Feuerwehr Mantel feiert Dreifachjubel mit 50 Jahren, Neubau und Fahrzeugen

Feuerwehr Mantel feiert Dreifachjubel mit 50 Jahren, Neubau und Fahrzeugen
Gleich dreimal Grund zum Feiern hatte die Feuerwehr Mantel am ersten Augustwochenende. Die Jugendfeuerwehr feierte das 50-jährige Bestehen. Der Erweiterungsbau und der Umbau des Feuerwehrhauses sind fertiggestellt und wurden eingeweiht. Außerdem wurden der Gerätewagen Logistik 1, der CBRN-Erkundungswagen und das mittlere Löschfahrzeug eingeweiht.
Umbau und Erweiterung des Feuerwehrhauses
Wie Architekt Markus Goldhammer vom Architekturbüro Atelier 13 GmbH mitteilt, betragen die Kosten für den Neubau 1.962.000 Euro, für den Umbau 968.000 Euro, also insgesamt 2.930.000 Euro. Die Kosten verteilen sich auf die Haushaltsjahre 2023 bis 2026. Baubeginn der Erweiterung war im März 2024, Baubeginn des Umbaus des alten Gebäudes im März 2025.
Durch verschiedene Änderungen waren Mehrkosten in Höhe von 710.000 Euro zu verkraften. Die Kosten entstanden durch zusätzliche Leistungen, die zum Zeitpunkt der Kostenschätzung nicht bekannt waren, wie bei der Entwässerung, dem statischen Nachweis, der Heizungsinstallation, der Photovoltaikanlage, der Außenanlage und den Baunebenkosten. Hier wurden die Honorarkosten an Preissteigerungen und Kostenberechnungen angepasst. Der Markt Mantel bekommt für vier Stellplätze eine staatliche Förderung von 284.400 Euro und für den fünften Stellplatz für das Bundesfahrzeug 78.600 Euro. Durch erhebliche Eigenleistung der Feuerwehrkameraden wurde auch ein großer Betrag an Baukosten eingespart, wie 2.500 Euro durch den Ausbau der Hallentore; der Bodenbelag im Bereitschaftsraum: 2.500 Euro; tägliche Kleinarbeiten können mit 10.000 Euro bewertet werden. Durch Verzicht auf Estrich und Fußbodenheizung im Lagerraum werden 10.000 Euro gespart. Den Ausbau des Obergeschosses im Bestandsbau haben die Floriansjünger weitgehend selbst erledigt, und auch die Holzverkleidung am Bestandsbau bringen die Männer selbst an.
Drei neue Fahrzeuge
Eingeweiht wird das mittlere Löschfahrzeug (MLF), das 468.605 Euro kostet und mit 56.500 Euro staatlich gefördert wird. Der Gerätewagen Logistik 1 kostet 258.935 Euro und wird mit 37.000 Euro gefördert. Der CBRN-Erkundungswagen gehört zu den Zivilschutzfahrzeugen des Bundes. Seine Besatzung spürt chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrstoffe auf. Das Fahrzeug ist in Mantel stationiert. Für die Stationierung erhält der Markt Mantel einen regelmäßigen Zuschuss.
Die beiden neuen Fahrzeuge der Feuerwehr ersetzen das Löschgruppenfahrzeug, Baujahr 1994, den Pulverlöschanhänger, Baujahr 1966, und den Tragkraftspritzenanhänger, Baujahr 1956. Der Gerätewagen Logistik 1 erweitert die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr als vielseitiges Transport- und Logistikfahrzeug. Das mittlere Löschfahrzeug ist das kompakte Multitalent. Es vereint Löschwasser, Pumpe und eine umfangreiche Beladung. Es erreicht auch enge Zufahrten.
Jugendfeuerwehr feiert 50 Jahre
Der dritte Grund zum Feiern war die Jugendfeuerwehr, die vor 50 Jahren vom damaligen Feuerwehrkommandanten Sepp Gebhard ins Leben gerufen wurde. Die Truppe hat aktuell 21 Mitglieder, davon fünf Mädchen, und zählt zu den größten Jugendfeuerwehren im Landkreis. Sie wird in eigenen Übungen und im Unterricht ausgebildet und nimmt auch am Unterricht und an den Übungen der gesamten Feuerwehr teil. Seit 1992 dürfen auch Mädchen in der Jugendfeuerwehr mitmachen. Die Jugend wird betreut von Jugendwart Alexander Lippik mit den Stellvertretern Franziska Janner, Christoph Janner und Günter Dörwald.
