Oh Kirwa, lou ned nou: Kirwa-Auftakt mit 13 Paaren und 24-Meter-Baum in Speinshart

Oh Kirwa, lou ned nou: Kirwa-Auftakt mit 13 Paaren und 24-Meter-Baum in Speinshart
Kirwa-Auftakt in Speinshart: Feierlaune im Klosterhof
Ein bisschen wie im siebten Himmel befinden sich die Kirwa-Boum- und Moidla zum Auftakt der Spoinsater Kirwa. Auch das auf gute Laune geeichte Kirwa-Volk ist hin und weg.
Wer houd Kirwa riefen am Freitagabend die Tanzpaare in das weite Rund des Klosterhofes – und das Publikum antwortete erwartungsfroh „Mir hom Kirwa“. Hunderte von Besuchern, unter ihnen Landtagsvizepräsident Tobias Reiß und Bürgermeister Albert Nickl, zeigten sich schon zum Start der Speinsharter Kirchweih in ansteckender Feierlaune. Für die Speinsharter und ihr Kloster ein Glaubensbekenntnis. „Lebt alle wie ein Herz und eine Seele zusammen“, heißt es in einer Regel des hl. Augustinus, nach der auch die Prämonstratenser leben. Glaube und Freude zu teilen, dazu passte auch der Kirwa-Auftakt.
Herzöffner für das Fröhlichsein
Das Kirwa-Volk schätzt diese Christenbotschaft auch mit Blick auf die neuerwachte Brauchtumspflege. Speinsharts Kirchweih dient als Herzöffner für das Fröhlichsein. Trachten und Volksmusi, Kirwabaum und Austanzen, ein knuspriges Spanferkel vom Grill und der Himmel in weiß-blau: In Speinshart triumphierte zum Kirwa-Auftakt das bayerische Lebensgefühl. Es sind Brauchtum, Traditionen und das dörfliche Gemeinschaftsleben gleichermaßen, die das „bayerisch beinand“ hochleben lassen. Jeder durfte bei diesem „Volksfest“ dabei sein.
Baumaufstellen mit Manneskraft
Im Klosterdorf begann diese Sause wie gewohnt mit dem Aufstellen eines 24 Meter langen Kirwabaumes. Ein mächtiges Ding, das schon als Maibaum diente. Beim Aufstellen waren kräftige Kerle und ein „Kommandant“ gefragt. Starke Männer, die sich überwiegend aus Mitgliedern des neugegründeten Kirwa-Vereins um die Vorstände Moritz Schmidt und Lukas Braun und der Landjugend mit dem Führungsduo Christian Rodler und Lara Diepold rekrutierten und mit dem „Hansbauer-Jo“ einen erfahrenen Regisseur in ihren Reihen hatten. Diese Brauchtumspflege wiederzubeleben, geht Speinshart seit Jahren bei den Kirwa-Bräuchen mit gutem Beispiel voran. Erst recht, nachdem der neue Kirwa-Verein die Mitglieder der Landjugend unterstützt.
13 Paare zelebrieren das Austanzen
Eine starke Gemeinschaft, die zudem beim Austanzen des Kirwabaumes um den soeben fest verankerten und gesicherten Kirwabaum zur Geltung kam. Musikalisch begleitet vom Horrido Express ging es im wahrsten Sinne des Wortes rund. Nach vielen Proben zelebrierten 13 Kirwa-Paare in fescher Tracht das Austanzen. Eine temperamentvolle Zeremonie mit der Botschaft: „Heid danz ma um den Kirwabam mit seiner gröina Spitz, döi Boum und Moidla hupfen rum und Spoinsad kummt in d*Hitz“. Eindeutig war auch die Antwort auf die Fragestellung „Wer houd die schönsten Kirwamoidla?“ Selbstverständlich haben die Spoinsader die schönsten Moidla. Darüber gab es auf dem Festplatz zwischen Wieskapelle und der Klosterkirche unerschütterliche Solidaritätsbekundungen.
Die herzhaften Kirwa-Schmankerln lieferten in der Folge die Unterlage für eine „Nacht der Tracht“, so das Motto des feucht-fröhlichen Feierns im Festzelt mit dem Horrido Express als Stimmungsmacher. Längst gehört auch das „Derblecken“ zur köstlichen Bereicherung der Speinsharter Kirwa-Gaudi. Darüber wird in einem weiteren Bericht informiert.
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