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SPD leckt nach der Kommunalwahl Wunden, freut sich aber über Dals Sensationsergebnis

Reuth. Die Mitglieder des SPD-Kreisvorstands trafen sich im Gasthaus Rechersiemer in Röthenbach zur Nachbesprechung der Kommunalwahl. Grund zum Jubeln gab es für die Sozialdemokraten nicht.

SPD leckt nach der Kommunalwahl Wunden, freut sich aber über Dals Sensationsergebnis

Muhammet „Mo“ Dal. Foto: Archiv Udo Fürst

Bei der Zusammenkunft zog SPD-Kreisvorsitzender Uli Roth ein ernüchterndes Fazit: „Sechs SPD-Bürgermeisterkandidaten sind im Landkreis angetreten, keiner hat es geschafft und die letzte Bastion in Neusorg ist auch gefallen. Das ist alles sehr schmerzlich.“

„Mo Dals sensationelles Ergebnis“

Es sei ein schwacher Trost, dass auch die CSU Federn gelassen und sogar den Landrat verloren habe. Das Erschreckendste aber sei der Aufschwung der AfD, die auf Anhieb sieben Sitze erreicht habe. „Von deren Kandidaten kennt man niemanden, keiner von denen hat sich bisher in irgendeiner Form kommunalpolitisch oder in Vereinen oder Verbänden engagiert. Die werden einfach nur gewählt, weil sie bei der AfD sind“, sagte Roth. Mit den sechs erreichten Sitzen müsse man bei der SPD angesichts der Konkurrenz und dem auf 50 Kreisräte verringerten Gremium noch einigermaßen zufrieden sein. „Es hätte noch schlimmer kommen können.“

Eine positive Ausnahme stelle allein SPD-Landratskandidat Muhammet Dal dar. „Mo hat mit 17 Prozent bei der Landratswahl und mehr als 21.000 Stimmen auf der Liste ein sensationelles Ergebnis geschafft“, freute sich der Kreisvorsitzende und lobte den Erbendorfer Newcomer für seinen unglaublich engagierten Wahlkampf. „Es ist bewundernswert, wie Du Dich ins Zeug gelegt und viele Wählerinnen und Wähler von Dir überzeugt hast.“ Das gelte aber ähnlich für die SPD-Bürgermeisterkandidaten, die trotz ihrer Niederlagen alles gegeben hätten. Ein Rätsel sei ihm das klare Ergebnis in Neusorg. „Corbinian Wedlich hat sich dort mächtig ins Zeug gelegt und wie ich finde, einen klasse Wahlkampf bestritten. Umso enttäuschender ist das Ergebnis für uns alle ausgefallen.“

Lob und Dank für Uli Roth

Roth lobte den überwiegend fairen Wahlkampf im Landkreis und appellierte an die Genossinnen und Genossen, nicht aufzugeben und weiterhin für die gute Sache der Sozialdemokratie zu kämpfen. Hans Brandl aus Mitterteich dankte dem Kreisvorsitzenden für seine aufreibende Arbeit in den vergangenen Monaten. „Du hast hier Großartiges geleistet. „Ohne Deinen überragenden Einsatz wäre vieles nicht möglich gewesen.“ Gottfried Beer aus Bärnau resümierte, dass das derzeit schlechte Image der SPD im Bund ein Grund für das Abschneiden bei der Kommunalwahl gewesen sei. „Wir hatten durchweg gute Kandidaten, daran lag es nicht.“

In die gleiche Kerbe hieb auch der stellvertretende Kreisvorsitzende Karl Georg Haubelt. Er sah die gesamtpolitische Großwetterlage in Deutschland als mitentscheidend an. „Leider zerfleischen wir Sozialdemokraten uns gerne selbst.“ Zugleich warb er für die Regierungsarbeit seiner Partei in Berlin. „Ohne uns wäre der soziale Kahlschlag noch viel größer.“ Haubelt sah auch im immer stärker werdenden Egoismus der Gesellschaft ein großes Problem. Dies äußere sich auch in der Zustimmung für AfD-Positionen. „Diese Partei hat keinerlei Lösungen, schon gar nicht für den kleinen Mann.“ Deren Kandidaten seien gesichtslos, planlos, programmlos. Als kleinen Seitenhieb auf die CSU und die Landratswahl meinte Haubelt: „Hochmut kommt vor dem Fall.“

Positiver Haushalt 2026

Uli Roth berichtete noch kurz aus dem Kreistag und dem Haushalt 2026 des Landkreises, der mit 160 Millionen Euro und einer geringeren Kreisumlage sehr positiv zu bewerten sei. Schließlich wurden noch die nächste Vorstandssitzung und die SPD-Kreiskonferenz mit Neuwahlen am 20. Juni terminiert.

Spedition Wagner
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