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Warnstreik in Grafenwöhr: Wir sind laut, wenn es um Kohle klotzen geht

Grafenwöhr. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der US-Army zu Warnstreiks aufgerufen, da es bei der jüngsten Verhandlungsrunde kein Angebot der Arbeitnehmer gab. Über 300 Beschäftigte nahmen daran teil.

Warnstreik in Grafenwöhr: Wir sind laut, wenn es um Kohle klotzen geht

Am Mittwoch nahmen über 300 Beschäftigte der US-Army beim Warnstreik der Gewerkschaft ver.di teil. Foto: Renate Gradl

Die Gewerkschaft ver.di fordert zwei Euro mehr pro Stunde für alle Beschäftigten und Auszubildenden bei einer Laufzeit von 12 Monaten. „Mit unserer Forderung stärken wir vor allem Beschäftigte mit niedrigen Stundenentgelten im Bereich des gesetzlichen Mindestlohnes und Beschäftigte mit hohen monatlichen Stunden wie etwa bei der Feuerwehr“, erläutert Tarifkommissionsmitglied Wolfgang Dagner.

Tägliche Preissteigerungen

Die anhaltenden Haushaltsdebatten in den USA waren einer der Gründe, warum sich die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde nicht imstande sahen, ein Angebot vorzulegen. „Das ist inakzeptabel, denn für die täglichen Preissteigerungen gibt es keine Pausentaste. Ob Wohnen, Energie, Mobilität oder Lebensmittel: Diese Fixkosten werden nicht einfach ausgesetzt, weil es keine Entgeltsteigerungen gibt,“ begründet ver.di Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner die Streiks.

Berechtigte Forderungen

„Jetzt ist Zeit für ernste Angebote. Die Tarifverhandlungen für die ortsansässigen Beschäftigten der Stationierungsstreitkräfte betreffen bundesweit alle Truppenübungsplätze der US Army“, erläuterte Birner bei der Kundgebung am ersten Streiktag vor der Wache 3. Zwei weitere Streiktage am Donnerstag und Freitag sollen folgen. Dabeisein ist alles. Dies gelte nicht nur bei Olympia, auch bei uns. Dies sei die beste Voraussetzung, damit die berechtigte Forderung in die Tat umgesetzt werde. „Wir sind es wert“, bekräftigte auch Dagner. „Solidarität geht nicht in Rente“, betonte der Oberpfälzer Seniorenvorsitzende von ver.di Manfred Haberzeth sein Hiersein. Ohne Opa und Oma läuft nichts. „Wir haben bei der Rente die gleichen Probleme, wie die Arbeitnehmer auch. Die Kosten steigen permanent.

Ohne Streik geht es nicht

Manuela Dietz (ver.di Bayern, Landesfachbereichsleiterin B) nannte es „ignorant und respektlos“, wenn man am Verhandlungstag nicht erscheint. Ohne Streik geht es nicht. Wenn ihr so wärt, wie die Arbeitgeber, würde unser Land stillstehen. Der Streik sei ein „Mitmachding“ und es geht um Solidarität. Wir sind laut, wenn man um die Kohle klotzt.Der Truppenübungsplatz ist der größte Arbeitgeber in der Region. Deshalb soll es auch zügige und faire Verhandlungen geben. Dafür sprach sich Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch aus.

Hintergrund

Die Tarifverhandlungen für die ortsansässigen Beschäftigten bei den Stationierungsstreitkräften betreffen bundesweit alle Truppenübungsplätze der US Army, Briten, Franzosen, Kanadier und der NATO mit Schwerpunkten in Bayern und Rheinland-Pfalz. In Bayern sind es die Standorte in der Oberpfalz (Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels), Mittelfranken (Katterbach, Illesheim) und Kempten (Garmisch-Partenkirchen und Sonthofen) mit etwa 3.000 ortsansässigen Beschäftigten, die von dieser Tarifrunde betroffen sind. Die Verhandlungen werden für die Arbeitgeberseite durch das Bundesfinanzministerium im Einvernehmen mit den Gaststreitkräften geführt, für die Beschäftigten durch die Gewerkschaft ver.di. Sie begannen am 5. Februar und werden am 4./5. März 2026 in Berlin fortgesetzt.

„Fair pay for those who protect you“, hieß es auf einem Feuerwehrauto. Foto: Renate Gradl
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