Ökolandbau überzeugt beim Vortrag zu Klima und Umwelt in Windischeschenbach
Ökolandbau überzeugt beim Vortrag zu Klima und Umwelt in Windischeschenbach
Rund 25 fachlich interessierte Teilnehmende folgten der Einladung der Öko-Modellregion Steinwald zum Abendvortrag von Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen von der Technischen Universität München ins Geo-Zentrum an der KTB Windischeschenbach. Im Mittelpunkt stand das Thema „Umwelt- und Klimaschutzleistungen des ökologischen Landbaus“, das der Referent anschaulich und fundiert präsentierte.
Ökolandbau und Klimaschutz: Langzeitstudie liefert belastbare Daten
Auf Grundlage einer umfangreichen Langzeitstudie erläuterte Prof. Hülsbergen die Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlicher Bewirtschaftung, Klimaschutz und Umweltwirkungen. Dabei stellte er zahlreiche Zahlen und Auswertungen aus einem deutschlandweiten Netzwerk von Pilotbetrieben vor, in dem unter anderem Stickstoffkreisläufe, Humusbilanzen, Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen untersucht werden.
Besonders deutlich wurde, dass vielfältige Fruchtfolgen mit Leguminosen, flächengebundene Tierhaltung und geschlossene betriebliche Stoffkreisläufe wesentlich zum Humusaufbau und zur Kohlenstoffbindung im Boden beitragen – alles Prinzipien der ökologischen Wirtschaftsweise. So zeigen die Ergebnisse, dass Bio-Betriebe aufgrund dessen im Vergleich zu konventionellen Systemen häufig geringere Treibhausgasemissionen pro Fläche und Produkt sowie eine höhere Energieeffizienz aufweisen. Ein wesentlicher Faktor dabei ist das Verbot des Einsatzes von künstlich hergestellten Stickstoffdüngern im Ökolandbau, da diese mit hohem Energieaufwand produziert werden.
Milchvieh, Methan und Klimabilanz: Einordnung der Effekte
Nebenbei erläuterte er noch die Zusammenhänge, warum Milchviehbetriebe, egal ob bio oder konventionell, im gesamtbetrieblichen Vergleich zu reinen Ackerbaubetrieben niedrigere Treibhausgasemissionen aufweisen – entgegen der landläufigen Annahme der hohen Klimaschädlichkeit von Kühen. „Man könnte meinen, das Wichtigste, was die Kuh produziert, ist Methan, aber das Wichtigste, was sie produziert, ist doch Milch!“, scherzte Hülsbergen und verwies darauf, dass nicht isoliert die Methanproduktion der Kuh betrachtet werden kann. In der Gesamtschau werden zum Beispiel für die Rinderfütterung Grünland und Kleegras gebraucht, die enorme CO2-Speicherfähigkeiten haben und gegenbilanziert werden müssen.
Mit vielen praxisnahen Beispielen machte der Referent die komplexen Zusammenhänge verständlich und verdeutlichte, welches Potenzial der Ökolandbau für den Klima- und Umweltschutz bietet. Auch die volkswirtschaftlichen Vorteile durch vermiedene Umwelt- und Folgekosten wurden anschaulich dargestellt. Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zu einer lebhaften Diskussion und stellten zahlreiche Fragen zu regionalen und betrieblichen Umsetzungsmöglichkeiten. Das große Interesse zeigte, dass das Thema nachhaltige Landwirtschaft und Klimaschutz in der Region auf breite Resonanz stößt.
Große Resonanz und Teil des Winterprogramms der Bio-Erlebnisse
Die Veranstaltung war Teil des Winterprogramms der Bio-Erlebnisse der Öko-Modellregion Steinwald. Das positive Fazit der Besucherinnen und Besucher: Ein informativer, kurzweiliger und fachlich hochwertiger Abend, der zum Nachdenken und Weiterhandeln anregte.






