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VR Bank Nopf
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Bockboanig [ˈbɔkbaɪ̯nɪç]: Willkommen im PlemPlem-Land

Nordoberpfalz. Wir leben im PlemPlem-Land und wir springen von einer (geistigen) Spitzenleistung zur nächsten. Nur so fühlen sich die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland wohl: Wir sind wütend, enttäuscht und fühlen uns wie eine Figur von Kafka – hilflos einer unsichtbaren Macht ausgeliefert, oder kurz: Da geht was. Eine kopfschüttelnde Glosse.

Bockboanig [ˈbɔkbaɪ̯nɪç]: Willkommen im PlemPlem-Land

Foto: OberpfalzECHO

Wir Bürger von Schilda haben es nicht leicht, Gott sei Dank, denn das Wehklagen über jedweden Unbill des Daseins liegt einfach in unserer DNA. Trotzdem leben wir auf einem Niveau, um das uns 80 Prozent der Weltbevölkerung beneiden. Aber von solchen Randdetails lassen wir uns doch nicht beirren, und so klagen wir fröhlich weiter.

Ein Klassiker ist selbstverständlich das Wehklagen über die neue Bundesregierung und der unglaubliche Schock, dass der/die eine oder andere Minister/in seinem/ihrem Job nicht gewachsen ist. Auch wenn das „Politisieren“ eigentlich dazugehört, ist es in Zeiten von Social Media inzwischen unerträglich – aber trotzdem wie ein Unfall auf der Autobahn: schlimm, aber man muss hinschauen. Und schon hat einen die KI am Wickel und schlägt permanent weitere geistige Kleinodien vor. Wir sitzen alle in der Falle.

Nach der Wahl ist vor dem Wal

Die ganze Bundesrepublik bangt um Wal Timmy. Die engagierten Bürgerinnen und Bürger sind so in Rage, dass ihnen sogar das Thunfischsteak aus dem Discounter nicht mehr so richtig schmeckt. Gut, dass wir noch die günstigen Hähnchenbrustfilets in der Tiefkühltruhe haben. Ein Herz für Tiere in Schwarz-Rot-Gold – so etwas gibt es wirklich nur bei uns.

Echtes menschliches Leid an den Tankstellen

Nur eines berührt uns mehr als das Schicksal des armen Timmy – und das ist der Spritpreis. Augenblicklich spielen sich herzzerreißende Szenen an den Tankstellen ab – wird der Besitzer eines 80.000 Euro-Dreitonnen-SUVs seine Kinder noch ernähren können? Drama, Baby, Drama! Und dann darf sich der Verbrenner-Fetischist auch noch von den Pussys mit ihren E-Mobilen auslachen lassen. Noch mehr Drama. Wer ist da eigentlich noch Timmy?

„Die, die früh aufstehen und hart arbeiten“

Keine Phrase ist augenblicklich zu staubig, als dass sie nicht aus der rhetorischen Mottenkiste geholt werden kann. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass uns der Kanzler auffordert, dass wir uns mal wieder auf den Hosenboden setzen müssen, pardauz! So ein Diffeldöffel, die Ähnlichkeit mit dem Lehrer Lämpel von Wilhelm Busch kommt nicht von ungefähr.

Marie-Louise, du rockst das!

Es ist eine absolute Sensation in der Fußball-Bundesliga: Marie-Louise Eta wird Cheftrainerin bei Union Berlin. Man hört sie ja förmlich rollen, die Testikel aus den Hosen von Basler & Co. Absolut einmalig – warum eigentlich? Eigentlich ist es doch inzwischen überall in der echten Berufswelt gang und gäbe, dass kompetente Frauen am Ruder sind, und das ist doch auch gut so.

Stadtwerke Amberg
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Grundgesetzexperten, wohin das Auge reicht

Es werden leider immer mehr, die meinen, unseren lieben, guten alten Grundgesetz in die Hose fassen zu müssen. Sie biegen es sich halt einfach so hin, wie sie es benötigen. Früher war es nur der Klassiker „Das wird man in Deutschland ja wohl noch sagen dürfen“, jetzt sind scheinbar alle zu den großen Freiheitskämpfern geworden. Zumindest, wenn es gerade passt.

Hier müsste man wieder mit Vernunft, Anstand und auch Hirn agieren und interpretieren, aber das ist augenscheinlich dermaßen aus der Zeit gefallen, dass sich nur noch wenige daran erinnern, wie behutsam man mit der Pfahlwurzel unserer Demokratie eigentlich umgehen muss.

Und hier noch einige Gedankensplitter des aktuellen Wahnsinns:

  • Agent Orange hält sich also für Jesus. PlemPlem – noch Fragen?
  • Maß & Ziel, Anstand & Hirn? Was soll das denn, benötigt kein Mensch in unseren Breiten. Aber boshaft können wir – und das besser denn je.
  • Und nicht vergessen: Gender-* geht immer, wie herrlich beide Seiten schäumen!
  • Sie können es einfach nicht lassen: Gendern, erneuerbare Energien & Co.? „Kenn ma net, woll’n ma net, hamma ja noch nie g’habt!“ Die beste Voraussetzung für den wirtschaftlichen Wachstumsmotor…

Optimismus – ein Versuch

Es wird schwer, einen halbwegs optimistischen Abschluss zu diesem Thema zu finden. Am besten, wir begeben uns mal von der Metaebene auf unsere kleine Scholle und machen uns auf die Suche nach Positivem.

Und siehe da – ein herzerfrischendes Kinderlachen, ein Ehrenamtlicher, der sich für seinen Verein aufarbeitet, oder einfach „eine guade Haut“, ein herzensguter Mensch, den man kennenlernen durfte. Geht doch, wenn man nicht mit verkniffenem Gesicht und zusammengezwicktem Gesäß durchs Leben geht.

Und dann bekommen wir auch unsere großen Probleme – die ja einfach nur anspruchsvolle Herausforderungen sind – in den Griff. So einfach wär’s.

Wir schaffen das!