Landrat beantwortet Bürgerfragen im Landkreis-Podcast Amberg-Sulzbach

Landrat beantwortet Bürgerfragen im Landkreis-Podcast Amberg-Sulzbach
„Bürger fragen den Landrat.“ Zum Abschluss der zweiten Staffel des Landkreis-Podcasts „Let’s talk about AS“ standen die Bürger des Landkreises im Mittelpunkt. Ihren Fragen stellte sich Landrat Richard Reisinger im Gespräch mit Moderatorin Martina Beierl. In der Aula der Volkshochschule Amberg-Sulzbach im LCC Sulzbach-Rosenberg sprach der dienstälteste Landrat der Oberpfalz über Bildung, Wirtschaft, Gesundheitsversorgung, Kommunalpolitik und auch über persönliche Vorlieben.
Bürgerfragen zum Podcast-Finale
Im Vorfeld hatte die Pressestelle des Landratsamts dazu eingeladen, Fragen, „die sie dem Landrat schon immer einmal stellen wollten“, einzusenden. „Man hat doch nicht oft die Gelegenheit, dem Landrat persönlich eine Frage zu stellen. Also haben wir das Thema „Bürger fragen den Landrat“ zum Finale der zweiten Podcast-Staffel gewählt. Hören Sie einmal rein! Es ist ein spannendes Potpourri an Themen, das die Menschen im Landkreis bewegt“, erklärt Pressesprecherin Christine Hollederer in einer Mitteilung der Behörde.
Aufzeichnung im LCC
Die Podcast-Aufzeichnung mit Moderatorin und stellvertretender Pressesprecherin Martina Beierl fand in der Aula der Volkshochschule Amberg-Sulzbach im LCC in Sulzbach-Rosenberg statt. „Den Ort hast du sicher nicht zufällig gewählt, Bildung ist für dich schon immer ein Herzensthema“, leitete Beierl das Gespräch ein. „Ja, das stimmt. Hier findet lebenslanges Lernen statt, Integration wird gelebt und Qualifizierung ermöglicht. Das ist ein Ort, der Bildung, Kultur und Geschichte verbindet“, wird Reisinger in der Mitteilung zitiert. Bildung liege ihm tatsächlich am Herzen – geprägt durch seinen beruflichen Weg vom Diplom-Finanzwirt über den Gymnasiallehrer bis zum Landrat.
Sporthalle am HCA-Gymnasium im Fokus
Auf die Frage nach dem Sanierungsbedarf am Herzog-Christian-August-Gymnasium (HCA) in Sulzbach-Rosenberg kündigte der Landrat konkrete Planungen an. Nach umfangreichen Investitionen in andere Schulen des Landkreises rücke nun das HCA mit der Sporthalle in den Mittelpunkt. Aktuell werde eine überraschend aufgetretene Gebäudesenkung überprüft und behoben.
Kommunale Finanzen bleiben größte Herausforderung
Breiten Raum nahm die angespannte Finanzlage der Kommunen ein. Wegbrechende Einnahmen bei gleichzeitig steigenden gesetzlichen Pflichtaufgaben setzten die Landkreise massiv unter Druck. Besonders die Ausgaben in der Jugendhilfe sowie die Defizite der Krankenhäuser belasteten die Haushalte. „Wir müssen jede Stelle und jede freiwillige Leistung kritisch überprüfen. Wegschminken lässt sich diese Entwicklung nicht“, machte Reisinger deutlich.
Krankenhäuser zukunftsfähig aufstellen
Einige Fragen waren zur Zukunft der Krankenhäuser im Landkreis eingegangen. Die Bürger wollten unter anderem wissen, ob „kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum“ wirtschaftlich überlebensfähig und die Arbeitsplätze sicher seien. Die Kliniklandschaft werde sich aufgrund der Klinikstrukturreformgesetze verändern, sagte Landrat Reisinger dazu. Während die St. Johannes Klinik in Auerbach als geriatrische Rehabilitationseinrichtung über eine sehr erfolgreiche Zukunftsmedizin verfüge und die Fachabteilungen des St.-Anna-Krankenhauses in Sulzbach-Rosenberg nach vielen Investitionsmaßnahmen hervorragend aufgestellt seien, bereite ihm die bundesweite Krankenhausfinanzierung Sorgen.
