House Run Weiden: Wenn der DJ mit den Läufern durch die Stadt zieht

House Run Weiden: Wenn der DJ mit den Läufern durch die Stadt zieht
Wie ist die Idee zum House Run entstanden?
Eigentlich ganz unspektakulär – in einer Mittagspause. Wir saßen zu dritt zusammen – Martin Neuhaus, Thomas Binner und Moritz Zeitler – und haben darüber gesprochen, welche coolen Lauf- und Community-Formate es mittlerweile in anderen Städten gibt. Irgendwann kam die Frage auf: Warum eigentlich nicht auch in Weiden?
Aus diesem typischen „Eigentlich müsste man mal …“ wurde dann ziemlich schnell ein „Dann machen wir es halt“. Von Anfang an war die Idee aber nicht, einfach noch einen weiteren Lauf zu organisieren. Wir wollten Laufen, House Music, Community und einen guten Zweck miteinander verbinden. Ohne Wettkampf, ohne Zeitmessung und ohne Bestzeitenjagd. Einfach gemeinsam einen richtig guten Abend haben.
Wie kam es dazu, dass ihr das Projekt gemeinsam aufzieht?
Vielleicht ist gerade unsere Mischung das Interessante daran. Thomas Binner bringt viel Erfahrung aus dem Veranstaltungsbereich, ein großes Netzwerk und insbesondere seine langjährige Verbindung zu Just Friends e. V. mit.
Martin Neuhaus hat den NOFI-Lauf mit ins Leben gerufen und ihn rund zehn Jahre organisatorisch begleitet. Da ist natürlich einiges an Erfahrung vorhanden, was Strecken, Behörden, Sicherheit und die Organisation einer Laufveranstaltung betrifft.
Und Moritz Zeitler kommt als Fußballer der SpVgg Weiden unmittelbar aus dem aktiven Sport und bringt noch einmal eine andere Generation und Perspektive mit ein.
Wir haben also ziemlich unterschiedliche Hintergründe – aber genau das funktioniert erstaunlich gut.
Warum braucht Weiden aus eurer Sicht so ein neues Lauf-Format?
Ob Weiden den House Run wirklich „braucht“, sollen am Ende die Läuferinnen und Läufer entscheiden. Wir hatten einfach das Gefühl, dass es Platz für ein anderes Format gibt.
Weiden hat eine aktive Sportszene und viele Menschen, die Lust auf Musik, Bewegung und gemeinschaftliche Veranstaltungen haben. Warum also nicht alles miteinander verbinden?
Ein weiterer Gedanke ist, künftig mit wechselnden Start- und Zielbereichen zu arbeiten. Wir können uns gut vorstellen, besondere Orte in Weiden und vielleicht auch in anderen Städten einzubinden – zum Beispiel Restaurants, Cafés, Bäckereien, Modegeschäfte oder andere interessante Locations. Der Vernetzungs- und Community-Gedanke ist für uns mindestens genauso wichtig wie der sportliche Teil.
Was unterscheidet den House Run von einem klassischen Volks- oder Firmenlauf?
Eigentlich ziemlich viel – außer, dass auch bei uns gelaufen wird. Es gibt keine Zeitmessung, keine Platzierungen und keinen Sieger.
Unsere rund 6,4 Kilometer sollen möglichst gemeinsam gelaufen werden. Wir peilen ein moderates Tempo von ungefähr 6:30 bis 7:00 Minuten pro Kilometer an. Es geht nicht darum, wer als Erster ankommt. Im Idealfall starten wir zusammen, laufen zusammen und kommen auch möglichst gemeinsam wieder an.
Und danach ist eben nicht sofort Schluss. Der After Run mit Musik, Getränken, Gesprächen und neuen Bekanntschaften gehört für uns genauso zum Erlebnis.
Und wo kommt die House Music ins Spiel?
Das dürfte einer der größten Unterschiede zu einem normalen Lauf sein. Unser DJ fährt tatsächlich mit.
Dafür haben wir ein spezielles Begleitfahrzeug, das sich im Lauftempo innerhalb der Gruppe bewegt. Von dort kommt während des Runs die House Music. Man könnte sagen: ein bisschen Clubgefühl – nur eben auf Laufschuhen.
Wie sportlich muss man für den House Run sein?
Man muss definitiv kein Wettkampfläufer sein. Wer 6,4 Kilometer bei ungefähr 6:30 bis 7:00 Minuten pro Kilometer vernünftig laufen kann, sollte gut zurechtkommen.
Eine gewisse Grundkondition sollte natürlich vorhanden sein. Gleichzeitig möchten wir ausdrücklich keine Leute am Start haben, die meinen, vorne eine persönliche Bestzeit laufen zu müssen. Der gemeinsame Run steht im Mittelpunkt.
Welcher gute Zweck steckt dahinter?
Uns war relativ früh klar, dass wir die Aufmerksamkeit rund um den House Run gerne auch nutzen möchten, um etwas Gutes in der Region zu bewirken und einen sozialen Zweck zu unterstützen.
Die Teilnahme selbst bleibt trotzdem kostenlos. Uns gefällt der Gedanke, dass niemand Eintritt oder Startgebühr bezahlen muss. Wer das Projekt und den guten Zweck unterstützen möchte, soll das freiwillig tun können.
Wie viele können teilnehmen – und wie ist die Resonanz?
Für die Premiere haben wir ganz bewusst bei 165 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gedeckelt. Wir wollen beim ersten Mal nicht möglichst groß werden. Uns ist viel wichtiger, dass das Konzept funktioniert, die Gruppe zusammenbleibt und die Leute am Ende sagen: Das war ein richtig guter Abend.
Mit der bisherigen Resonanz haben wir allerdings selbst nicht gerechnet: Nach nur vier Tagen waren bereits 145 der 165 Plätze vergeben. Das hat uns schon ein bisschen umgehauen. Inzwischen führen wir eine Warteliste.
Welche Rolle spielt Just Friends?
Mit Just Friends e. V. haben wir durch den Kontakt von Thomas Binner einen institutionellen Rahmen gefunden, der sehr gut zu unserem Gedanken passt.
Just Friends steht seit Jahren dafür, Menschen zusammenzubringen, gemeinsam zu feiern und gleichzeitig soziale Projekte zu unterstützen. Der House Run interpretiert diesen Community-Gedanken einfach etwas anders: Wir treffen uns nicht erst auf der Tanzfläche, sondern zunächst in Laufschuhen.
Ist der 23. September ein Experiment oder soll daraus mehr werden?
Ganz klar: Zunächst zählt für uns der 23. September. Deshalb heißt es auch bewusst „The First House Run in Weiden“.
Wir wollen jetzt nicht schon von riesigen Teilnehmerzahlen oder zehn Veranstaltungen sprechen, bevor wir überhaupt den ersten Run gemacht haben. Aber natürlich machen wir uns Gedanken darüber, was daraus entstehen könnte.
Und das Verrückte ist: Es gibt schon vor der ersten Veranstaltung Interesse aus anderen Städten. Trotzdem wollen wir nicht zu schnell zu groß werden. Der House Run soll seinen besonderen Charakter behalten.
Was wäre für euch ein perfekter erster House Run?
Wenn rund 165 Menschen gemeinsam durch Weiden laufen, die Musik funktioniert, die Stimmung gut ist, alle sicher wieder ankommen und anschließend noch gemeinsam beim After Run zusammensitzen – dann sind wir schon ziemlich glücklich.
Und wenn uns am Ende jemand fragt: „Wann machen wir das wieder?“ – dann wissen wir wahrscheinlich, dass aus dieser Mittagspausenidee tatsächlich etwas geworden ist.
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