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Im Landkreis Tirschenreuth kommt es zur Stichwahl zwischen Grillmeier und Schicker

Tirschenreuth. Wie zu erwarten, gibt es im Landkreis Tirschenreuth eine Stichwahl um den Landratsposten. In zwei Wochen werden sich dort – auch nicht gänzlich überraschend – Amtsinhaber Roland Grillmeier (CSU) und Hubert Schicker (Freie Wähler) gegenüberstehen. Einen Achtungserfolg erzielte Polit-Newcomer Muhammet Dal von der SPD, der auf starke 17 Prozent kam. Keine Rolle spielten die drei Kandidaten von Grünen, Linken und FDP.

Im Landkreis Tirschenreuth kommt es zur Stichwahl zwischen Grillmeier und Schicker

Die Smartphone liefen heiß am Wahlabend im Landratsamt: MdEP Christian Doleschal, Landrat Roland Grillmeier und sein Stellvertreter Alfred Scheidler (von links) wolllöen sich antürluich kein Ergebnis enrtgehen lassen. Foto: Udo Fürst
Der Herausforderer: Hubert Schicker mit Gattin. Foto: Udo Fürst
Muhammet „Mo“ Dal (links zusammen mit seiner Frau Eveline) holte für die SPD mit über 17 Prozent das beste Ergebnis seit vielen Jahren. hervorragende
Josef Schmidt (links) im Plausch mit SPD-Kreisvorsitzendem Uli Roth. Der Grüne kam auf circa fünf Prozent der Stimmen. Foto: Udo Fürst
Bernd Withöft (FDP) kam nur auf circa zwei Prozent. Auf dem Foto spricht er mit Hans Klupp von den Freien Wälhlern. Foto: Udo Fürst

Sonntag, 18 Uhr, kleiner Sitzungssaal im Landratsamt Tirschenreuth. Noch ist nur die Delegation der SPD eingetroffen. Angeführt von ihrem Landratskandidaten Muhammet „Mo“ Dal und seiner Frau Eveline scharen sich Kreisvorsitzender Uli Roth, seine Stellvertreterin Brigitte Scharf und Kreistagskandidat Edwin Ulrich um das kleine Tischchen in der Mitte des Saals. Allmählich trudeln die weiteren Landratskandidaten mit ihren Unterstützern ein. Die Atmosphäre: gespannt, nervös und dennoch locker und freundlich. Man kennt und man schätzt sich, was auch im stets fairen Wahlkampf der fünf Bewerber und einer Bewerberin deutlich wurde.

Erste Ergebnisse nach einer halben Stunde

Roland Grillmeier wird begleitet von seinem Stellvertreter Alfred Scheidler, dem Europabgeordneten Christian Doleschal und CSU-Kreisvorsitzendem Tobias Reiß. Hubert Schicker hat seine Ehefrau und Fraktionssprecher Hans Klupp mitgebracht, Josef Schmidt einige Unterstützer. Nur FDP-Kandidat Bernd Withöft kommt alleine. Überhaupt nicht sehen lässt sich an diesem Abend die Bewerberin der Linken, Stefanie Haaf.

Kurz nach 18.30 Uhr treffen die ersten Zwischenergebnisse ein. Kurze Zeit später wird deutlich, was viele Beobachter schon vor der Wahl vermuteten: Es wird in zwei Wochen zu einer Stichwahl zwischen Roland Grillmeier von der CSU und Hubert Schicker von den Freien Wählern kommen. Während der Amtsinhaber circa 40 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt, kommt Schicker auf gut 30 Prozent. „Das ist ja wunderbar“, freut sich Schicker über sein Ergebnis. „Die Themen sind gesetzt. Gesundheitsversorgung, Wirtschaft, effizientes Amt. Das muss angepackt werden.“ In den zwei Wochen wolle er noch einmal richtig Gas geben, um die Überraschung zu schaffen. „Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen“, zitiert Schicker Goethe.

Überraschungskandidat mit Überraschungsergebnis

Was sagt Roland Grillmeier zum Ergebnis? „Bei sechs Kandidaten war ziemlich klar, dass es heute keine Entscheidung geben würde. „Wir hatten Themen, die nicht immer einfach waren und die die Menschen bewegt haben. Vieles davon war nicht anders umzusetzen. Wenn jetzt manche das Gegenteil behaupten, stimmt das einfach nicht.“ Er werde jetzt in Ruhe weiterarbeiten und sich dann in zwei Wochen zuversichtlich der Stichwahl stellen.

Die Nervosität ist SPD-Bewerber Muhammet Dal deutlich anzumerken. „Kann man da schon etwas ableiten“?“, fragt er ungläubig seinen Vorsitzenden Uli Roth, als das erste Zwischenergebnis 14 Prozent für ihn ausweist. Man kann, wie man knapp eine Viertelstunde später sieht. Bei der Hälfte der ausgezählten Stimmen im Landkreis hat Dal sogar schon mehr als 15 Prozent auf sich vereint. „Wahnsinn“, sagt er, nachdem sein endgültiges Ergebnis bei 17 Prozent liegt. „Heute Morgen dachte ich, wenn ich acht bis zehn Prozent schaffe, wäre das okay. Dass es jetzt mehr als doppelt so viel sind, hätte ich nicht zu träumen gewagt. Ich bin sehr glücklich und froh, dass mir so viele Menschen ihre Stimmen gegeben haben, und dafür bin ich unglaublich dankbar.“

„Jetzt kann nichts mehr passieren“

Der Abend ist für die Grünen-Delegation schon vor Bekanntgabe der ersten Kreisergebnisse gerettet. Soeben haben sie erfahren, dass ihr Kandidat Cem Özdemir in Baden-Württemberg die Wahl knapp gewonnen hat. „Jetzt kann nichts mehr passieren“, sagt eine Grüne. Mit seinem Ergebnis von knapp über fünf Prozent ist Josef Schmidt aber nicht ganz so zufrieden. „Wir hatten uns schon ein zweistelliges Ergebnis gewünscht. Es hätte mehr sein können, aber wir werden natürlich trotzdem weiter kämpfen und an den Themen dranbleiben.“

Zoigltermine
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„Ich war relativ unbekannt und bin mit der Einstellung in die Wahl gegangen: Ich gebe alles, was ich geben kann. Es war mir wichtig, mit meiner politischen Überzeugung Teilhabe an der Gesellschaft auch öffentlich darstellen zu können“, sagt Bernd Withöft, der für die FDP angetreten ist. Insofern könne er mit jedem Ergebnis gut leben.

Das Ergebnis der Landratswahl Tirschenreuth

Roland Grillmeier, CSU: 42,2 Prozent

Hubert Schicker, Freie Wähler: 30,6 Prozent

Muhammet Dal, SPD: 17 Prozent

Josef Schmidt, Grüne: 5,3 Prozent

Stefanie Haaf, Linke: 2,7 Prozent

Dr. jur. Bernd Withöft, FDP: 2,1 Prozent

Es bleibt also hochspannend im Landkreis Tirschenreuth. Zwar liegt Amtsinhaber Grillmeier gut zehn Prozent vor seinem Herausforderer Schicker, aber mehr als 20 Prozent haben keinen von beiden gewählt. Deren Stimmen werden am 22. März den Ausschlag geben, wer den Landkreis in den nächsten sechs Jahren führt.