Glocke der Wolfgangskapelle in Wittschau erklingt wieder
Glocke der Wolfgangskapelle in Wittschau erklingt wieder
In Wittschau, einem Ortsteil der Marktgemeinde Leuchtenberg, feierten Einwohner und Gäste die erneute Segnung der Glocke der St. Wolfgangs-Kapelle. Das 300 Jahre alte Geläut stammt aus der früheren Kirche des Ortes und gilt als einziges erhaltenes Relikt. Kriegsbedingte Beschlagnahmen trafen die Glocke nicht, sie blieb erhalten und prägt bis heute die Ortsgeschichte.
Historisches Geläut ertönt wieder
Weil der Klang nicht mehr schön war, beauftragte der Verein zur Förderung der Dorfkapelle die Firma Perner aus Passau mit der Überholung. Die Fachleute restaurierten das vollelektronische Schlagwerk, und die Wittschauer tragen die Kosten aus der Vereinskasse.
Diakon Ulrich Wabra segnete die Glocke gemeinsam mit den Wittschauern nach einer Andacht in der Kapelle. Als Vorsitzender des Vereins erklärte Wolfgang Malzer die Bedeutung des Geläuts und betonte, dass die Glocke nun wieder regelmäßig zu hören ist, „wenn auch etwas lauter als in der Vergangenheit.“ Mit Blick auf die Rolle von Glocken sagte der Diakon: „Es gibt viele Signaltöne, Handy oder Martinshorn und es zeigt auf, ich bin gemeint damit. Ein besonderes Signal sind die Glocken in unseren Dörfern und Städten und sie sind auf das Gloria gestimmt. Es ist was schönes, wenn man im Dorf den Glockenschlag hört. Sie läuten für viele Anlässe, schöne und traurige, und laden zum Gebet ein und wenn die Glocken läuten kommt Gott in unsere Mitte,“. Danach trug Sabrina Norgauer die Lesung vor, und alle beteten beim Erklingen der restaurierten Glocke gemeinsam das Vater unser.
Segnung in luftiger Höhe
Für die Segnung am Turm setzte Arnold Schmeidl seinen mit Blumen geschmückten Teleskoplader ein. Auf der Ladefläche fuhr der Diakon nach oben und erteilte in großer Höhe erneut den kirchlichen Segen.
Die Wittschauer dankten dem Geistlichen mit Applaus für die ungewohnte, schwindelerregende Aufgabe. Zugleich pflegt die Gemeinde die Tradition der Kapelle, die dem Diözesanheiligen St. Wolfgang geweiht ist und zu dessen Ehren jedes Jahr ein Gottesdienst in der Dorfkapelle stattfindet.
Baugeschichte der Kapelle
Bereits im Juni 1952 ließ Sägewerksbesitzer Georg Kraus durch Baumeister Sepp Reger aus Weiden einen Vorentwurf für eine Kapelle erstellen. Wegen dringlicher anderer Projekte wie der Wasserleitung verschoben die Verantwortlichen das Vorhaben, passten Pläne an und reduzierten die Zahl der Sitzplätze von 80 auf 30. Nach viel Schriftverkehr brachten Rudolf Herlt und allen voran Georg Kraus das Projekt voran, sodass am 26. Oktober 1974 die Einweihung der Kapelle als Mittelpunkt Wittschaus erfolgte.
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