Marktplatz wird in Pleystein für 9.586.000 Euro umgebaut
Marktplatz wird in Pleystein für 9.586.000 Euro umgebaut
Die Stadt Pleystein hält an der Umgestaltung des Marktplatzes mit geschätzten Gesamtausgaben von 9.586.000 Euro fest. In der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Hotel Regina begründete Bürgermeister Werner Rieß die Umsetzung des Plans dank der guten Förderung als „einmalige Gelegenheit, die sich die Stadt nicht entgehen lassen sollte“.
Anders sieht es bei der Sanierung des Pleysteiner Freibads aus. Dafür sei „einfach kein Geld“ vorhanden, sagte Pleysteins Stadtoberhaupt. Dass das für längere Zeit so sein wird, zeigt der Entwurf der Finanzplanung der Stadt Pleystein. Aktuell sind bis 2030 für diesen Zweck keine Mittel vorhanden.
Große Beteiligung bei der Bürgerversammlung
Voll besetzt war am Mittwochabend der große Saal im Hotel Regina. Für Werner Rieß war es die erste Bürgerversammlung in seiner Eigenschaft als Stadtoberhaupt. Beim Totengedenken sprach Bürgermeister Werner Rieß im Besonderen Alexander Völkl an, der im Bereich Kirchenmusik eine große Lücke hinterlässt, sowie Herrmann Schneider, der jahrzehntelang das Goldene Buch der Stadt Pleystein geschrieben hat und auch für Vereine ehrenamtlich tätig war.
Planungen für Marktplatz und Steingasse im Detail
Dann ging es schnell zur Sache mit der aktuellen Schilderung des Istzustands bei der Planung zur Neugestaltung des Marktplatzes und der Steingasse. Dazu zeigte der Bürgermeister auf der Leinwand die entsprechende Planung. Daraus ist zu ersehen, dass der grüne Mittelstreifen bis zur Höhe des Rathauses verlängert werden soll. Nicht angesprochen wurde, inwieweit auf dem Marktplatz noch Parkmöglichkeiten geschaffen werden, bis auf die wenigen Parkplätze im Mittelstreifen.
Auf den Mittelinseln wird eine wassergebundene Wegedecke eingebaut; das bisher vorhandene Bestandspflaster wird jedoch keine Verwendung mehr finden. Vielmehr soll künftig in Absprache mit der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt ein regionaler gelblich-grauer Granit verbaut werden. Ergänzend informierte der Bürgermeister über die weiteren Ausstattungselemente. Hinsichtlich des geplanten Wasserspielplatzes in der Steingasse meinte der Bürgermeister, dass dieser wohl erst in einigen Jahren verwirklicht werden könne. Eingespart wird der Einbau von Hochsicherheitspollern wegen des hohen Erhaltungsaufwands, ebenso wie der Kauf von Sonnenschirmen und Bestuhlung für die örtliche Gastronomie.
Kosten und Fördermittel im Überblick
Die Gesamtausgaben für Marktplatz, Kirchplatz und Steingasse schätzt Bürgermeister Werner Rieß auf 9.586.000 Euro, von denen 9.450.000 Euro förderfähig sind. Die Zuwendungen in ihrer Gesamthöhe belaufen sich auf 8.505.000 Euro. Bisher wurden der Stadt Pleystein nach Aussage des Bürgermeisters Zuwendungen in Höhe von 5.802.900 Euro bewilligt. „Diese Zuwendungen sollten wir uns nicht entgehen lassen“.
Verkehrskonzept: Bushaltestelle und Tempo 30
Die Bushaltestelle soll verlegt werden und künftig gegenüber der Kirche St. Sigismund zu finden sein. Anhand der Planung zeigte der Bürgermeister den sogenannten Bauabschnitt I auf. Dazu gehört auch die Verlegung des Zunftbaums in Richtung Marktplatzeinfahrt im Bereich der Kirche. Angedacht ist nach den Worten des Stadtoberhaupts die Einführung von Tempo 30. Die zuständige Polizeibehörde hat angeregt, den Bereich um die Kirche als verkehrsberuhigt auszuweisen. „Das ist bislang aber nur eine Idee“. Die Bäume sollen im Wesentlichen bestehen bleiben; ein Problem wird die historische Linde sein, die in den letzten Jahren sehr gelitten hat. „Vielleicht sollten wir eine Ersatzpflanzung überlegen, besonders wenn der Baum unter den Bauarbeiten leidet oder gelitten hat“.
