Gedenkkundgebung in Amberg für Klaus-Peter Beer
Gedenkkundgebung in Amberg für Klaus-Peter Beer

Amberg, 3. September 2025. Das Bündnis gegen das Vergessen lädt am 7. September 2026 um 18 Uhr zu einer Gedenkkundgebung für Klaus-Peter Beer ein. Das Gedenken findet am Multifunktionsplatz statt und wird den Platz für eine kurze Zeit zum Klaus-Peter-Beer-Platz machen.
Gedenkkundgebung in Amberg: Erinnerung an Klaus-Peter Beer
Das Bündnis, bestehend aus Gewerkschaften, Parteijugendverbänden und antifaschistischen Vereinen und Initiativen, hat sich zusammengeschlossen, um das Gedenken an Klaus-Peter Beer, der am 7. September 1995 von zwei Neonazis in Amberg brutal ermordet wurde, wachzuhalten.
Aufarbeitung und Anerkennung rechter Gewalt
Wir wünschen, dem Vergessen entgegenzutreten. Jahrelang wurde von offizieller Seite über die Tat der Mantel des Schweigens gehüllt und extrem rechte Gewalt verharmlost. Erst 25 Jahre später und nur dank anhaltender Proteste wurde Klaus-Peter Beer als Opfer rechter Gewalt anerkannt. Erst 2020 wurde der Mord an Klaus-Peter Beer vom Landeskriminalamt Bayern als rechtsmotivierte Gewalttat in die polizeiliche Kriminalstatistik aufgenommen.
2022 veröffentlichte das Bündnis die umfassende Dokumentation „In Gedenken an Klaus‑Peter Beer“. Neonazistische Gewalt und antifaschistisches Erinnern in Amberg, die bundesweite Beachtung fand und mit dem renommierten Antirassismus-Preis „Die Gelbe Hand“ ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr wurde mit der Anbringung einer Gedenktafel in der Nähe des Tatorts eine langjährige Forderung des Bündnisses erfüllt.
Zeichen gegen Queerfeindlichkeit und für Sicherheit
Zum Opfer wurde Klaus-Peter Beer einzig, weil seine Homosexualität nicht in das faschistische Weltbild seiner Mörder passt. 2014 hat das BKA 184 Fälle politisch motivierter Kriminalität gegenüber queeren Menschen registriert. Für das Jahr 2025 sind wir bereits bei 2.377 Fällen. Mit der Kundgebung möchte das Bündnis deshalb auch ein Zeichen gegen queerfeindliche Gewalt setzen.
Auch heute sind queere Menschen wieder verstärkt Angriffen und Anfeindungen ausgesetzt. CSDs werden bedroht, Veranstaltungen gestört, queere Treffpunkte angegriffen. Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat 2025 245 CSDs protokolliert, wobei 110 durch Rechte und Rechtsextreme gestört wurden. Während rechte Hetze lauter wird, geraten Sichtbarkeit und Rechte queerer Menschen auch wieder verstärkt unter politischen Beschuss. Dagegen wollen wir laut sein!
Forderung: Umbenennung des Multifunktionsplatzes
Das Bündnis fordert unter anderem die Umbenennung des Multifunktionsplatzes in „Klaus-Peter-Beer-Platz“.
Hintergrund: Kunterbunt Amberg und die CSDs
Das queere Netzwerk Kunterbunt Amberg wurde im November 2018 gegründet. Das Netzwerk verbindet verschiedene Gruppen für queere Personen und Angehörige von queeren Personen in der Oberpfalz und Mittelfranken. Das Netzwerk organisiert mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern CSDs, darunter Amberg, Schwandorf, Cham und Weiden.
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