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Sagen und Mythen - Wanderführung in und um Tännesberg

Tännesberg.Die Geschichte von Tännesberg ließ die Schaukampfgruppe Schwertbrecher aufleben. An verschiedenen Stationen rund um den Schloßberg wurde erzählt und mit entsprechenden Szenen nachvollzogen.

Sagen und Mythen - Wanderführung in und um Tännesberg

Schaukampfgruppe Schwertbrecher. Foto.Josef Glas
Einführung in die Geschichte von Tännesberg am Eingang des „Geologischen Lehrpfads“. Foto.Josef Glas
An den verschiedenen Stationen werden Sagen und Mythen erzählt. Foto.Josef Glas
Die „Paulsdorfer“ erzählen aus ihrem Leben. Foto. Josef Glas
Mittelalterliche Kampfszenen. Foto.Josef Gals

Mit einer eindrucksvollen Moderation von Silke Biegerl und lebensnahen Szenen der Schaukampfgruppe Schwertbrecher, lebte die Geschichte von Tännesberg rund um den Schloßberg auf. Wie Sagen und Legenden entstanden sind wurde von „Waschweibern und Bauern“ vorgetragen. Auch kriegerische Szenen und die Wehr der Bauern wurde dargestellt.

Erste Ansiedlungen

So wurde zu Beginn des Rundgangs am Eingang des „Geologischen Lehrpfads“ die erste Ansiedlung um 160 bis 400 nach Christus durch die Kelten, die durch germanische Stämme verdrängt wurden aber in der Völkerwanderung im 4. und 5. Jahrhundert mit anderen Stämmen verschmolzen, erklärt. Die Namensforschung leitet den Namen Tännesberg von Tegenisperge aus dem altdeutschen Thegan ab. Die Gründung wird durch die Namensbedeutung spätestens im 10. Jahrhundert vermutet.

Wie Tännesberg entstand

Die Slawen brachten durch erste Rodungen Siedlungen in den Osten Bayerns. Im 10. und 11. Jahrhundert war das Grenzgebiet Cham -das Tor zum Osten- und Nabburg eine wichtige Pufferzone des Heiligen Römischen Reiches gegenüber den slawischen Gebieten im Osten. Aufgrund der Verflechtungen mit großen Adelsfamilien der Diepoldinger Richtung viel Tännesberg unter deren Einfluß. Im 12. Jahrhundert wurde Tännesberg erstmals urkundlich erwähnt. Als Zeugen wurden 1150 ein Otto von Tegenisperge zusammen mit einem Reginger de Tenegenisperc -Dienstleute der Diepoldinger- erwähnt. Diese Urkunde findet sich im Traditionskodex des Klosters Reichenbach. Nachdem die Diepoldinger Markgrafen von Vohburg und Cham als auch Graf Gebhard III von Sulzbach ohne Erben starben traten die Grafen von Ortenburg das Erbe an und damit kamen die Oldenburgischen Ministerialen von Paulsdorf auf die Burg. Die Pfarrei Tännesberg wurde erstmals 1300 genannt, hervorgehend aus Unterlagen mit einem Streit des Etzgersrieder Pfarrers. Nach dem Verkauf der Burg an die Wittelsbacher 1394 wurde durch Pfalzgraf Johann 1412 das Marktrecht verliehen. Von der Nähe zur „Goldenen Straße“ zwischen Prag und Nürnberg profitierte auch Tännesberg und kam so zu wirtschaftlichem Wohlstand. Die politische Bedeutung wurde durch den Bau der Ringmauer im Jahre 1570 unterstrichen.

St. Jodok

St. Jodok, die einzige Kirche in der Oberpfalz, die diesem Heiligen gewidmet ist, soll 1090 gegründet worden sein, läßt sich aber schriftlich nicht belegen. Nur mündliche Überlieferungen weisen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die erste urkundliche Erwähnung kam erst im Jahre 1550, als eine Lagebeschreibung der Kirche erfaßt wurde. Aufzeichnungen der Pfarrei St. Jodok in Landshut zufolge wurden aber bereits 1338 die Reliquien des Heiligen im Reich, unter anderem auch in Tännesberg, verteilt. Im 30-jährigen Krieg wurde sie komplett zerstört und erst 1689 in der heutige Form gebaut. Als Patron der Pilger, Kranken, Fischer und Bauern wurde der Heilige damals, wie heute, um Fürsprache angerufen. So geht auch der „St. Jodok-Ritt“ auf dessen Hilfe zurück, als eine verheerende Viehseuche in Tännesberg zu Ende ging.

Krieg, Brände und Krankheiten

Nachdem Tännesberg kein militärisches Ziel war, blieb der Ort bis zum 30jährigen Krieg, wo er durch plünderische Truppen und den Schweden fast ausgelöscht wurde, verschont. Dazu kam auch noch 1634 die Pest und ein Brand in den Jahren 1639 und 1642. Für den Wiederaufbau wurden die Überreste der großen Burg der Paulsdorfer als Baumaterial für neues Leben verwendet.

Nachbarn Sagen und Mythen ranken sich auch um die Burgen Wildstein und Kunzenstein. So sollen die Burgen mit unterirdischen Gängen verbunden sein. Ebenso wird von verborgenen Schätzen gesprochen, die man im 19. Jahrhundert durch Grabungen finden wollte.

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