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Tourismustag Bayerischer Wald in Freyung fokussiert Digitalisierung und KI

Freyung. Beim 17. Tourismustag Bayerischer Wald trafen sich 230 Akteure im Kurhaus und diskutierten über Zukunft, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Rahmen bot die Landesausstellung Musik in Bayern.

Freyung. Beim 17. Tourismustag Bayerischer Wald trafen sich 230 Akteure im Kurhaus und diskutierten über Zukunft, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Rahmen bot die Landesausstellung Musik in Bayern.
Gefüllter Kursaal beim 17. Tourismustag Bayerischer Wald in Freyung. Bild: Ulrike Eberl Walter

Tourismustag Bayerischer Wald in Freyung fokussiert Digitalisierung und KI

Beim 17. Tourismustag Bayerischer Wald kamen im Kurhaus Freyung 230 Vertreterinnen und Vertreter aus Hotellerie, kommunalen Tourismusorganisationen und Freizeiteinrichtungen zusammen. Das jährliche Branchentreffen, organisiert vom Tourismusverband Ostbayern, stand im Zeichen von drei zentralen Zukunftsthemen: der touristischen Entwicklung der Region, dem digitalen Wandel im Gästeverhalten sowie dem verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Tourismus. Als besonderer Rahmen diente die derzeit in Freyung gezeigte Bayerische Landesausstellung „Musik in Bayern“, die den Teilnehmenden am Nachmittag ebenfalls offenstand.

Klares Bekenntnis zum Tourismus – trotz knapper Haushaltslage

Der Präsident des Tourismusverbandes Ostbayern, Landrat Thomas Ebeling aus Schwandorf, fasste gleich zu Beginn die aktuelle Situation zusammen: „Wenngleich die wirtschaftliche Lage derzeit schwierig ist, sind wir touristisch gut aufgestellt. Auch wenn Tourismus in den öffentlichen Haushalten eine freiwillige Leistung ist, gilt es, den Tourismus weiterhin zu fördern! Von Investitionen in den Tourismus profitiert die gesamte Bevölkerung.“

Die Stadt Freyung konnte mit der Landesausstellung „Musik in Bayern“ einen wichtigen Impuls für die Stadt setzen. Stefan Pradl, 3. Bürgermeister der Stadt Freyung, hob hervor: „Wir sind stolz, dass wir die Landesausstellung Musik in Bayern nach Freyung bringen konnten. Wir hatten eine gute Ausgangsposition, insbesondere auch durch die Volksmusikakademie und viele musikaffine Akteure im Ort. Wichtig war es uns, die Bevölkerung von der Idee bis zur Umsetzung mitzunehmen.“

Der gesamte Landkreis Freyung-Grafenau habe ein breites touristisches Angebot, fasste Landrat Sebastian Gruber, Landkreis Freyung-Grafenau, zusammen: „Wir haben leistungsfähige Hotels, eine großartige Natur und viele attraktive Erlebnisse zu bieten.“ Vornehmlich nannte er den Nationalpark Bayerischer Wald und den Almberg, der nun mit neuen Liften und der Flyline nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer touristisch attraktiv sei.

Best Practice im Tourismus: Dr. Michael Braun (Vorstand Tourismusverband Ostbayern), Christine Vogl (Erlebnistouren Stadtmaus), Marco Denk (Zweckverband Freizeitzentrum Mitterfirmiansreut-Philippsreut), Vanessa Koch (Landhotel Haus Waldeck, Philippsreut), Landrat Thomas Ebeling (Präsident Tourismusverband Ostbayern). Bild: Ulrike Eberl Walter

Proaktiv handeln

Dr. Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern, eröffnete seinen Fachvortrag mit einer Analyse unter dem Titel „Erfolg verpflichtet! Stehen wir vor der nächsten Bewährungsprobe?“ Er verdeutlichte, dass die Erfolge der vergangenen Jahre auf unternehmerischem Mut, Investitionen und einer guten Zusammenarbeit basieren. Auch die touristische Infrastruktur habe den Aufstieg getragen. Dies seien die Onlinebuchbarkeit, Gäste- und Mobilitätskarten sowie profilierte Angebote. „70 Prozent der Gastgeber im Bayerischen Wald sind online buchbar. Das ist im ländlichen Raum spitze“, sagte Braun. Er verwies auch auf externe Anerkennungen, die den Bayerischen Wald sichtbar machen, etwa die IUCN-Anerkennung für den Nationalpark Bayerischer Wald, den Sternenpark oder das Ergebnis von HolidayCheck 2025, bei dem in den Ergebnislisten vier der elf besten deutschen Hotels im Bayerischen Wald liegen. Jetzt sei proaktives Handeln gefragt, denn, so Braun: „Können wir die Zukunft mit den Erfolgsrezepten der Vergangenheit sichern?“ Der wirtschaftliche Druck, zunehmend anspruchsvolle Gäste und eine neue Sichtbarkeit in Rankings und Bewertungen stellen die Anbieter vor neue Herausforderungen. Mit künstlicher Intelligenz komme eine neue Ebene dazu. Gäste erhalten Empfehlungen von KI, denn generative künstliche Intelligenz werde von den Menschen mehr und mehr für die Reiseplanung genutzt.