Nahwärmenetz: Gründung einer Bioenergie-Gesellschaft
Vom Marktplatz ging es zum Aufbau eines Nahwärmenetzes. Dazu soll in Kürze eine „Bioenergie Pleystein GmbH & Co. KG“ zusammen mit der KEWOG Verwaltungsgesellschaft mbH als Komplementär sowie der Stadt Pleystein als Kommanditistin gegründet werden. Die KEWOG soll mit der technischen Dimensionierung des Wärmenetzes sowie der Erstellung der erforderlichen Unterlagen für die BEW-Förderung „Modul 2“ beauftragt werden.
Anfragen oder Anregungen aus dem Besucherkreis gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.
Bevölkerung, Schulen und Kinderbetreuung
Im üblichen Bericht über die aktuelle Situation in der Stadt Pleystein berichtete Bürgermeister Werner Rieß über eine nahezu unveränderte Einwohnerzahl gegenüber dem Vorjahr und über eine erfreuliche Entwicklung bei der Schülerzahl der Zottbachtalschule. So besuchen 41 Kinder die Grundschule Neudorf, 76 Kinder die Grundschule Pleystein und 46 Kinder die Mittelschule Pleystein. „Dort war es notwendig, aber auch erfreulich, eine neue fünfte Klasse mit 23 Schülern zu bilden“.
Für die Kindertagesstätte St. Elisabeth kündigte der Bürgermeister ab dem 1. Januar 2027 voraussichtlich 60 Kinder für den Kindergarten und 13 Kinder für die Kinderkrippe an. Zu möglichen Erweiterungen im Kindergarten und der Kinderkrippe meinte das Stadtoberhaupt, dass diese im Jahr 2027 wohl nicht umgesetzt werden können. Der Auftrag für eine Entwurfsplanung zur Erweiterung der Kinderkrippe sei aber bereits erteilt worden.
Freibad: Keine Sanierung in Sicht
Sebastian Windschügl hatte am 15. Oktober 2026 beantragt, zum aktuellen Sachstand und zu den Zukunftsplänen für das Freibad Pleystein zu informieren. Bürgermeister Rieß erklärte kurz, dass im Haushaltsplanentwurf 2027 und auch in der Finanzplanung bis zum Jahr 2030 keine Mittel für die Sanierung des Freibads vorgesehen sind. „Es ist einfach kein Geld da für eine Sanierung“, machte das Stadtoberhaupt deutlich und verband dies mit der Aussage, dass auch über ein Naturbad in den nächsten Jahren „nicht nachzudenken“ sei. „Was mit dem Gelände passieren soll, weiß ich momentan nicht, Ideen werden angenommen“. Beim Bundesprogramm „Sanierung der Sportstätten“ wurde Pleystein nach Aussage von Werner Rieß nicht berücksichtigt.
Wohnmobilstellplatz: Einnahmen seit Juli
Erfreulich ist die Entwicklung hinsichtlich der Gebühreneinnahmen auf dem Wohnmobilstellplatz „Zimmerplatz“ seit dem Inkrafttreten der Benutzungs- und Gebührensatzung am 24. Juli 2026. Demnach sind bis zum Tag der Bürgerversammlung der Stadt Pleystein netto 647,76 Euro verblieben.
Baugebiet „Am Forsthaus“
Sebastian Windschügl hat auch zum aktuellen Sachstand und dem voraussichtlichen Start für das Baugebiet „Am Forsthaus“ nachgefragt. Bürgermeister Werner Rieß erklärte dazu, dass die Beseitigung des Regenwassers aus dem geplanten Baugebiet das Hauptproblem gewesen sei. Im Haushaltsplan 2027 seien für die Weiterführung der Bauleitplanung 30.000 Euro berücksichtigt. Über die tatsächliche Erschließung des Baugebiets könne im Hinblick auf die vorrangigen Maßnahmen am Marktplatz keine Aussage gemacht werden, erklärte das Stadtoberhaupt. „Wir sind finanziell auf Kante genäht“, jedenfalls sei nach jetzigem Stand eine Erschließung im kommenden Jahr nicht vorgesehen. Unabhängig davon bittet der Bürgermeister mögliche Interessenten für ein Baugrundstück, sich bei der Stadt zu melden.
