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Konzertabend mit Duncan Woods begeistert in Bärnau

Bärnau. Eine laue Sommernacht, hochkarätige Live-Musik und eine Atmosphäre voller Spontanität. Der Innenhof „Zur Post“ wurde am Wochenende zum Schauplatz eines ganz besonderen Open-Air-Konzerts. Der australische Singer-Songwriter Duncan Woods gastierte mit seinen musikalischen Freunden auf der Bärnauer Freiluftbühne und zog die anwesenden Zuhörer von der ersten Minute an in seinen Bann. Auch wenn einige gekommen waren, hätte dieses musikalische Highlight definitiv ein noch größeres Publikum verdient gehabt.

Konzertabend mit Duncan Woods begeistert in Bärnau

Foto: Peter Gattaut
Foto: Peter Gattaut

Zusammen mit David Obremski am Piano und Bass sowie der stimmgewaltigen Sängerin Genevieve Kenworthy aus Australien bot Duncan Woods ein Programm, das sich jeder Vorgabe entzog. Woods agierte wie eine lebende Musikbox, die auf Knopfdruck jeden beliebigen Song abrufen kann. Ohne feste Setliste wurde aus dem Stegreif Song für Song gespielt. David Obremski, der bereits seit über drei Jahren zum festen Ensemble gehört, beherrschte diese Kunst der spontanen Mit-Improvisation ebenfalls in Perfektion. Die dadurch entstehende kreative Spannung auf der Bühne übertrug sich spürbar auf das Publikum und machte den Abend zu einem dynamischen Erlebnis aus Folk-, Reggae- und Neo-Soul-Klängen.

Vielfältiges Repertoire und überraschende Cover

Schon der Auftaktsong „The Demons“ setzte das Fundament für ein abwechslungsreiches Repertoire. Neben bekannten Eigenkompositionen wie „In this Water“ präsentierte Woods auch sehr persönliche Stücke, darunter die emotionale Hochzeits-Ode an seine Ehefrau, „My Home is You“. Auch brandneue Titel wie das Stück „Stone“ feierten Premiere vor den Bärnauer Gästen. Neben den eigenen Werken glänzte die Band mit völlig neu interpretierten Coverversionen. So verwandelten sie Chers Welthit „Believe“ in eine überraschende Country-Nummer und verliehen Paul Simons Klassiker „50 Ways to leave your Lover“ eine ganz eigene persönliche Note. Vor der Zugabe verabschiedete sich das Trio zunächst mit „Coming Home“, dem bis dato bekanntesten und erfolgreichsten Song des Musikers.

Für eine besondere Überraschung sorgten die deutschsprachigen Titel des Abends. Neben dem Song „Brandstetter“ stach vor allem die Zugabe „Diska“ heraus. Hierbei holte sich Duncan Woods Unterstützung von Mitveranstalter Peter Zettelmann auf die Bühne. Die Entstehungsgeschichte des Liedes sorgte beim Publikum für Schmunzeln. Bei einem Besuch in Bärnau vor zwei Jahren ließ sich Woods vom Werbeslogan am Fenster des örtlichen Supermarktes inspirieren. Aus den Worten „Alles nah, alles da, alles freundlich, alles klar“ formte er einen Song, der mittlerweile in seiner Heimat Australien zu einem echten Renner geworden ist. Jedes Konzert von Duncan Woods ist ein Unikat.

Ausblick: Rückkehr nach Bärnau geplant

Die begeisterten Gäste zeigten sich einig, dass sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sein werden. Ein Wiedersehen ist bereits fest eingeplant: Am 10. Juli 2027 wird Duncan Woods für das nächste Freiluft-Konzert nach Bärnau zurückkehren.

Werdegang – Duncan Woods

Duncan Woods, geboren in Simbabwe, verbrachte seine frühe Kindheit in Afrika, bevor seine Familie nach Australien auswanderte. Dort fand er seine erste große Liebe – die Musik. Inspiriert von der rauen Natur und der entspannten Surfer-Kultur griff er zur Gitarre und entwickelte schnell seinen ganz eigenen, rhythmischen Stil. Seine heutige australische Homebase liegt in der lebendigen Küstenstadt Newcastle. Die Liebe führte den Singer-Songwriter schließlich nach Deutschland, genauer gesagt nach Würzburg, der Heimatstadt seiner Ehefrau. Wenn in Australien der Winter einkehrt, packt er seine Koffer und verbringt die europäischen Sommermonate in Unterfranken. Diese ständigen Ortswechsel spiegeln sich unverkennbar in seiner Musik wider.

