60 neue Arbeitsplätze in der Stützelvilla in Windischeschenbach
60 neue Arbeitsplätze in der Stützelvilla in Windischeschenbach
„Mit der restaurierten Stützelvilla und dem hochmodernen Anbau zeigen wir, dass der Erhalt historischer Bausubstanz und zukunftsgerichtetes Bauen Hand in Hand gehen. Die sechzig neuen Arbeitsplätze in Windischeschenbach sind das Signal: Modernste Kartografie und der BayernAtlas haben ihre Heimat nicht nur in den Metropolen, sondern mitten im ländlichen Raum.“ Mit diesen klaren Aussagen leitete der Bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker die offizielle Übergabe der umfangreich renovierten, um- und ausgebauten Stützelvilla sowie des gelungenen Anbaus für die Außenstelle „Digitale Landkarten Bayern“ in Windischeschenbach als Außenstelle des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Waldsassen ein.
Einweihung der Außenstelle in der Stützelvilla
Daniel Kleffel, Präsident des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, hieß die Gäste zur offiziellen Einweihung der Außenstelle „Digitale Landkarten Bayern“ in der Stützelvilla willkommen. Die Gästeliste mit dem Bayerischen Finanz- und Heimatminister Albert Füracker an der Spitze war lang und damit der echte Beweis, dass diese Behörde für die neue Dienststelle in der ehrwürdigen Stützelvilla und dem langgezogenen, neuen hochmodernen Anbau eine ideale Lösung gefunden hat. Deshalb auch der Dank des Präsidenten an Landrat Andreas Meier für die Überlassung der Stützelvilla samt Areal für den symbolischen Preis von einem Euro und an Bürgermeister Karlheinz Budnik für die Unterstützung seitens der Stadt Windischeschenbach. Ausdrücklich verwies der Präsident auf die Personalsituation in dieser Dienststelle. „Wir haben an diesem jüngsten Standort siebzig Prozent der Kolleginnen und Kollegen neu eingestellt, was sich auch am Altersdurchschnitt zeigt.“ Zum Schluss seines Willkommensgrußes hob Präsident Kleffel nochmals das gute Verhältnis aller am Um- und Neubau beteiligten Firmen und Behörden hervor.
Minister Füracker betont Bedeutung für die Region
Finanz- und Heimatminister Albert Füracker sprach gleich zu Beginn seiner Ansprache von einem „Festtag“ sowohl für die Außenstelle des Bayerischen Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung mit dem Sitz in Waldsassen als auch für den Freistaat Bayern und die Region selbst. Minister Füracker erinnerte mit spaßigen Worten daran, dass Landrat Andreas Meier und Bürgermeister Karlheinz Budnik „völlig uneigennützig“ die Stützelvilla als adäquat für die Errichtung eines Außenstandortes samt Areal angeboten haben. „Die beiden wollten nur, dass es dem Freistaat Bayern gut geht.“ Albert Füracker setzte ein lustiges Bonmot ans andere und so wurde auch deutlich, dass der damalige Landtagsabgeordnete und jetzige Vizepräsident des Bayerischen Landtages, Tobias Reiß, erfolgreich bei der Entscheidung zugunsten von Windischeschenbach mit tätig war.
Albert Füracker hob auch die Notwendigkeit hervor, mit der offiziellen Einweihung ein Zeichen an die Bevölkerung zu geben. Ausdrücklich hob der Minister hervor, dass mit dieser Dienststelle auch die Möglichkeit geschaffen wurde, Ausbildungsplätze anzubieten, die es ohne diese Dienststelle nicht geben würde. „Damit werden für Windischeschenbach sechzig Arbeitsplätze geschaffen.“ An Landrat Andreas Meier gerichtet, meinte Minister Füracker, mit der Überlassung der Stützelvilla und des Areals für einen Euro sei der Gedanke der „Heimatstrategie“ bestens umgesetzt worden. Damit sei aber auch der lange Umsetzungszeitraum von zehn Jahren verbunden gewesen, räumte Albert Füracker ein. Jetzt seien hochqualifizierte digitale Arbeitsplätze geschaffen worden, die im ländlichen Raum nicht in dieser Fülle zu erwarten seien. „Bei uns im Haus wird nicht geredet und geschwätzt über Digitalisierung, sondern bei uns wird gemacht.“ Ganz klar die Meinung des Ministers zur viel gerühmten „künstlichen Intelligenz“: „Wir werden noch lange natürliche Intelligenz brauchen.“ Den jungen Kolleginnen und Kollegen sicherte Finanzminister Füracker alle Chancen als Beamtinnen und Beamten des Freistaates Bayern zu, auch die Erfüllung von Versetzungswünschen.