Wasser- und Abwasser-Infrastruktur
Das Wasserleitungsnetz der Stadt Pleystein muss in den Ortsstraßen Erlenweg, Marktplatz und einem Teilstück in der Neuenhammer Straße bis zur Einmündung Untere Steingasse erneuert werden. Auch die Leitung von den Bibershofquellen bis zum Sammelschacht eins muss saniert werden. Diese Maßnahme kann aber erst im Jahr 2028 durchgeführt werden.
Weitere Zukunftsinvestitionen erfordert die Entwässerung im Bereich Marktplatz, Steingasse und einem Teilstück in der Neuenhammer Straße. Auch sind die Pumpstationen Lohma (Siedlung), Lohma (Dorf), Berglerschleif und Zengerhof zu erneuern. In der Kläranlage selbst muss eine Förderschnecke ersetzt werden. Der Feinrechen muss ebenfalls ausgetauscht werden. Zur Erhebung von Verbesserungsbeiträgen für den Neubau des Regenüberlaufbeckens „Miesbrunner Straße“ müssen die Geschoss- und Grundstücksflächen der zur Zahlung von Ergänzungsbeiträgen infrage kommenden Grundstücke ermittelt werden.
Grundsteuer: Neue Hebesätze ab 2027
Ab dem 1. Januar 2027 werden bei der Berechnung der Grundsteuer neue Hebesätze angewendet. Die Grundsteuer A bleibt bei 250 Prozent, bei der Grundsteuer B steigt der Hebesatz von 190 Prozent auf 210 Prozent.
Naturbad: Förderfrage offen
Stefan Kabitschke, Vorsitzender des Freibadfördervereins, hakte hinsichtlich der Freibadsanierung nach. Er wollte wissen, ob nach der Entscheidung, auf eine Sanierung des Freibads zu verzichten, auch für den Umbau als Naturbad die entsprechenden Förderanträge zurückgenommen wurden. „Gehört habe ich davon nichts“, meinte Stefan Kabitschke. Bürgermeister Rieß erklärte dazu, dass über einen Antrag noch nicht entschieden sei und diese Entscheidung nach Mitteilung einer Mitarbeiterin bei der Regierung der Oberpfalz der Stadt Pleystein bis Ende des Jahres zugehen werde. „Sie mache keine Hoffnung“, zitierte das Stadtoberhaupt die Meinung der Mitarbeiterin bei der Regierung der Oberpfalz.
Andrea Lang (CSU) merkte dazu an, dass ihr Regierungspräsident Walter Jonas eine Förderung für das Naturbad in Höhe von 75 Prozent zugesagt habe. Ausdrücklich betonte Andrea Lang, dass weiterhin versucht werde, mit Sponsoren aus allen Richtungen eventuelle Gelder zu erhalten, um ein Naturbad einrichten zu können. Klar waren die Worte von Bürgermeister Rieß dazu: Ihm fehle jegliche Fantasie, wie das Projekt Naturbad umgesetzt werden könne.
Weitere Fragen zu Baugebiet und Immobilie
Sebastian Windschügl sprach erneut die Erschließung des Baugebiets „Forsthaus“ an. Er wollte wissen, warum zunächst gesagt wurde, die Grundstücke stünden ab Herbst 2024 zum Verkauf bereit, bis jetzt habe sich nichts getan. Bürgermeister Rieß wies daraufhin, dass die Stadt aktuell ein Grundstück im Baugebiet „Zillertal“ besitze, für das es zwei Interessenten gegeben habe, die letztlich wieder abgesprungen seien. Er könne sich nicht vorstellen, dass bei den aktuellen Preisen in der Baubranche großes Interesse an Grundstückskäufen bestehe. Für die Stadt würde die Erschließung einen Aufwand von mehreren Hunderttausend Euro bedeuten, „ein Geld, das wir nicht haben“.
Altbürgermeister Johann Walbrunn wollte wissen, wie es mit dem Haus Marktplatz 6 weitergehe. Dazu bat der Bürgermeister, am Samstag auf Anzeigen zu Immobilienverkäufen zu achten. Nach Drängen räumte Werner Rieß ein, dass dieses Objekt wieder von der Stadt veräußert werde.
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