Woods lässt sich in keine Schublade stecken. Seine Basis ist der klassische Folk, doch auch Reggae-, Funk- und Neo-Soul-Klänge sind herauszuhören. Gepaart mit schnellen, fast gerappten Gesangseinlagen entsteht ein treibender, sonniger Sound, der selbst melancholische Themen in tanzbare Rhythmen verwandelt. Den weltweiten Durchbruch feierte er jedoch durch ein Experiment. Die Zusammenarbeit mit dem Deep-House-Projekt Frank & Friedrich brachte die Single „Coming Home“ hervor.

Der Track entwickelte sich zu einem gigantischen Streaming-Hit und katapultierte die unverkennbare Stimme des Australiers in die Playlists von Millionen elektronischer Musikfans weltweit. Ob vor Tausenden Menschen auf großen Festivals oder im intimen Kreis bei einem Wohnzimmer- oder Hinterhofkonzert – Woods performt immer mit derselben intensiven Energie. Unterstützt wird er dabei oft von einem wechselnden Kollektiv internationaler Musiker, die er auf seinen Reisen kennenlernt.

Interview mit Duncan Woods

Foto: Peter Gattaut
Foto: Peter Gattaut

Peter Gattaut: Es heißt, dass du aktuell an einem neuen Album arbeitest. Was können wir von deinen neuesten Songs erwarten und wie unterscheiden sich diese von deinen früheren Alben wie zum Beispiel „Together on the Road“?

Duncan Woods: Ja, das stimmt. Das neue Werk heißt „Restless Heart“ und wird noch in diesem Sommer erscheinen. Es ist mehr eine Auswahl eigener Songs aus dem Hier und Jetzt. Das unterscheidet das Album von den anderen, die sich mehr auf die Vergangenheit und Rückblicke konzentriert haben.

Pflege Oberpfalz
Pflege Oberpfalz

Du hast einmal im Interview gesagt: „Tu nichts, was du nicht tun willst, denn du wirst sterben!“ Wie spiegelt sich diese Lebensphilosophie in deinen aktuellen Songs wider?

Duncan Woods: Man sollte das machen, was einem Spaß macht, aber natürlich niemandem damit schaden, die eigenen Erwartungen nicht so hoch schrauben und Spontanität im Leben genießen. Eine Botschaft, die sich in meinen Texten öfter finden lässt.

Welche deutsche Angewohnheit hast du inzwischen fest in deinen Alltag übernommen?

Duncan Woods: Beim Prosttrinken seinem Gegenüber in die Augen schauen. In Australien ist das nicht gang und gäbe.

Du bist neben der Musik auch ausgebildeter Physiotherapeut. Du hast dich selbst mal scherzhaft als „Musiotherapeut“ bezeichnet. Inwiefern hat das Heilen von Körpern Gemeinsamkeiten mit dem Schreiben von Songs?

Duncan Woods: Beide befassen sich mit dem Zusammenspiel von Kräften oder Ängsten. Sowohl der Physiotherapeut als auch der Songwriter können blockierte Strukturen wieder in den Fluss bekommen.

Du hast sehr früh angefangen, die Welt zu bereisen und dich durch diese Trips inspirieren zu lassen. Welcher Ort abseits der Bühne hat dich in letzter Zeit am meisten zu einem neuen Song inspiriert?

Duncan Woods: Zum Beispiel der Supermarkt Diska in Bärnau oder die Konditorei Brandstetter in Würzburg, aber natürlich auch herrliche Orte auf der ganzen Welt, die ich schon kennenlernen durfte.

Man sieht dich oft ganz allein mit deiner Gitarre auf der Bühne, manchmal aber auch mit einer kompletten Band im Rücken. Welche Auftritte fordern dich als Künstler mehr?

Duncan Woods: Beide Arten der Auftritte sind grundverschieden. Beim Soloprogramm bin ich völlig auf mich allein gestellt, mit der Band muss man den Einklang hinbekommen; man ist aber dafür wesentlich flexibler. Da ich aber das große Glück habe, mit sehr guten Musikern spielen zu können, gefällt mir das Band-Arrangement dann schon besser.

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