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Klare Verhältnisse im Kreistag, Spannung im Rennen um den Landratssessel

Tirschenreuth. Die Wählerinnen und Wähler im Landkreis Tirschenreuth müssen nachsitzen. Weil im ersten Wahlgang keiner der sechs Landratskandidaten die absolute Mehrheit geschafft hat, findet in knapp zwei Wochen am Sonntag, 22. März, eine Stichwahl um den Chefsessel im Landratsamt statt. Auch die Zusammensetzung im Kreistag hat sich durch die erstmals angetretene AfD geändert.

Klare Verhältnisse im Kreistag, Spannung im Rennen um den Landratssessel

Landrat Roland Grillmeier (Mitte, auf dem Bild mit MdEP Christian Doleschal und seinem Stellvertreter Alfred Scheidler) muss sich einer Stichwahl stellen. Foto: Udo Fürst
Hubert Schicker freute sich über seine über 30 Prozent im ersten Wahlgang. Foto: Udo Fürst

Landrat Roland Grillmeier (CSU) ließ sich im Gespräch mit OberpfalzEcho am Wahlabend im Landratsamt seine Enttäuschung nicht anmerken. „Nur“ 42,2 Prozent der Stimmen konnte der Mitterteicher auf sich vereinen, nach knapp 56 Prozent vor sechs Jahren. Damals gab es allerdings nur drei Kandidaten. 30,6 Prozent stimmten für seinen Herausforderer Hubert Schicker von den Freien Wählern. Mehr als einen respektablen Achtungserfolg schaffte Muhammet „Mo“ Dal von der SPD. Er holte mit 17 Prozent so viele Stimmen für seine Partei wie seit 18 Jahren nicht mehr. Der Erbendorfer Polizeibeamte hatte im Vorfeld mit seinem 1000-Haustüren-Wahlkampf im Landkreis für Aufsehen (und wohl auch Stimmen) gesorgt. Abgeschlagen auf den Plätzen landeten Josef Schmidt (Grüne, 5,3 Prozent), Stefanie Haaf (Linke, 2,7 Prozent) und Bernd Withöft (FDP, 2,1 Prozent).

„Keine einfachen Lösungen“

„Bei sechs Kandidaten ist eine Stichwahl nicht weiter verwunderlich“, meinte Grillmeier und verwies auf die Aussagen einiger Mitbewerber in Bezug auf die Gesundheitsversorgung – das große Thema im Landkreis seit dem Aus für die Notfallaufnahme im Krankenhaus Tirschenreuth. „Es gibt da keine einfachen Lösungen. Das werde ich in den nächsten zwei Wochen noch einmal klarmachen. So ehrlich muss man sein.“

Hubert Schicker wollte seine über 30 Prozent zunächst gar nicht glauben. „Was? Das ist ja wunderbar. Unglaublich. Jetzt werden wir zwei Wochen nochmal richtig Gas geben, um das scheinbar Unmögliche doch noch möglich zu machen.“

CSU wieder stärkste Fraktion

Ziemlich eindeutig sind die Stimmenverhältnisse im Kreistag (Erste Meldung, noch kein amtliches Wahlergebnis): Demnach bleibt die CSU mit 35,1 Prozent (652.106 Stimmen) wie bisher die stärkste Fraktion. Dahinter folgen die Freien Wähler mit 20 Prozent (372.413), die AfD mit 13,6 Prozent (252.686) und die SPD mit 11,6 Prozent (215.289). Die Liste „Zukunft TIR“ schaffte 10,7 Prozent (198.816), die Grünen 5,9 (109.183), die Linke 2,4 (43.749) und die FDP 0,8 Prozent (15.572).

Bei der Sitzverteilung für den 50-köpfigen Kreistag stellt sich das wie folgt dar: CSU 18 Sitze, Freie Wähler 10, AfD 7, SPD 6, Zukunft TIR 5, Grüne 3 Sitze und Die Linke 1 Sitz. Die Wahlbeteiligung lag im Landkreis bei 74,8 Prozent (43.294 Wähler). 

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