OB Jens Meyer (SPD) zieht sich nach Abwahl aus der Politik zurück

OB Jens Meyer (SPD) zieht sich nach Abwahl aus der Politik zurück
Im Mai wird der Wahlsieger Benjamin Zeitler (CSU) das Amt übernehmen. Meyers Platz im Stadtrat geht an Gabriele Laurich über, die damit weiterhin Teil des Gremiums bleibt. In der Stichwahl hatte Meyer, Kandidat der SPD, mit 34,3 Prozent der Stimmen deutlich das Nachsehen.
In einer etwa achtminütigen Abschiedsrede blickte Meyer auf seine Amtszeit zurück und bedankte sich bei Mitarbeitenden, Stadtratskollegen und Bürgern sowie seiner Familie. Er erinnerte an außergewöhnliche Herausforderungen wie die Corona-Pandemie und die Energiekrise, betonte aber gleichzeitig, dass es gelungen sei, wichtige Entwicklungen für die Zukunft der Stadt anzustoßen.
Statement OB Jens Meyer:
Heute war meine letzte Stadtratssitzung als Oberbürgermeister.
Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen habe ich mich entschieden, dem künftigen Stadtrat nicht mehr anzugehören. Für mich ist der Moment gekommen, Abschied aus der aktiven Kommunalpolitik zu nehmen.
Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf die vergangenen 24 Jahre zurück – geprägt von vielen Herausforderungen, Erfolgen und vor allem von unzähligen Begegnungen mit tollen Menschen.
Mein herzlicher Dank gilt allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, die mich auf diesem Weg unterstützt haben, sowie meiner Familie, die mir immer den nötigen Rückhalt gegeben hat.
Meinem Nachfolger Dr. Benjamin Zeitler und dem neu gewählten Stadtrat wünsche ich stets eine glückliche Hand und kluge Entscheidungen zum Wohle unserer Stadt.
Unsere schöne Stadt Weiden bleibt für mich weiterhin eine Herzensangelegenheit – ich werde ihr auch künftig eng verbunden bleiben .
Danke für das Vertrauen und die gemeinsame Zeit!
24 Jahre im Stadtrat
Seine Abwahl wertete er als Zeichen einer funktionierenden Demokratie. Nach intensiver Überlegung sei für ihn nun der richtige Zeitpunkt gekommen, sich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen. Insgesamt war Meyer 24 Jahre im Stadtrat aktiv, davon zwölf Jahre als zweiter Bürgermeister unter Kurt Seggewiß. Seit 2020 stand er an der Spitze der Stadt. Der Entschluss sei ihm nicht leicht gefallen.
Beruflich wird Meyer wieder im Polizeidienst arbeiten, vermutlich beim Polizeipräsidium in Regensburg. Seinem Nachfolger wolle er bewusst Raum geben und keinen Einfluss mehr ausüben. Er betonte ausdrücklich, dass sein Rückzug nicht im „Groll oder Beleidigtsein“ erfolge.
Am Ende fehlte respektvoller Umgang
Zum Ende seiner Amtszeit äußerte Meyer jedoch auch Kritik: Ihm habe zuletzt der respektvolle Umgang mit unterschiedlichen Meinungen im Stadtrat gefehlt. Anlass war unter anderem ein Vorwurf von Christian Deglmann kurz zuvor in der Sitzung, der Meyer beschuldigt hatte, bewusst falsche Aussagen gemacht zu haben.
Seinem Nachfolger wünschte Meyer abschließend eine glückliche Hand und gute Entscheidungen für die Zukunft der Stadt. Nach seiner Rede kam es zu einem versöhnlichen Moment: Beide Politiker reichten sich die Hand, während die meisten Stadträte applaudierten.




