Historischer Spatenstich für Umgehungsstraße in Mantel
Historischer Spatenstich für Umgehungsstraße in Mantel
Historischer Tag in Mantel. Am Montag fand an der Hüttener Straße der erste Spatenstich für die lange ersehnte Ortsumgehung statt. Diesen bezeichnete Landrat Andreas Meier als historischen Tag.
Historischer Spatenstich für Ortsumgehung Mantel
„Wir stehen an einem Ort, an dem ein sehr langes Kapitel Verkehrsgeschichte, Gemeindegeschichte und Landkreisgeschichte sichtbar in eine neue Phase tritt.“ „Es ist ein Tag der Freude. Es geht nicht darum, wer sich diesen Erfolg zuschreibt, es geht darum, dass Mantel entlastet wird. Dafür setzen wir heute gemeinsam den ersten sichtbaren Spatenstich. Diese Ortsumgehung ist Teil einer über Jahrzehnte entwickelten Gesamtlinie entlang der NEW 21.“
Planerische Herausforderungen und Anerkennung der Bürgerinitiative
Die Ortsumgehung Mantel war planerisch, rechtlich und naturschutzrechtlich anspruchsvoll. Wir bewegen uns in einem sensiblen Naturraum. „Dieses Projekt ist nicht so lange gelaufen, weil sich niemand darum gekümmert hätte; es lief so lange, weil es schwierig war und weil es rechtlich, fachlich und naturschutzfachlich sauber gelöst werden musste.“ Auch die Bürgerinitiative hat dieses Anliegen der Entlastung der Bürger sichtbar gemacht und wachgehalten.
„Dieses Engagement erkenne ich ausdrücklich an“, so Meier. Zur Fairness gehört aber auch, die Geschichte richtig einzuordnen. Diese Umgehung beginnt nicht mit einer Bürgerinitiative, nicht mit einer Liste oder einem Wahlkampf. Sie beginnt Jahrzehnte früher mit Raumordnung, Planung, Verkehrsuntersuchungen, Finanzierungsfragen und vielen Menschen, die über lange Zeit Verantwortung getragen haben. Der Landrat dankte dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach für die fachliche Arbeit, dem Freistaat Bayern für die finanzielle Förderung und dem Markt Mantel mit dem Marktgemeinderat sowie dem Kreistag und den Grundstückseigentümern.
Technische Daten und Zeitplan
Leitender Baudirektor Tobias Bäumler stellte vor allem technische Daten heraus: die neue Haidenaabbrücke mit einer Gesamtlänge von 307 Metern und 13 Brückenfeldern. Ergänzt wird dies durch einen neuen Kreisverkehr auf der Hüttener Seite mit einem Durchmesser von 42 Metern, durch die Verlängerung des bestehenden Radwegs in den Ort sowie durch die Anbindung an die Staatsstraße Richtung Weiherhammer über einen Linksabbiegestreifen. Bäumler stellte fest, dass, wenn alles planmäßig läuft, die Ortsumgehung im Jahr 2029 für den Verkehr freigegeben werden kann.
Für das Gesamtprojekt sind derzeit Investitionen von rund 25 Millionen Euro veranschlagt. Diese werden vom Landkreis Neustadt/WN getragen und durch den Freistaat Bayern maßgeblich gefördert. Baudirektor Robert Köhl von der Regierung der Oberpfalz erklärte, dass ein vorzeitiger Baubeginn genehmigt wurde und trotzdem die hohe staatliche Förderung möglich sei. Die staatlichen Mittel werden hier sehr sinnvoll eingesetzt.
Breite politische Unterstützung und lange Vorgeschichte
Köhl dankte den Mitgliedern des Bayerischen Landtags, allen voran MdL Dr. Stephan Oetzinger, die überzeugend hinter dem Projekt standen. MdL Dr. Stephan Oetzinger erklärte die einmalige Historie der Baumaßnahme. Der erste Gedanke an eine Ortsumgehung war bereits 1976 da; seitdem sind genau 50 Jahre vergangen, mit neun Wahlperioden, fünf Bürgermeistern und vier Landräten. „Nicht ein Einzelner, sondern eine Gruppe hat viele Jahre sachlich gearbeitet.“
Lückenschluss und Entlastung für Mantel
Bürgermeister Richard Kammerer erklärte abschließend, dass der Landtag mit 90 Prozent dem Projekt zugestimmt habe und damit der Förderung von zwei Dritteln der Kosten. „Es ist ein Lückenschluss zwischen der A 93 und der B 299.“ „Es ist für uns alle ein Tag der Freude und vor allem für den Markt Mantel und seine Bewohner eine erhebliche Entlastung. Viele Zahnräder griffen ineinander; so manchem Beteiligten sind in der Zeit einige graue Haare gewachsen.“ Kammerer lobte Baudirektor Tobias Bäumler, der tagsüber und auch nachts zu Gesprächen bereit gewesen sei. Zusammen mit allen Projektbeteiligten wurde dann der feierliche erste Spatenstich ausgeführt.
Kennzahlen und Genehmigungen
Die Ortsumgehung hat eine Länge von 900 Metern, davon über 300 Meter als Brücke. Die Fahrbahn ist insgesamt sieben Meter breit. 2017 erfolgte der Antrag auf Planfeststellung. Nach etlichen Nacharbeiten und Planergänzungen gab es im Mai 2025 grünes Licht für den Bau der Ortsumgehung.
Wenn Du OberpfalzECHO als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Dich auf.
Füge jetzt OberpfalzECHO Deinen Quellen hinzu!