Offizielle Übergabe und Heimatstrategie
Der uneingeschränkte Dank Fürackers galt, ohne jegliche Namensnennung, denjenigen, die zur erfolgreichen Schaffung der Außenstelle „Digitale Landkarten Bayern“ in Windischeschenbach beigetragen haben. „Ganz offiziell werden heute diese Gebäude, die Stützelvilla und der Anbau, in den Dienst übergeben.“ Der neue Anbau und die Stützelvilla verbinden Tradition und Moderne, betonte Albert Füracker. „Die Heimatstrategie des Staates kann nie abgeschlossen werden.“ Damit verband er aber auch den Wunsch nach einer Heimatstrategie der Wirtschaft: Nördlich des Regensburger Tunnels sei die Welt mindestens so gut wie südlich des Tunnels, machte der Finanzminister deutlich. „Wir können nicht die Welt retten mit sechzig Arbeitsplätzen, was jedem bekannt ist, aber wir wollen Vorbild sein und ein Signal senden, dass wir als Staatsregierung an alle Regionen denken.“
Investitionen und historische Sanierung
Heimatminister Füracker hatte aber auch wichtige Zahlen mitgebracht: So investierte der Freistaat Bayern bis zu 22,8 Millionen Euro für den Neubau und die Sanierung der Stützelvilla. Bei den Umbauarbeiten wurde erreicht, dass die 1887 errichtete, denkmalgeschützte Neurenaissance-Villa weitgehend ihre ursprüngliche Raumaufteilung behalten hat. Eingeschlossen waren laut Füracker auch die Sanierung der Fresken und die Wiederherstellung der Malereien im Stil des Historismus und des Übergangs zum Jugendstil im Treppenhaus der Villa. Insgesamt wurden nach den Worten Fürackers rund 2.000 Quadratmeter moderne Nutz- und Büroflächen geschaffen sowie Räume für Aus- und Fortbildung.
Die Geistlichen Hubert Bartel und Thomas Berthold segneten nach Ansprachen die Räumlichkeiten.
Rückblick auf Bau und Entstehung
Elisabeth Bücherl-Beer, Architektin am Staatlichen Hochbauamt Amberg-Sulzbach, Bereichsleiterin des Fachbereiches Hochbau, beschrieb in einem wirklich absolut umfangreichen Rückblick die komplette Situation zur Entwicklung und Entstehung dieser Zweigstelle in Windischeschenbach. Sie verwies darauf, dass im Zuge der „Heimatstrategie“ und „Regionalisierung von Verwaltungen und Behörden“ seit 2015 in der nördlichen Oberpfalz sieben neue Behördenstandorte geschaffen wurden. Die Baustelle „Stützelvilla“ begann im Spätherbst 2021 mit dem Abbruch von Bestandsgebäuden und setzte sich mit Rohbauarbeiten und umfangreichen Restaurierungsarbeiten fort. Die besondere Herausforderung an dem jetzigen Standort seien die Malereien an den Wänden, den Decken und der Kuppel der Stützelvilla gewesen, berichtete Elisabeth Bücherl-Beer. Dies habe der Unterstützung bester Fachbehörden und Fachleute bedurft. Trotz des gewaltigen Anbaus bleibe aber die Stützelvilla die Mitte der baulichen Anlage, betonte die Bereichsleiterin Hochbau. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 22,8 Millionen Euro, einschließlich der Rekonstruktion der Malereien mit einem Kostenaufwand von 1,47 Millionen Euro. „Sie sind in jedem Fall ein Gewinn für Windischeschenbach und die Region“, schloss Elisabeth Bücherl-Beer ihren detaillierten Vortrag, der mit der symbolischen Schlüsselübergabe des Hauses an den Bayerischen Finanz- und Heimatminister Albert Füracker endete.











