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Kandidaten setzen auf Fairness beim Aschermittwoch in Eslarn

Eslarn. Beim politischen Aschermittwoch füllten rund 200 Gäste den Kuchsaal. Vier Bürgermeisterkandidaten diskutierten fair über Schulden, Atzmannsee und Wärmeplanung; die Wahl am 8. März verspricht Spannung.

Eslarn. Beim politischen Aschermittwoch füllten rund 200 Gäste den Kuchsaal. Vier Bürgermeisterkandidaten diskutierten fair über Schulden, Atzmannsee und Wärmeplanung; die Wahl am 8. März verspricht Spannung.
Die vier Bürgermeisterkandidaten (v.l.) Georg Zierer, Werner Schmid, Bernd Reil und Thomas Kleber stellten sich den Fragen von Moderator Jürgen Schmidt. Foto: Karl Ziegler

Kandidaten setzen auf Fairness beim Aschermittwoch in Eslarn

Rund 200 Besucher sorgten nach Schätzung von Gastwirt Jürgen Schmidt bei der politischen Premiere für ein volles Haus. Beim politischen Aschermittwoch im Kuchsaal des Gasthofs „Zur Krone von Bayern“ in Eslarn stellten sich die vier Eslarner Bürgermeisterkandidaten den Fragen von Moderator und Gastwirt Jürgen Schmidt. Die Kandidaten bewiesen während der Debatte vor allem Sachlichkeit und faires Miteinander. Das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger zeigte, wie spannend die Wahl am 8. März werden dürfte.

Sachliche Debatte in Eslarn

Auf dem Podium begegneten sich in alphabetischer Reihenfolge der 44-Jährige Thomas Kleber (CSU), der 47-Jährige Bernd Reil (Freie Wähler), der 63-Jährige Werner Schmid (AfD) und der 55-Jährige Georg Zierer (SPD) mit gegenseitigem Respekt. Neben vorbereiteten Themen von Moderator und Gastwirt Jürgen Schmidt brachten auch Gäste eigene Fragen ein. Zu Beginn betonten alle Kandidaten ihr gemeinsames Ziel eines fairen Miteinanders und vor allem Bürgernähe. In den kommenden sechs Jahren gelte es vor allem, Pflichtaufgaben zuverlässig zu erfüllen: Sicherung der Wasser- und Abwasserversorgung sowie notwendige Investitionen in die Infrastruktur, vor allem der Straßen.

Zierer kündigte an, als „Kümmerer“ bürgernäher zu agieren und den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen. Schmid stellte den konsequenten Schuldenabbau in den Mittelpunkt. Nur mit soliden Finanzen und neuen Gewerbeansiedlungen seien Spielräume möglich. Reil sprach sich für eine Haushaltskonsolidierung „mit Maß und Ziel“ aus, verbunden mit größtmöglicher Transparenz. Kleber versprach eine verlässliche, bürgernahe Politik und erinnerte daran, neben Wasser, Kanal und Straßen auch Schule, Kindergarten und Familien im Blick zu behalten.

Foto: Karl Ziegler

Positionen zu Finanzen und Infrastruktur

Intensiv diskutiert wurde die Verschuldung der Gemeinde. Während Schmid Einsparpotenziale im Verwaltungsapparat prüfen möchte, lehnt Zierer Personalkürzungen ab und verweist auf bereits erzielte Schuldenreduzierungen. Reil plädierte für eine sorgfältige Priorisierung geplanter Maßnahmen. Kleber möchte die Schulden abbauen und setzt gegenüber dem Bürger auf Transparenz.

Ein weiterer Schwerpunkt war die weiterhin geschlossene Badelandschaft am Atzmannsee. Rund 400.000 Euro seien investiert worden, doch Mängel und ungeklärte Wasserverluste verzögerten die Eröffnung. Reil sprach von einem möglichen touristischen Highlight, Kleber rechnet nicht mit einer schnellen Lösung. Zierer zeigte sich enttäuscht über Baumängel und unterstrich die Bedeutung eines engagierten Kioskpächters. Entgegen der drei aktiven Gemeindevertreter wollte sich Schmid zu diesem speziellen Thema nicht äußern.

Badelandschaft am Atzmannsee sorgt für Diskussionen

Auch die kommunale Wärmeplanung, mögliche Windkraftanlagen und die Ausweisung von neuen Gewerbeflächen wurden angesprochen. Angesichts schwieriger Rahmenbedingungen in der Autobranche verwiesen die Kandidaten auf Leerstände am Gewerbegebiet, aber auch auf grundsätzlich vorhandene Erweiterungsflächen. Beim Thema Windkraft herrschte Einigkeit, dass Eingriffe ins Ortsbild sensibel geprüft werden müssten.

Grammer Solar
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Auch kulturelle Themen wurden angesprochen, so sollte der Kurpark aufgewertet und das Seefest wiederbelebt werden. Kurzzeitig turbulent wurde es, als aus dem Publikum bundespolitische Themen angesprochen wurden. Moderator Schmidt griff souverän ein und lenkte die Diskussion mit Applaus aus dem Publikum zurück auf kommunale Fragen. „Gesucht werde ein Bürgermeister, kein Bundeskanzler“, stellte Schmidt mit einem Augenzwinkern fest.

Kultur, Publikum und klare Moderation

Zum Abschluss zeigten sich alle vier Bewerber zufrieden mit dem Verlauf. Trotz unterschiedlicher Positionen blieb der Umgang respektvoll. Der politische Aschermittwoch machte deutlich: Die Bürgerinnen und Bürger in Eslarn wollen mitreden – und die Entscheidung am 8. März verspricht Spannung bis zuletzt.