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Engagement gegen Mädchenbeschneidung in Amberg-Sulzbach

Amberg-Sulzbach. Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar informiert die Malihilfe über ihre Arbeit in Mali. Die WHO schätzt 200 Millionen Betroffene; jährlich sind drei Millionen Mädchen gefährdet.

Amberg-Sulzbach. Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar informiert die Malihilfe über ihre Arbeit in Mali. Die WHO schätzt 200 Millionen Betroffene; jährlich sind drei Millionen Mädchen gefährdet.
Schulung Seifenherstellung. Foto: Malihilfe

Engagement gegen Mädchenbeschneidung in Amberg-Sulzbach

Seit dem Jahr 2003 wird jedes Jahr am 6. Februar mit dem Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung auf die millionenfache Menschenrechtsverletzung aufmerksam gemacht, die Mädchen und junge Frauen erleiden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von weltweit über 200 Millionen beschnittenen Mädchen und Frauen aus; drei Millionen Mädchen sind jährlich gefährdet, Opfer einer Beschneidung zu werden. Dies ist Anlass für die Kreisgruppe Amberg-Sulzbach der LAG Malihilfe, auf diese Thematik hinzuweisen.

Aufklärung zum Internationalen Tag gegen Mädchenbeschneidung

Die LAG Malihilfe ist nicht nur im Bereich Gartenbau, Alphabetisierung oder Brunnenbau aktiv, sondern setzt auch die Kampagne gegen die Mädchenbeschneidung in einem der ärmsten Länder der Welt, in Mali, fort. Auch wenn derzeit die politische Lage in Mali schwierig ist, so setzt die Malihilfe, so der stellvertretende Vorsitzende Reinhold Strobl, ihre Arbeit trotzdem fort, solange das Geld dort ankommt, wo es ankommen soll.

Seit 2005 klärt die LAG Mali zusammen mit ihrem Partner AMSOPT im Landkreis Dioila über die Folgen der Mädchenbeschneidung erfolgreich auf. Inzwischen hat die Malihilfe die Kampagne von fünf auf 22 Dörfer ausgedehnt. Sie richtet sich an alle Erwachsenen, religiöse und dörfliche Würdenträger und folgt dem Leitsatz „überzeugen statt anklagen“. Auch 30 Geburtshelferinnen wurden mit gezielten Informationsworkshops einbezogen.

Einkommensschaffende Maßnahmen: Seifenproduktion für Frauengruppen

Auf Anfragen der Frauen und angesichts zunehmender Verarmung hat die Hilfsorganisation in der letzten Projektphase von 2021 bis 2022 auch die Seifenproduktion als einkommensschaffende Maßnahme für einzelne Frauengruppen mit Materialien und Workshops integriert. Darauf weist Vorstandsmitglied Petra Schilling hin.

Nach dem bewährten Konzept will AMSOPT (mit dieser NGO arbeitet die Malihilfe zusammen) die Kampagne mit den dörflichen Mediatoren, Radiosendungen und informativen Workshops fortsetzen und festigen. Dazu ist auch eine zum Thema geschulte Fachkraft ein Jahr lang eingesetzt. Geplant ist zudem die Übernahme medizinischer Behandlungskosten bei Frauen, die Komplikationen aufgrund der Beschneidung erleiden.

Weitere Themen: Kinderehen und Gewaltprävention

Neben den Informationen über die Folgen der Beschneidung sollen inhaltlich auch Kinderehen und Gewalt gegen Frauen thematisiert werden. Parallel dazu werden wieder 50 Frauen in der Seifenproduktion unterstützt, die ihnen Einkommen verschafft. Hintergrund ist, dass sich die Armutssituation der Landfrauen weiter verschärft hat.

WITRON – Schnuppertage
WITRON – Schnuppertage

Hier ist eine Schulung zur Seifenherstellung vorgesehen, ebenso wird entsprechendes Material zum Start der wirtschaftlichen Aktivitäten bereitgestellt. Neu ist, dass zehn Frauengruppen eigene Aktionen im Kampf gegen die Beschneidung entwickeln und durchführen sollen (Austausch zwischen den Dörfern). Dabei werden sie mit den dafür notwendigen Mitteln im Rahmen des Projekts unterstützt.