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Nach Freispruch im Weidener Champagner-Prozess: Theo Geene kämpft gegen Krebs

Weiden. Anderthalb Jahre saß Theo Geene in Untersuchungshaft, im April endete der aufsehenerregende „Champagner-Prozess“ am Landgericht Weiden mit einem Freispruch. Doch noch vor dem Urteil erhielt der Niederländer eine niederschmetternde Diagnose: Darmkrebs im Stadium IV. Nun sammelt er 85.000 Euro für eine Behandlung in Südafrika.

Weiden. Anderthalb Jahre saß Theo Geene in Untersuchungshaft, im April endete der aufsehenerregende „Champagner-Prozess“ am Landgericht Weiden mit einem Freispruch. Doch noch vor dem Urteil erhielt der Niederländer eine niederschmetternde Diagnose: Darmkrebs im Stadium IV. Nun sammelt er 85.000 Euro für eine Behandlung in Südafrika.
Theo Geene kämpft gegen Darmkrebs im Stadium IV. Mit einer Spendenaktion sammelt er Geld für eine Behandlung in Südafrika. Foto: privat/GoFundMe

Nach Freispruch im Weidener Champagner-Prozess: Theo Geene kämpft gegen Krebs

„Anderthalb Jahre lang kämpfte ich um meine Freiheit. Heute kämpfe ich um mein Leben.“ Mit diesen Worten beginnt der Spendenaufruf, den Theo Geene auf der Plattform GoFundMe veröffentlicht hat.

Sein Name ist in der Nordoberpfalz eng mit einem der ungewöhnlichsten Strafprozesse der vergangenen Jahre verbunden. Geene war im sogenannten Champagner-Prozess am Landgericht Weiden angeklagt. Es ging um eine mit MDMA versetzte Flasche Moët Ice, aus der im Februar 2022 in einem Lokal getrunken worden war. Acht Menschen erlitten Vergiftungen, ein Mann starb.

Geene saß rund anderthalb Jahre in Untersuchungshaft. Am 27. April 2026 wurde er freigesprochen. In seinem Spendenaufruf schreibt er, dass nach der Haft von seinem früheren Leben kaum noch etwas übrig gewesen sei. Er habe sein Unternehmen, sein Zuhause und sein Einkommen verloren.

Krebsdiagnose noch vor dem Freispruch

Doch noch bevor das Urteil gesprochen wurde, kam die nächste Hiobsbotschaft. Im Februar war der Haftbefehl aufgehoben worden, weil sich ein Freispruch abzeichnete. Wieder in Freiheit war in den Niederlanden Darmkrebs im Stadium IV mit Metastasen in der Leber diagnostiziert worden. Beschwerden hatte Theo Geene schon während seiner Inhaftierung in der Justizvollzugsanstalt Amberg, allerdings war die Ursache damals nicht erforscht worden.

Seitdem habe er versucht, die Erkrankung unter Kontrolle zu bekommen. Die Ergebnisse der jüngsten Untersuchungen seien jedoch schlecht ausgefallen. Die Tumoren seien weitergewachsen, berichtet Geene. Nach seiner Darstellung hätten ihm Ärzte mitgeteilt, dass ohne schnelle Behandlung seine Lebenserwartung sehr begrenzt sei. Aufgeben will er nicht. „Ich will leben“, schreibt Geene.

Hoffnung auf Behandlung in Kapstadt

Neue Hoffnung setzt der Niederländer auf eine Behandlung in Kapstadt. Dort möchte er sich in einer privaten Einrichtung einer individuell abgestimmten Chemotherapie in Verbindung mit weiteren, integrativen Behandlungen unterziehen.

Witron – Nachmittag der Ausbildung
Witron – Nachmittag der Ausbildung

Geene schreibt, der behandelnde Arzt sehe weiterhin Behandlungsmöglichkeiten und auch eine Chance auf Heilung. Diese Einschätzung stammt aus dem Spendenaufruf und lässt sich anhand der dort veröffentlichten Angaben nicht unabhängig medizinisch beurteilen. Geene selbst räumt ein, dass ihm niemand einen Behandlungserfolg versprechen könne.

Für Behandlung, Reise und Aufenthalt in Südafrika rechnet er mit Kosten von mindestens 85.000 Euro. Zusätzliche Therapien oder Komplikationen könnten die Summe nach seinen Angaben weiter erhöhen.

Warten auf eine mögliche Entschädigung

Finanzieren könne er die Behandlung derzeit nicht selbst. Die lange Untersuchungshaft habe ihn finanziell ruiniert, schreibt Geene. Wegen seiner Erkrankung könne er zudem nicht arbeiten.

Zugleich verweist er auf eine mögliche Entschädigung durch den deutschen Staat infolge seiner Untersuchungshaft. Auf dieses Geld warte er jedoch noch. Seine Erkrankung lasse ihm nach eigener Darstellung keine Zeit, dessen Auszahlung abzuwarten.

Deshalb wendet sich der Mann, der noch vor wenigen Monaten im Weidener Gerichtssaal um seinen Freispruch kämpfte, nun mit einer ganz anderen Bitte an die Öffentlichkeit. Er sammelt Spenden für seine Behandlung. „Jede Spende, unabhängig von ihrer Höhe, bringt mich der dringend notwendigen Behandlung näher“, schreibt Geene. Wer nicht spenden könne, könne ihm helfen, indem er seine Geschichte teile.

Auf GoFundMe sind derzeit 85.000 Euro als Spendenziel angegeben. Die Aktion wurde am 9. September gestartet.

Zum Nachlesen

Freispruch im Champagner-Prozess:
Nach 21 Verhandlungstagen sprach das Landgericht Weiden Theo Geene am 27. April 2026 frei.
Urteil im Champagner-Prozess: Freispruch für Niederländer Theo G.

Theo Geene im Podcast:
Nach dem Freispruch sprach Theo Geene über seine Zeit in Untersuchungshaft, seine Entlassung und seine Krebserkrankung.
Theo G. im Stevens-Podcast: „Ich habe getanzt“

Spendenaktion für die Krebsbehandlung:
Theo Geene sammelt über GoFundMe Spenden für eine Behandlung in Südafrika.
Zur Spendenaktion auf GoFundMe