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OTH Amberg-Weiden
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Zum allerletzten Mal fürstliches Sauerkraut für die Untertanen von Waldthurn

Waldthurn. Eine besondere Fahrt nach Tschechien stand kürzlich für den Waldthurner Bürgermeister Georg Bocka, Altbürgermeister Josef Beimler und Petra Reil, ehrenamtliche Geschäftsführerin des Waldthurner Gänsbürgerladens, auf dem Programm. Zum letzten Mal ging es nach Křimice bei Pilsen, um für die Waldthurner „Untertanen“ das beliebte fürstliche Sauerkraut und den Krautsalat aus dem Hause Lobkowicz abzuholen. Foto: Petra Reil

Zum allerletzten Mal fürstliches Sauerkraut für die Untertanen von Waldthurn

Bürgermeister Georg Bocka und die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Waldthurner „Gänsbürgerladens“, Petra Reil beladen in Křimice bei Pilsen das Fahrzeug zum allerletzten Mal mit fürstlichen Sauerkraut für die „Untertanen“ von Waldthurn.
Ankunft am Gänsbürgerladen in Waldthurn: Bürgermeister Georg Bocka und die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Waldthurner „Gänsbürgerladens“, Petra Reil (rechts) überbringen zum allerletzten Mal das fürstliche Sauerkraut aus Křimice bei Pilsen für die „Untertanen“ von Waldthurn. In der Mitte: Martina Pankotsch – Mitarbeiterin vom Gänsbürgerladen.

Produktionsende: Ende September 2026

Seit acht Jahren besteht die besondere Verbindung zwischen dem Waldthurner Dorfladen und der Krautfabrik der Familie von Lobkowicz. Rund alle zwei Monate wurde die Fahrt nach Křimice unternommen. Mit der Schließung der traditionsreichen Sauerkrautfabrik geht nun jedoch eine Ära zu Ende. Der Betrieb wird voraussichtlich Ende September 2026 eingestellt.
Das Fahrzeug der Oberpfälzer von der Sonnenseite des Fahrenbergs wurde mit Krautsalat und Krautsaft aus Böhmen für den Gänsbürgerladen beladen. Das frische Kraut erfreut sich bei den Waldthurnern seit Jahren großer Beliebtheit und wurde exklusiv im Gänsbürgerladen angeboten.

Besuch im Fürstenhaus

Für Bürgermeister Georg Bocka war die Fahrt zugleich ein besonderer Antrittsbesuch. Gemeinsam mit Josef Beimler und Petra Reil traf er Fürstin Elisabeth und Fürst Jaroslav von Lobkowicz. Die Begegnung unterstrich die enge Verbindung zwischen Waldthurn und dem traditionsreichen böhmischen Fürstenhaus, das einst über Jahrhunderte die Herrschaft in Waldthurn innehatte.
Fürstin Elisabeth bedauerte die bevorstehende Schließung der Krautfabrik. Gleichzeitig verwies sie auf die veränderten Einkaufs- und Ernährungsgewohnheiten. Auch in Tschechien würden die Menschen ihre Lebensmittel zunehmend im Supermarkt kaufen. Traditionelle Produkte und regionale Erzeugnisse hätten es dadurch schwerer.

Lebendige Freundschaft

Für Waldthurn endet damit eine liebgewonnene Tradition. Das „Fürstliche Sauerkraut für die Untertanen von Waldthurn“ wird es nur noch für kurze Zeit geben. Das letzte frische Kraut aus Křimice ist noch einmal im Marktladen Waldthurn erhältlich.
Die letzte Krautfahrt war damit weit mehr als der Abschied von einem besonderen Produkt. Sie markierte zugleich einen weiteren Höhepunkt in der langen, lebendigen Freundschaft zwischen Waldthurn und dem Hause Lobkowicz.

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