Ein Weidener wird Deutschlands ranghöchster Soldat
Ein Weidener wird Deutschlands ranghöchster Soldat
Der nächste Generalinspekteur der Bundeswehr kommt aus Weiden: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat Christian Freuding für den höchsten militärischen Posten bestimmt. Der bisherige Inspekteur des Heeres soll im Februar 2027 auf Carsten Breuer folgen. Das teilte das Verteidigungsministerium am 5. November mit. Breuer wurde im September zum Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses gewählt.
Abitur am Augustinus, Badminton beim Turnerbund
Freuding wurde 1971 in Weiden geboren und besuchte hier die Schule. Sein Abitur machte er am Augustinus-Gymnasium. In seiner Freizeit spielte er in der Badmintonmannschaft des Turnerbunds – lange bevor seine beruflichen Aufgaben ihn ins Verteidigungsministerium und in internationale Einsätze führten.
Auch als General kehrte Freuding zurück: Im Juni 2026 besuchte er den Tag der Bundeswehr in der Weidener Major-Radloff-Kaserne. Dort suchte er das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern und sprach über die Aufgaben der Streitkräfte.
Offizier, Politikwissenschaftler und Kommandeur
Seine militärische Laufbahn begann 1990 bei den Panzeraufklärern in Ebern. Anschließend studierte Freuding Politikwissenschaft an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Seine Ausbildung führte ihn später auch nach Großbritannien.
Freuding kennt die Bundeswehr aus unterschiedlichen Perspektiven: Er führte Soldaten als Kompaniechef, Bataillons- und Brigadekommandeur. Auslandseinsätze führten ihn nach Sarajevo in Bosnien und Herzegowina sowie nach Kundus in Afghanistan. Von 2019 bis 2022 kommandierte er die Panzerlehrbrigade 9 in Munster.
Bekannt durch seine Erklärungen zum Ukrainekrieg
Vielen Menschen dürfte Freuding vor allem aus dem Bundeswehrformat „Nachgefragt“ bekannt sein. Dort erläuterte er wiederholt die militärische Lage im Ukrainekrieg. Nach Angaben der Bundeswehr war er zwischen April 2022 und Oktober 2025 insgesamt 15-mal zu Gast – häufiger als jede andere Führungskraft der Streitkräfte. Die Gespräche erscheinen auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Bundeswehr.
Parallel übernahm Freuding zentrale Aufgaben in Berlin: Ab 2022 leitete er den Sonderstab Ukraine und koordinierte die deutsche militärische Unterstützung für das angegriffene Land. Von 2023 bis 2025 führte er den Planungs- und Führungsstab im Verteidigungsministerium. Im Oktober 2025 übernahm er die Führung des Heeres.
Bei der Bekanntgabe der Personalentscheidung hob Pistorius insbesondere Freudings Erfahrungen mit den technischen Entwicklungen des Ukrainekrieges hervor. Als Beispiel nannte der Minister die Aufstellung des ersten Drohnenregiments im Heer.




