Warnstreik in Weiden und Regensburg erhöht Druck auf Telekom

Warnstreik in Weiden und Regensburg erhöht Druck auf Telekom
Mit einem ganztägigen Warnstreik haben am Dienstag rund 200 Beschäftigte der Deutschen Telekom in der Oberpfalz ein Zeichen gesetzt. In Weiden und Regensburg legten Kolleg*innen aus Technik, Service, IT, Shops und Innendienst die Arbeit nieder. Hintergrund ist die laufende dritte Tarifverhandlungsrunde, in der die Arbeitgeberseite bislang kein Angebot vorgelegt hat.
„Es ist vollkommen unverständlich, dass es auch in der dritten Verhandlungsrunde noch immer kein Angebot gibt“, erklärte Eva Bößl, bayerische Arbeitskampfleiterin von ver.di, auf der Kundgebung in Weiden. „Die Beschäftigten erleben täglich steigende Preise, mehr Arbeitsdruck und wachsende Belastungen. Dass die Arbeitgeber darauf bisher nicht mit einem konkreten Angebot reagieren, ist ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen.“
Klares Signal der Beschäftigten
Bößl betonte, dass der Warnstreik ein klares Signal sei: „Knapp 200 streikende Kolleginnen und Kollegen allein in der Oberpfalz zeigen heute eindrucksvoll: Bayern kann Arbeitskampf – und die Oberpfalz erst recht. Diese Tarifrunde wird durch die Entschlossenheit der Beschäftigten entschieden und erfordert dringend ein tragfähiges Angebot am Verhandlungstisch.“
Auch Sandra Berger, regionale Arbeitskampfleiterin, hob den großen Zusammenhalt hervor: „Die Beteiligung heute zeigt, wie groß der Unmut in den Betrieben ist. Viele Kolleg*innen organisieren Familie, Arbeit und Streik gleichzeitig, obwohl es von der Arbeitgeberseite bislang nicht einmal ein Angebot gibt. Das verdient größten Respekt.“
Unterstützung durch den Bezirk Oberpfalz
Unterstützt wurde der Warnstreik auch vom Bezirk ver.di Oberpfalz. Alexander Gröbner, Bezirksgeschäftsführer von ver.di Oberpfalz, erklärte: „Die Beteiligung von knapp 200 Kolleginnen und Kollegen ist ein starkes Signal an die Arbeitgeber: Ohne Angebot kein Stillhalten. Die Beschäftigten stehen geschlossen hinter ihren Forderungen.“
Bereits in den vergangenen Tagen hatten Warnstreiks und kreative Aktionen den Druck deutlich erhöht. Besonders in Bayern kam es zu zahlreichen geschlossenen oder nur eingeschränkt geöffneten Telekom-Shops. Auch in der Oberpfalz waren die Auswirkungen für Kund*innen klar spürbar.
Kritik an Arbeitgeberseite und Ausblick
ver.di kritisiert, dass die Arbeitgeberseite trotz steigender Gewinne und hoher Arbeitsbelastung der Beschäftigten weiterhin auf Zeit spielt. „Realistisch sind die Rechnungen, die jeden Monat bezahlt werden müssen – unrealistisch ist das Verhalten der Arbeitgeber, die noch immer kein Angebot vorgelegt haben“, so Bößl weiter.
Sollte sich daran nichts ändern, schließt ver.di eine Ausweitung der Arbeitskampfmaßnahmen nicht aus. „Wir bleiben laut, sichtbar und solidarisch“, so Berger abschließend. „Der heutige Warnstreik war ein wichtiger Schritt – und ganz sicher nicht der letzte, wenn die Arbeitgeber weiter blockieren.“
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