Geht schon was? Schwammerlsucher hoffen auf Regen
Geht schon was? Schwammerlsucher hoffen auf Regen

Wer in diesen Tagen mit Korb und Messer durch die Wälder der Oberpfalz zieht, muss noch etwas Geduld mitbringen. Der Saisonstart fällt in Bayern bislang eher mager aus. Die anhaltende Trockenheit hat dafür gesorgt, dass vielerorts nur wenige Fruchtkörper aus dem Boden kommen. Das eigentliche Pilzgeflecht lebt zwar weiter unter der Erde – für einen kräftigen Wachstumsschub braucht es nun aber ergiebigen Regen.
Allerdings hat unser Kollege einen kleinen Hoffnungschimmer für alle Schwammerlfreunde, die nicht mehr warten wollen:
Wo er die gefunden hat? Das wird natürlich, so wie es sich gehört, nicht verraten..
Ein kräftiger Regen kann die Saison drehen
Abgeschrieben ist das Schwammerljahr keineswegs. Gerade der September und Oktober gelten als klassische Hauptmonate für viele beliebte Waldpilze. Folgen auf Regen einige milde Tage und Nächte, können Pilze innerhalb kurzer Zeit aus dem Boden schießen.
Die Wälder der Oberpfalz bieten grundsätzlich beste Voraussetzungen für eine große Artenvielfalt. In Nadel- und Mischwäldern können Sammler unter anderem auf Steinpilze, Maronenröhrlinge und Pfifferlinge treffen. Wo genau die besten Plätze liegen, bleibt unter erfahrenen Schwammerlsuchern allerdings traditionell ein gut gehütetes Geheimnis.
Nur sammeln, was wirklich sicher bestimmt ist
Mit der Freude über einen vollen Korb wächst allerdings auch das Risiko von Verwechslungen. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Nur Pilze essen, die zweifelsfrei bestimmt werden können.
Von einer alleinigen Bestimmung über Handy-Apps rät auch die Deutsche Gesellschaft für Mykologie ab. Automatische Bilderkennung kann zwar Hinweise liefern, aber auch falsche Ergebnisse produzieren. Bei Unsicherheit sollte der Fund von einem geprüften Pilzsachverständigen kontrolliert werden. Auch sehr junge Exemplare können problematisch sein, weil typische Erkennungsmerkmale teilweise noch nicht vollständig ausgeprägt sind.
Korb statt Plastiktüte
Beim Sammeln empfiehlt sich ein luftiger Korb. In Plastiktüten können Pilze schnell warm und feucht werden und verderben. Alte, matschige, stark madige oder angeschimmelte Exemplare gehören ebenfalls nicht in die Küche.
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit weist darauf hin, dass gerade Wildpilze sehr leicht verderben. Sie sollten möglichst schnell verarbeitet und vollständig durchgegart werden.
Wie viele Pilze darf man mitnehmen?
Auch beim Sammeln selbst gelten Regeln. Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt Pilze an frei zugänglichen Stellen in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf zu sammeln. Ein Freibrief für volle Kofferräume ist das also nicht.
Generell gilt: Nicht jeden Pilz mitnehmen, den Waldboden möglichst wenig beschädigen und unbekannte beziehungsweise seltene Exemplare besser stehen lassen.
Bei Vergiftungsverdacht keine Zeit verlieren
Treten nach einer Pilzmahlzeit Beschwerden auf oder besteht der Verdacht, einen giftigen Pilz gegessen zu haben, sollte schnell gehandelt werden. Bei schweren Symptomen gilt 112, außerdem ist der Giftnotruf München unter 089 19240 erreichbar. Pilz- und Speisereste sollten nach Möglichkeit aufbewahrt werden, da sie bei der Bestimmung helfen können. Von Hausmitteln oder selbst ausgelöstem Erbrechen raten Fachleute ausdrücklich ab.
Für Oberpfälzer Schwammerlsucher dürfte in den kommenden Wochen deshalb vor allem der Blick auf den Himmel spannend werden. Der Korb kann aber schon einmal bereitgestellt werden – nur die Schwammerl müssen noch mitspielen.




