Alpen Film Festival gastiert mit fünf Filmen in Weiden
Alpen Film Festival gastiert mit fünf Filmen in Weiden

September 2026: Jährlich wählt ein Team aus Autoren, Filmemachern und Alpinisten fünf der besten Bergfilme aus, die auf große Tour durch Europa gehen dürfen, um zu begeistern und das Kulturgut Alpinismus auf die Leinwand zu zaubern. Am 12. Oktober gastiert das Alpen Film Festival für eine Vorstellung in Weiden.
Hauptfilm und Programm
Der Hauptfilm „Nanga Parbat – Echoes of Sisyphus“ ist der große alpinistische und philosophische Fixpunkt des Abends: Ein Film, der die Zuschauer mitnimmt in die Todeszone und in das Mindset eines Alpinisten, der über zwölf Jahre versucht, im Himalaja den Schicksalsberg der Deutschen zu besteigen. Die Kamera geht dabei jeden Schritt und jeden Atemzug in Bereiche, in denen zuvor noch nie eine Kamera war. Das Programm wird live vom Team präsentiert: „Wir versprechen euch viele Blicke hinter das, was die Kamera nicht zeigt“, so Festivalleiterin Sandra Freudenberg, die als Autorin zahlreicher Bergbücher bekannt ist.
Alpen Film Festival
- Neue Welt Kinocenter Weiden
- Montag, 12. Oktober, 19.30 Uhr
- Fichtestraße 6, 92637 Weiden
- Tickets
Fünf Filme und Live-Moderation
Der Extrem-Bergsteiger David Göttler (48) steht an der Spitze des internationalen Höhenbergsteigens, als er Karriere, Ansehen und Respekt riskiert. Über zwölf Jahre scheitert er an ein und demselben Berg, dem Nanga Parbat. Im Film „Nanga Parbat – Echoes of Sisyphus“ wird erzählt, was es bedeutet, am „Schicksalsberg der Deutschen“ immer wieder zu scheitern. Das filmische Epos ist exklusiv in diesem Programm zu sehen.
„Ein ganz normales Leben“ porträtiert ein bergnarrisches Ehepaar (86 und 87 Jahre alt), das seit rund 60 Jahren gemeinsam klettert, reist, trainiert und Abenteuer erlebt. Der Film ist heiter, berührend und überraschend tief: eine Reflexion darüber, wie Freiheit, Liebe, Verantwortung und gelebte Werte über ein ganzes Leben hinweg zusammenfinden können.
„Steile Karrieren“ richtet den Blick auf die Arbeit am Bergwald. Die Pflege und Sanierung eines intakten Schutzwaldes ist kein schneller Erfolg, sondern ein Generationenprojekt. Der Film zeigt, wie viel Geduld, Wissen und Verantwortung nötig sind, damit Bergregionen auch in Zukunft geschützt bleiben.
In „50-50“ stehen die Alpinistinnen Ines Papert und Sarah Hueniken im Mittelpunkt. Der Film erzählt von Seilschaft als etwas, das weit über gemeinsames Klettern hinausgeht. Eine gute Seilschaft ist Vertrauen, Verständnis, gegenseitige Stärkung. Papert und Hueniken zeigen, dass Erfahrung, Reife und Freundschaft eine eigene Kraft entfalten — und dass Alter im Bergsport nicht das Ende von Möglichkeiten bedeutet, sondern manchmal erst deren Vertiefung.
Den Film „Fathom“ hätte es eigentlich nie geben sollen. Die Brüder Jakob und Matthias Weger werden in den Dolomiten von einem Schneebrett erfasst. Aus einem Freeride-Abenteuer wird eine Konfrontation mit der Realität des Risikos. Der Film fragt, ob Bergsportfilme nur Heldengeschichten erzählen dürfen — oder ob sie auch die bitteren Momente zeigen müssen, aus denen echtes Lernen entsteht.
Moderation und Anspruch
Das 105-minütige Filmprogramm wird begleitet von einer Moderation, die das, was nicht auf der Leinwand zu sehen ist, hervorbringt. Tom Dauer und Sandra Freudenberg, die das Festival gegründet haben, stehen dafür ein, nur Filme zu zeigen, die das Kulturgut Alpinismus repräsentieren. Auf KI und Einfluss Dritter wird verzichtet.
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