Neues Café Bahn&Bohne belebt Kulturbahnhof in Wiesau

Neues Café Bahn&Bohne belebt Kulturbahnhof in Wiesau
Diese Macherin ist Kristina Konrad. Angefangen hat alles mit einer Frage. Bürgermeister Toni Dutz kam auf sie zu: Ob sie nicht Lust hätte, im neuen Bahnhof ein Café zu eröffnen? „Zuerst hab ich gesagt: Das mach ich nicht“, erzählt sie. Zu viel Verantwortung. Doch dann standen die beiden gemeinsam im Bahnhof – und Kristina hat die Neugier gepackt. Es war ein guter Ort. Sie war positiv überrascht! Das war 2024. Heute steht sie kurz vor der Eröffnung.
Vom Café Racer in den eigenen Laden
Aus dem Nichts kommt das nicht. Kristina Konrad ist gelernte Hauswirtschaftsmeisterin, hat in Rosenheim gelernt, in einem Münchner Privathaushalt gearbeitet – dann acht Jahre in einem Weidener Café. Eigentlich nur für ein Jahr gedacht, als Sprungbrett in die Selbstständigkeit. „Coole Chefin, coole Mitarbeiter“, sagt sie – und blieb. Später baute Kristina einen weiteren Gastro-Betrieb mit auf. „Da hab ich gemerkt: Das kann ich.“ So ist sie hineingewachsen, Schritt für Schritt.
Familie und Freunde waren begeistert, als sie von ihren Plänen erzählte. Nur der Opa zögerte erst. „Aber mittlerweile ist er auch Feuer und Flamme.“ Getragen haben sie ihre Freunde – mental, bei vielen Entscheidungen. Den Rest hat sie selbst gestemmt.
Ein Konzept in saftigem Moosgrün
Der Name liegt am Bahnhof nah – „Bahn&Bohne“. Die Handschrift dahinter ist ganz ihre eigene. Kristina ist Jägerin, und das sieht man: Natur-, Grün- und Erdtöne, warmes Holz. Ewig hat sie nach den richtigen Fliesen gesucht, bis sie sie fand – ein saftiges Moosgrün, eigens aus Spanien importiert. Sie weiß, was sie will, und hat eine Liebe zum Detail. Das sieht man an den Speisekarten mit Grafiken, der Auswahl ihrer Einrichtung: lässig-charmant, zum Wohlfühlen.
Und weil Kristina Jägerin ist, gibt es auch Jägerware. Schon als Kind hat sie der Papa mit auf die Jagd genommen, dabei war das kleine Mädchen direkt „on fire“, sagt sie und lacht. Heute macht sie Salami, Würste und Wildleberkäse selbst. Immer wieder wird also Wild auf der Karte landen: Pulled Wildschwein, belegte Semmeln und Brote, Wildgulasch als Mittagessen. Daneben Avocado-Toast und ein Toast mit Grillgemüse und Hummus, von allem, das Freude bereitet, etwas.
Auch ihre zweite Leidenschaft wandert ins Café: Seit 2024 ist Kristina zertifizierte Kräuterführerin, stellt Tinkturen, Tees und Salben her. Im „Bahn&Bohne“ gibt es dafür auch Wildkräuter. Der Kaffee kommt aus Weiden, von „Roast Royce“ – ein Kumpel, der selbst röstet. Auch hier sieht man: Da sind Macher am Werk, die einander mitziehen.
Vom Frühkaffee bis zum Super-Sonntag
Geöffnet ist ab dem 15. Juli, Mittwoch bis Sonntag, von 8 bis 17 Uhr. Warum ausgerechnet Mitte Juli? „Ganz ehrlich: Weil ich nicht noch zwei Wochen länger warten wollte.“ Selbstbedienung, unkompliziert. Und weil gute Ideen im Freundeskreis wachsen, gibt es auch ein wöchentliches Special: „Es braucht einen Super-Sonntag“, haben ihre Freunde gesagt! Daher ist sonntags von 10 bis 14 Uhr Happy Hour – mit Mimosas und Pils. Die Kuchen sind alle selbst gebacken, von Kristina und ihrem Team. Fünf sind sie aktuell, in Minijobs. Läuft alles gut, wird die Küche wachsen – ausgestattet ist sie längst, weil die Kommune das Equipment gleich ins Projekt integriert hat.
Unterm Dach des Kulturbahnhofs
„Bahn&Bohne“ steht nicht allein. Im Kulturbahnhof finden sich bald eine Frauenärztin, der VdK, die Bücherei, ein Veranstaltungsraum und eventuell noch mehr – direkt am Gleis. Ein Haus, in dem Alt und Jung aufeinandertreffen, und Kristinas Café mittendrin als gemeinsames Wohnzimmer. „Jeder soll kommen“, sagt sie. Außerhalb der Öffnungszeiten lässt sich das Café für private Feiern mieten, bis zu 50 Personen. Und sobald der Bahnhof ganz fertig ist, zieht das Café auch nach draußen – dann lassen sich in der Wiesauer Sonne die Züge beobachten und der neu gestaltete Bahnhofsflair genießen.
Was bleibt
Was Kristina Konrad auszeichnet, spürt man schon jetzt: viel Esprit, eine große Portion Gelassenheit und echte Freude am Tun. Aus einer Frage ist ein Ort geworden, aus einem leeren Bahnhof ein Treffpunkt. Und niemand macht so etwas allein: Kristina ist Teil des HeimatUnternehmer-Netzwerks der NordOberpfalz, und auch von den Aktivsenioren hat sie Unterstützung bekommen. Netzwerk, Kommune, Bürgermeister, Aktive, Freunde – all das bereichert und trägt.
Manchmal braucht es die rechte Frage zum rechten Moment und den Mut, anzufangen. Die Vorfreude ist groß! Am 15. Juli, ab 8 Uhr, ist es so weit. Der erste Espresso läuft. Willkommen im „Bahn&Bohne“.
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