„Die Finanznöte der Kliniken sind erschreckend! Aber das ist nicht hausgemacht von den Kliniken, sondern es fließt einfach zu wenig Geld in das System“, betonte der Vorsitzende des Verwaltungsrats des Kommunalunternehmens Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach laut Presseinfo. „Wir kämpfen für unsere Krankenhäuser und wollen möglichst viele stationäre Angebote in der Region erhalten.“ Jetzt komme es auf die Leistungsgruppenzuteilung im Herbst an. Da werde es dann Gespräche mit Nachbarkliniken geben, kündigte Reisinger an. „Ich bin hier nicht ganz sorgenfrei, aber auch nicht pessimistisch!“
Demokratie lebt vom Miteinander
Auch der sich verschärfende Umgangston in Politik und Gesellschaft war von Interesse. Ob der Landrat persönliche Pöbeleien erlebe, wie manch anderer Politiker, und wie er damit umgehe, wollte ein Bürger wissen. Reisinger erklärte dazu, dass er eine zunehmende Verrohung in der Gesellschaft beobachte, insbesondere in den sozialen Medien. Kritik können und müssen Politiker aushalten. Pauschale Anfeindungen und persönliche Angriffe seien jedoch problematisch und unfair. Gleichzeitig warb er für die Akzeptanz demokratischer Mehrheitsentscheidungen und den respektvollen Umgang miteinander.
Einsatz für Natur- und Artenschutz
Ein weiteres Thema war das inzwischen eingeführte Nachtfahrverbot für Mähroboter im Landkreis. Die Regelung soll Igel und andere nachtaktive Tiere schützen. Reisinger bekannte sich dabei auch persönlich als Natur- und Tierfreund. Schon mit einfachen Maßnahmen wie naturnah gestalteten Gärten, Wasserstellen oder Rückzugsorten könne jeder einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.
Wirtschaft stärken und Fachkräfte sichern
Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung äußerte sich der Landrat trotz aktueller Herausforderungen grundsätzlich optimistisch. Der Landkreis verfüge über innovative Unternehmen, eine starke Bildungslandschaft und leistungsfähige Forschungseinrichtungen. Gemeinsam mit den Kommunen arbeite der Landkreis daran, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, die Infrastruktur weiter auszubauen und Fachkräfte zu gewinnen. Ein besonderer Schwerpunkt liege auf der Integration ausländischer Fachkräfte sowie darauf, junge Menschen langfristig in der Region zu halten.
Verwurzelt in der Heimat
Neben politischen Themen gewährte Landrat Richard Reisinger auch persönliche Einblicke. Er sprach über seine Leidenschaft für klassische Musik, das Tubaspielen, Schwimmen im Waldbad in Rosenberg sowie seine Verbundenheit zur Heimat. Ambitionen auf höhere politische Ämter habe er nie verspürt. „Ich bin hier in der Region rundum zufrieden und glücklich“, wie es in der Mitteilung heißt.
Zum Abschluss beantwortete der Landrat noch eine augenzwinkernde Frage nach den drei Liedern für einen fiktiven Zapfenstreich am Ende seiner Amtszeit. Seine Auswahl: „Nun danket alle Gott“, „Fein sein, beieinander bleiben“ und das Weihnachtslied „Transeamus usque Bethlehem“.
15 Podcasts – querbeet durch den Landkreis
Der Podcast „Bürger fragen den Landrat“ ist ab morgen, 22. Juli 2026, in der Mediathek des Landkreises sowie auf den gängigen Podcast-Plattformen frei verfügbar. Hier können auch alle weiteren 14 Folgen von „Let’s talk about AS“ abgerufen werden. Zu Wort kommen darin Unternehmer ebenso wie Pflegeeltern und Kirwa-Leit. Realisiert wurde die Podcast-Reihe der Pressestelle mit Unterstützung des Regionalmanagements durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
Wenn Du OberpfalzECHO als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Dich auf.
Füge jetzt OberpfalzECHO Deinen Quellen hinzu!




