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Krippe statt Kirche – Der Marktgemeinderat denkt biblisch

Kirchenthumbach. Wird die entwidmete evangelische Johanneskirche zur Kinderkrippe? Ein kniffliges Thema für den Marktgemeinderat. Der Markt ist seit einigen Monaten Eigentümer des Areals.

Krippe statt Kirche – Der Marktgemeinderat denkt biblisch

Ideen zur Nachnutzung der entwidmeten Kirchenthumbacher Johanneskirche sind willkommen. Im Gespräch ist eine Verwendung als Kinderkrippe und der Abbruch des Kirchturms. Foto: Robert Dotzauer

Es fehlte der evangelischen Kirche das Geld, um die marode Johanneskirche in Kirchenthumbach zu sanieren. Für die kleine Kirchengemeinde mit ihren 200 Mitgliedern war der Aufwand zu groß. Ein sich verdächtig neigender Glockenturm, Risse im Gebäude, Schimmel und Feuchtigkeit in den Wänden, eine erneuerungsbedürftige Elektrik, Absenkungen auf dem Gelände, Stolperfallen überall. Dieser nicht mehr zu bewältigende Sanierungsaufwand veranlasste die evangelische Kirche, den Sakralbau zu entwidmen und zum Kauf anzubieten. Zum Rettungsanker wurde die Marktgemeinde. Nun gehört die entwidmete Johanneskirche der Kommune.

Derzeit herrscht im Gebäude eine „heilige Leere“

Das soll auf Dauer nicht so bleiben, sagen Bürgermeister Jürgen Kürzinger und die Marktgemeinderäte. Nachnutzungsvorschläge sind willkommen. Was tun mit einem ehemaligen sakralen Gebäude mit erheblichem Sanierungsbedarf, das zum Erscheinungsbild des Marktes gehört? Einer Herausforderung, der sich nach dem Erwerb des Areals der Marktgemeinderat stellen muss. Patentrezepte gibt es nicht. Was soll aus den ehemals „heiligen Hallen“ werden? Für einige Marktgemeinderäte kommt nur eine öffentliche Nutzung der Räume infrage.

Einfach abreißen geht nicht. Die Schlussfolgerung ist einfach und doch kompliziert. „Den Charakter erhalten und mit neuem Leben erfüllen“, hieß es in der jüngsten Ratssitzung. Der Vorschlag von Jan Wiltsch (SPD): „Das Gebäude zur Kita-Erweiterung nutzen“. Ein Thema für die Wirtshaus-Stammtische, wie Josef Schreglmann anmerkte. Auch der CSU-Mann spielte mit dem Gedanken, eine Kinderkrippe einzurichten. Bei zirka 140 Kindern im Kinderhaus St. Elisabeth wäre ein Entzerrung mit einem zusätzlichen Standort überlegenswert. Eine Idee, die Schreglmann mit dem Vorschlag zum Abbruch des Glockenturms verband. Die Standfestigkeit des „Zeigefingers Gottes“ sollte zumindest überprüft werden, empfahl Rudi Stopfer.

Schadhafte Stellen zeitnah auszubessern

Unterhaltungsmaßnahmen ja, aber bitte keine Schnellschüsse, hieß es aus den Reihen der CWG und der Thurndorfer Gemeinderäte. Dritter Bürgermeister Alexander Schatz legte Wert auf ein Prioritätenranking. Dabei habe das Projekt Offene Ganztagsschule absoluten Vorrang. „Auf eine Ideensammlung gehen und Fördermöglichkeiten abklären“, so hieß der Vorschlag von Richard Götz. Eine Empfehlung, die auch zweiter Bürgermeister Ewald Plößner unterstützte. Wichtig sei zunächst in einem ersten Schritt die Verkehrssicherung der ehemals sakralen Gebäude. Einen Grundsatzbeschluss vermied der Rat. Zu viele Fragen sind noch ungeklärt. Deshalb will sich das Gremium auch noch nicht an ein zukunftsfähiges Raumprogramm wagen.

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