Schleuserring: Mutmaßlicher Organisator muss sich vor Landgericht Weiden verantworten

Schleuserring: Mutmaßlicher Organisator muss sich vor Landgericht Weiden verantworten
Zum Prozessauftakt gab es ein Verständigungsgespräch. Die 1. Strafkammer unter Vorsitz von Peter Werner stellte bei einem Geständnis um die 6 Jahre Haft in Aussicht. Das lehnte der Angeklagte nach längerer Diskussion mit seinen Verteidigern Rouven Colbatz und Johanna Mathäser (Freilassing) ab. Somit muss in eine aufwändige Beweisaufnahme eingestiegen werden (Fortsetzung 11. März).
Die Touren machten deshalb Schlagzeilen, weil die Fahrer recht waghalsig unterwegs waren. Die Fahrten erfolgten in normalen Pkw, wie einem VW T-Roc. Bis zu fünf Männer saßen im Kofferraum, bis zu sieben Personen drängten sich auf der Rücksitzbank. Dazu kamen halsbrecherische Geschwindigkeiten von bis zu 180 km/h, etwa bei einer Flucht vor der österreichischen Polizei. Dieser Fahrer stand dazu auch noch unter Einfluss von Kokain.
Schleuser-Tour endet an Raststätte Waldnaabtal
Es ist der vierte Prozess bei der Justiz Weiden gegen diesen Schleuserring. Insgesamt sollen sechs Männer für die Schleusungen verantwortlich gewesen sein: vier als Fahrer, zwei als Organisatoren. Zuletzt verhängte die Strafkammer am Landgericht Weiden gegen den zweiten Organisator Bilal A. zu 5 Jahren 9 Monaten Haft, wobei dabei eine andere Strafe einbezogen wurde.
Qusay A. (34), der aktuell vor der Strafkammer des Landgerichts Weiden steht, saß nicht selbst am Steuer. Er und der schon verurteilte Bilal A. sollen Organisatoren gewesen sein. Sie heuerten die Fahrer an. Sie gaben per Smartphone die Standorte durch, in denen Geschleuste in Zagreb aufgepickt wurden. Während der Touren soll Qusay A. in ständigem Telefonkontakt zu den Fahrern gestanden sein.
Der Fall wird in Weiden verhandelt, weil die letzte der vier angeklagten Fahrten an der Raststätte Waldnaabtal-Ost auf der A93 endete.
„Unmenschliche und erniedrigende Bedingungen“
Staatsanwalt Matthias Bauer kreidete den Tätern besonders die lebensgefährdende Art der Schleusungen an, außerdem die unmenschlichen und erniedrigenden Bedingungen. Den Geschleusten stand auf der 10-stündigen Fahrt ohne Pause ab Kroatien weder Essen noch Trinken noch eine Möglichkeit zur Verrichtung der Notdurft zur Verfügung. Auch wurde zu keinem Zeitpunkt ein Verlassen des Pkws ermöglicht.
Staatsanwalt Bauer misst dem Angeklagten eine übergeordnete Rolle bei. Er beschaffte Fahrer und koordinierte die Abholung bis zum Zielort. Der 34-Jährige soll ein ganzes Bündel an Alias-Namen benutzt haben: El Chapo, Abu Firas, Abu Basel, Alberto Meister, Abet, Live.
Am Nachmittag wurde als erster Zeuge der zweite Organisator, Bilal A., angehört, der derzeit seine Haftstrafe absitzt. Wie Verteidiger Colbatz im Anschluss an die Vernehmung mitteilte, erkannte der angebliche Kumpan den Angeklagten nicht. Er habe ihn nie getroffen und nie gesehen. Auch die Alias-Namen konnten laut Colbatz seinem Mandanten nicht zugeordnet werden; sie stünden für andere Personen.
Nicht der erste Prozess gegen Schleuserring
Es ist der vierte Prozess bei der Justiz Weiden gegen diesen Schleuserring. Insgesamt sollen sechs Männer für die Schleusungen verantwortlich gewesen sein: vier als Fahrer, zwei als Organisatoren.
Sie sollen 39 Syrer von Kroatien nach Deutschland gebracht haben. Zuletzt verhängte die Strafkammer am Landgericht Weiden gegen den zweiten Organisator Bilal A. 5 Jahre und 9 Monate Haft.

Schleuser vor Gericht: Drei Mann im Kofferraum, Kokain und 180 km/h
Weiden. In Weiden steht seit Dienstag ein mutmaßliches Mitglied einer syrischen Schleuser-Organisation vor Gericht. Dem 28-Jährigen aus Damaskus wird vorgeworfen, die illegale Einreise von mindestens 39 Landsleuten über Kroatien und Österreich mitorganisiert zu haben.




