Musikalische Kirchenführung für einen guten Zweck
Musikalische Kirchenführung für einen guten Zweck
Rainer Christoph, dem ehemaligen Schulleiter der Grundschule Altenstadt/WN. liegen die Mutter-Anna-Kirche in Mühlberg und ihre Schätze ganz besonders am Herzen. Als Theresia Fichtl 2022 ihr Amt als Mesnerin der Wallfahrtskirche übernahm, entdeckte sie im Turm eine jahrhundertealte Madonnenfigur, eine Darstellung der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind. Sie war nach einer Kirchensanierung vor Jahrzehnten aus dem Blickfeld verschwunden und in Vergessenheit geraten. Vor allem die Stoffe der Kleidung wurden durch Sonneneinstrahlung stark in Mitleidenschaft gezogen, sodass die Figur restauriert werden muss. „Ziel ist es, die Madonna wieder in die Kirche zurückzubringen“, brachte es Christoph auf den Punkt.
Spendenaktion für Restaurierung einer Madonnen-Figur
Um die auf rund 4.000 Euro geschätzten Kosten, für die die Pfarreiengemeinschaft Heilige Familie Neustadt an der Waldnaab aufkommen muss, stemmen zu können, ist diese auf Spenden angewiesen. Christoph wollte seinen Beitrag dazu leisten und organisierte deshalb am Dienstagnachmittag eine Kirchenführung, die musikalisch von den „Zupfer-Moidln“ Waltraud und Renate mit wunderschönen Marienliedern begleitet wurde.
Annenkult seit dem 13. Jahrhundert
Der pensionierte Schulleiter gab den gut 60 Interessierten zunächst einen historischen Überblick über die Entstehung der Wallfahrtskirche, die erstmals wird um 1380 als „Kapelle auf dem Berg“ erwähnt wird und die dem Heiligen Nikolaus geweiht war. „Dessen gotische Figur krönt heute noch den Hochaltar“. In dessen Mitte steht in einem Glasschrein steht die Figur der „St. Anna Selbdritt“. Er ging auf die Symbolik der „göttlichen Drei“ sowie den „Annenkult“ ein, den es bereits seit dem 13. Jahrhundert gab. „Anna Selbdritt bezeichnet in der christlichen Ikonographie eine Darstellung der heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind. Der Bildtyp gehört zu den Andachtsbildern, die sich im späten Mittelalter besonders häufig und vielgestaltig in Deutschland und den Niederlanden, aber auch in Italien und Spanien herausgebildet haben“, wusste der Kirchenführer.
Tausende Wallfahrer aus dem Egerland
Interessantes hörten die Besucher von den ersten Prozessionen, dem Umbau und der Erweiterung der Kirche sowie den Wallfahrern aus dem Egerland. Die Höhepunkte der Wallfahrt aus dem Egerland erlebte Mühlberg zwischen 1700 und 1800. Von dort zogen Tausende Wallfahrer über Fuchsmühl nach Mühlberg und Neustadt, stets zwischen den Festen Peter und Paul und Maria Heimsuchung. „Aus dieser Zeit stammt auch das Mutter-Anna-Lied, das heute noch gesungen wird“.
Vorbildfunktion von Großeltern
Christoph sah in Mutter Anna auch ein Vorbild für die Funktion von Großeltern. Er habe es als Lehrer in den Schulen von der ersten bis zur neunten Klasse erlebt, wie Kinder verzweifelt gewesen seien. „Psychologen haben Hochkonjunktur mit instrumentalisierten, überforderten und mit Termin vollgepackten Kindern. Hinzu kommen prekäre Familiensituationen, hilfesuchende Eltern oder Alleinerziehende, die keine Großeltern haben“, stimmte er nachdenklich.
Musikalische Begleitung durch die Zupfer-Moidln
Weiter erklärte er die Altäre in dem Gotteshaus und deren Heiligenfiguren und erläuterte die verschiedenen Sanierungen der Kirche. Musikalisch unterstützt wurde er dabei von den „Zupfer-Moidln mit wunderschönen Marien-Liedern. Sie hatten sich unentgeltlich für die Spendenaktion zur Verfügung gestellt. Am Ende zeigte er sich hoffnungsvoll, dass die Kosten für die notwendige Restaurierung der Madonnenfigur durch Spenden gedeckt werden können. „Wir sind auf einem guten Weg“.
Spenden für die Restaurierung der Madonna können auf das Konto der Katholischen Kirchenstiftung Anna-Kirche Mühlberg überwiesen werden: IBAN: DE11 7535 1960 0240 2200 61, Betreff: Restaurierung Madonnenfigur St. Anna Mühlberg. Die Kirchenstiftung kann Spendenquittungen ausstellen.