Bei der Jugendfeuerwehr lernen die Mitglieder feuertechnisches Grundwissen, Gerätekunde, Erste Hilfe, Teamwork, soziale Verantwortung und den richtigen Umgang mit Gefahren. Bei Zeltlagern oder Hüttenaufenthalten kommt natürlich der Spaß auch nicht zu kurz.
Alle, die heute als Kommandanten oder im Vorstand Verantwortung tragen, haben ihre ersten Schritte in der Feuerwehr bei der Jugend gemacht. Ein Jahr später wird dann vom 2. bis 4. Juli das 160-jährige Gründungsfest der Feuerwehr Mantel gefeiert.
Festgottesdienst, Segnung und Grußworte
Am Sonntag beim Festgottesdienst mit Pfarrer Andreas Ruhs und Pfarrvikar Robert Amandu boten die Fahnenabordnungen ein buntes Bild. In der Festpredigt ging Pfarrer Ruhs darauf ein, dass die eigentlichen Schätze die Menschen sind, die bereit sind, 24 Stunden rund um die Uhr Dienst für uns zu leisten, auszurücken und oft nicht wissen, was sie erwartet. „Die Feuerwehr als Teil und Baustein des Himmelreiches Gottes auf Erden? Warum nicht? Jesus erwähnt in seiner Geschichte nicht, wie gläubig der barmherzige Samariter war und wie oft er in die Synagoge ging“, so Ruhs. Aber ein gelegentlicher Kirchenbesuch würde nicht schaden. Am Festsonntag war die katholische Kirche beim ökumenischen Gottesdienst bis auf den letzten Platz besetzt. Das gemeinsam gesungene Lied „Wir wollen Menschen schützen“ passte zum Thema. Der evangelische Kirchenchor Sacrappella erfreute mit einem Lied.
Ein langer Festzug zog, angeführt von der Stadtkapelle Eschenbach, zum Feuerwehrhaus. Kommandant Timo Krauß blickte auf Umbau und Anbau des Feuerwehrhauses sowie die neuen Fahrzeuge mit ihrer Ausrüstung zurück. Er dankte dem Marktrat Mantel, Bürgermeister Richard Kammerer, dem Landkreis Neustadt/WN, dem Freistaat Bayern und dem Bund für die Unterstützung. „Wenn wir auf das Gebäude und die Fahrzeuge blicken, sehen wir weit mehr als Holz, Beton und Technik. Wir sehen Menschen, die bereit sind, ihre Freizeit zu opfern, um anderen zu helfen.“ Vorstand Johannes Lippik begrüßte die Ehrengäste. Pfarrer Andreas Ruhs und Pfarrvikar Robert Amandu segneten Feuerwehrhaus und Fahrzeuge.
Eine Investition in die Zukunft
Für Bürgermeister Richard Kammerer war es ein Tag mit mehreren besonderen Anlässen. „Das ist eine Investition in die Zukunft.“ Kammerer überreichte Spenden vom Markt Mantel und vom Vereinskartell. Stellvertretende Landrätin Andrea Lang lobte die Investition in die Sicherheit der Bürger und der Heimat. Sie übergab eine Spende des Landkreises. MdL Dr. Stephan Oetzinger lobte die Fördermittel aus öffentlichen Kassen und die Beteiligung des Bundes. Kreisbrandinspektor Wolfgang Schwarz erklärte, dass die letzten Waldbrände gezeigt haben, dass das Geld gut angelegt ist. Architekt Norbert Thiel leitete zusammen mit Markus Goldhammer vom Atelier 13 die Bauarbeiten. Er lobte die Feuerwehr für ihre konkreten Ideen und die Eigenleistung und übergab symbolisch den Schlüssel für das Gebäude. Mathias Hausmann, Geschäftsführer der Firma Lentner, die den Aufbau der Fahrzeuge durchgeführt hatte, überreichte den symbolischen Schlüssel für die Fahrzeuge. Nach der Bayernhymne von der Stadtkapelle Eschenbach ging es in den gemütlichen Teil des Festes über mit Mittagessen, Steaks, Bratwürsten, Pommes und Getränken. Das Tortenbüfett zum Kaffee war überwältigend.
Die Manteler Bevölkerung zeigte durch den hervorragenden Besuch der Veranstaltung, dass sie die Feuerwehr zu schätzen weiß. Für die Kinder stand eine Hüpfburg bereit.
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