosten zu senken (Smart City Ansätze).
- Interkommunale Kooperation: Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden, um Aufgaben gemeinsam kostengünstiger zu erledigen (z.B. gemeinsamer Bauhof oder IT-Dienstleistungen).
- Bürgerbeteiligung & Ehrenamt: Projekte werden durch bürgerschaftliches Engagement getragen, was Kosten im sozialen und kulturellen Bereich spart.
- Nutzung von Fördermitteln: Aktive Akquise von EU-, Bund- und Landesmitteln für Strukturprojekte.
- Haushaltsdisziplin: Frühzeitige Einrichtung von Puffern im Haushalt und strenge Ausgabenkontrolle, ohne die soziale Infrastruktur vollständig zu opfern.