Urlaub ist ein wichtiges Konsumgut

Dies verdeutlichte auch Wolfgang Wagner, verantwortlich für die strategische Entwicklung bei der Bayern Tourismus GmbH. Er präsentierte aktuelle Marktforschungsergebnisse zum Thema „Der Gast im digitalen Wandel“. Sein Fazit: „Die grundsätzliche Ausgangslage für den Tourismus ist weiterhin gut, die Urlaubsintensität der Bevölkerung ist so hoch wie nie, denn Urlaub ist weiterhin ein wichtiges Konsumgut.“ Doch die digitalen Ansprüche für die Urlaubsregionen steigen: „Künstliche Intelligenz verändert die Informationswege und das Buchungsverhalten. Denn bereits jetzt wissen wir, dass KI-gestützte Suchen und Antwortsysteme zunehmen und das Vertrauen in die KI groß ist. Datenqualität, Strukturierung und Auffindbarkeit sind die zentralen Grundlagen, um für das KI-Zeitalter vorbereitet zu sein“, referiert Wagner.

Grammer Solar
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Die musikalische Einlage von Landrat Thomas Ebeling, stv. Bürgermeister Stefan Pradl, und Landrat Sebastian Gruber, zur Begrüßung sorgte für gute Stimmung und eine gute Einstimmung auf die Landesausstellung „Musik in Bayern“. Bild: Ulrike Eberl Walter

Von „Crawlern“ gefunden werden

Als Spezialist für Digitalisierung bei der Bayern Tourismus Marketing GmbH beleuchtete Markus Garnitz in seinem Vortrag konkret, wie Künstliche Intelligenz bereits heute in der Reiseplanung eingesetzt wird. Sie nutzt nämlich Internetseiten, Listen, Bewertungen und strukturierte Daten als Quellen. Dabei werden kontextbasierte Inhalte, Produkt- und Anbieterseiten als Daten aus erster Hand und auch Vergleichsportale und Nutzerbewertungen bevorzugt. „Die Inhalte der eigenen Website sind also eine wichtige, relevante Quelle für die KI“, erklärte Garnitz. „Wichtig ist, dass die Inhalte einzigartig, schlüssig und vertrauenswürdig, gut strukturiert und relevant sowie crawlable, also technisch lesbar, sind“, ergänzte er: „Die zentrale Datendrehscheibe ‚Bayern Cloud‘ ist dabei ein essenzieller Baustein für offene, strukturierte Daten.“

Erfolgsmodelle im Tourismus

Traditionell kommen beim Tourismustag Anbieter zu Wort, die Erfolgsmodelle ihrer Organisation vorstellen. Marco Denk, stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Freizeitzentrum Mitterfirmiansreut-Philippsreut, stellte das Almberg-Erlebnis vor. Mit der neu eröffneten Flyline und einem Erlebniswanderweg wurde das Wintersportzentrum am 1.139 Meter hohen Almberg in ein attraktives Ganzjahreserlebnis verwandelt. Der Berg liegt am Fernwanderweg Goldsteig und ist auch zu Fuß erreichbar. Denk erläuterte: „Unsere Zielsetzung war es, die Menschen so zu lenken, dass sie im Sommer die Sesselbahn nutzen. Die Flyline ist hierfür eine ideale Ergänzung. Grundlage waren eine genaue Analyse, ein gründlich erarbeitetes Konzept und eine gute Planung. Dafür haben wir erfahrene Planer ins Boot geholt. Wichtig war uns, eine naturnahe und eher chillige Atmosphäre am Almberg zu schaffen. Das ist gelungen, denn Gäste sagten uns schon, dass der Flug mit der Flyline fast meditativ war.“

Christine Vogl, Geschäftsführerin des Erlebnisanbieters Stadtmaus aus Regensburg, führte im Unternehmen eine Struktur ein, wie KI im Unternehmen genutzt werden kann und darf. Dafür wurden Prozesse definiert, die immer nach dem gleichen Schema ablaufen, die Mitarbeiter nach ihren Wünschen gefragt und Workshops angeboten. Der Beratungs- und Weiterbildungsprozess wurde durch ein Förderprogramm unterstützt. Datenschutz, Systemarchitektur und viel Übung, also Zeitaufwand, für den Umgang mit KI waren die Herausforderungen. Vogl sagte abschließend: „Ein großer Erfolg ist es, dass unsere Mitarbeitenden die Angst vor KI-Anwendungen überwunden haben.“

Vanessa Koch arbeitet im elterlichen Betrieb mit, dem Landhotel Haus Waldeck in Philippsreut. Das Hotel hat sich auf Urlaub mit Hund spezialisiert und ist bereits mehrfach als bestes Hundehotel ausgezeichnet worden. „Bei uns geht man auf die speziellen Bedürfnisse der vierbeinigen Fellnasen genauso ein wie auf die zweibeinigen Gäste. Sich so zu spezialisieren, bedeutet auch, dass Kunden wegfallen, man also zunächst einen Verlust hat. Aber es kommen neue Gäste dazu, die genau in das Konzept des Hotels passen“, erklärt sie. „Auf diese Weise können wir unser Marketing zielgenau ausrichten.“ Wenn man sich spezialisiert, muss man auch konsequent danach handeln“, war ihr Rat.

Landesausstellung Musik in Bayern in Freyung. Bild: Ulrike Eberl Walter

Aus der Branche für die Branche

18 Aussteller präsentierten zur Veranstaltung ihre Angebote, darunter die Regionalbahnen, digitale Dienstleister und Erlebnisanbieter. Nach der Veranstaltung konnten die Teilnehmenden die Landesausstellung „Musik in Bayern“ besuchen und nahmen die Gelegenheit vielfach wahr. Ausnahmslos erhielten die Organisatoren des Tourismustags ein positives Feedback zur Veranstaltung.

Günter Reimann, Destinationsmanager Bayerischer Wald, freut sich über die vielen Teilnehmer und das großartige Netzwerk innerhalb der Branche: „Es sind die guten Verbindungen, die im Tourismus wertvoll sind. Sie stellen unsere Region nach außen äußerst positiv dar und stärken uns nach innen. Darauf bin ich stolz und danke allen touristischen Partnern für die hervorragende Zusammenarbeit.“

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