Symposium setzt starke Impulse für Religionsfreiheit in Amberg

Symposium setzt starke Impulse für Religionsfreiheit in Amberg
Internationales Symposium in Amberg zur Rolle von Religion im öffentlichen Raum
Amberger Symposium „Religion im öffentlichen Raum“ setzt starke Impulse für Demokratie und Religionsfreiheit – International hochkarätig besetzte Veranstaltung im Großen Rathaussaal der Stadt Amberg bot Raum für vielseitigen Diskurs und wertvollen Austausch – OB Michael Fritz lobt Organisator Dr. Toni Fickentscher und befürwortet eine Fortsetzung dieses besonderen Veranstaltungsformats in Amberg
Die Stadt Amberg war am gestrigen Sonntag, 5. Juli 2026, Gastgeber des erstmals veranstalteten Amberger Symposiums „Religion im öffentlichen Raum“. Auf Einladung des Initiators und Organisators Dr. Toni Fickentscher kamen im Großen Rathaussaal der Stadt Amberg renommierte Persönlichkeiten aus Politik, Justiz, Wissenschaft und Religionsgemeinschaften aus Europa zusammen, um über die Bedeutung der Religionsfreiheit für den demokratischen Verfassungsstaat zu diskutieren.
OB betont Bedeutung der Religionsfreiheit
Eröffnet wurde das Symposium von Oberbürgermeister Michael Fritz, der die zahlreichen Gäste im voll besetzten Großen Rathaussaal willkommen hieß. In seiner Begrüßung unterstrich er die Bedeutung der Veranstaltung für den gesellschaftlichen Dialog und betonte, dass der Austausch über Religionsfreiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit angesichts verschiedener Zeitenwenden in der Gegenwart wichtiger denn je sei. „Dieses Symposium findet zur rechten Zeit statt. Der offene und konstruktive Austausch über die Grundlagen unseres demokratischen Zusammenlebens in Fragen der Religionsausübung ist aktuell besonders notwendig“, unterstrich OB Fritz. Die Präsenz hochrangiger Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Justiz und Religionsgemeinschaften unterstreiche die überregionale Bedeutung der Veranstaltung und sei zugleich eine besondere Auszeichnung für die Stadt.
Im Anschluss richtete sein Amtsvorgänger, der ehemalige Oberbürgermeister Michael Cerny, ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Es folgte der Initiator und Organisator des Symposiums, Dr. Toni Fickentscher, der als Spiritus Rector der erstmalig durchgeführten Veranstaltung deren Entstehungsgeschichte sowie die Zielsetzung des Symposiums erläuterte.
Grußworte von Politik und Justiz
Den Reigen der Grußworte schloss Bayerns Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Joachim Herrmann. Er hob die besondere Bedeutung der Religionsfreiheit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor und betonte: „Diese religiöse Vielfalt gehört ebenso zu Bayern wie das Bewusstsein für die Verantwortung, die aus den Brüchen unserer Geschichte erwächst. Das Verhältnis zwischen Staat und Religion hat in Bayern eine ganz besondere Geschichte.“ Mit Blick auf die Rolle der Glaubensgemeinschaften für eine freiheitliche Gesellschaft unterstrich Herrmann: „Ich bin fest davon überzeugt: Demokratie braucht Religion!“
Im Mittelpunkt des Amberger Symposiums „Religion im öffentlichen Raum“ standen drei hochkarätig besetzte Panels, die unterschiedliche Facetten der Religionsausübungsfreiheit beleuchteten.
Drei Panels beleuchten zentrale Aspekte
Im ersten Panel diskutierten der ehemalige Staatspräsident der Republik Lettland Egils Levits, der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner, Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, sowie der Bundestagsvizepräsident a. D. Johannes Singhammer über die Religionsausübungsfreiheit als Wertegrundlage des demokratischen Verfassungsstaates. Die Moderation übernahm die Bundestagsabgeordnete Susanne Hierl.
Das zweite Panel widmete sich dem Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften, dessen Grenzen sowie dem Umgang mit religiösen Symbolen im öffentlichen Raum. Es referierten der Richter des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Henning Radtke, die Generalanwältin am Gerichtshof der Europäischen Union Prof. Dr. Dres. h.c. Juliane Kokott, der Präsident des Obersten Verwaltungsgerichtshofes Finnlands S.E. Dr. Dr. h.c. Kari Kuusiniemi sowie der verantwortliche Redakteur für Zeitgeschehen, Staat und Recht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Dr. Reinhard Müller. Die Moderation lag bei Prof. Dr. Anja Seibert-Fohr, Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Negative Religionsfreiheit und Schutz des Rechtsstaats
Im dritten Panel standen die negative Religionsfreiheit sowie der Schutz des freiheitlichen Rechtsstaates vor dem Gottesstaat im Mittelpunkt. Es diskutierten die Autorin, Aktivistin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş, der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Dr. Ludwig Spaenle, der österreichische Europaabgeordnete Mag. Dr. h.c. Lukas Mandl, die spanische Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Cristina Hermida del Llano sowie Prof. Dr. Dr. Stefan Mückl von der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom.
Die Vielfalt der Vorträge und die Lebendigkeit der Diskussionen machten deutlich, dass die Freiheit der Religionsausübung weit mehr ist als ein individuelles Grundrecht. Sie ist zugleich Ausdruck einer offenen, pluralistischen Gesellschaft und unverzichtbarer Bestandteil der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Herausforderungen zwischen Freiheit und staatlicher Neutralität
Gleichzeitig wurden die Herausforderungen diskutiert, denen sich demokratische Rechtsstaaten im Spannungsfeld zwischen Religionsfreiheit, staatlicher Neutralität und dem Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung stellen müssen.
Schlusswort und Ausblick
Den Schlusspunkt des Amberger Symposiums „Religion im öffentlichen Raum“ setzte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer mit einem Schlusswort, in dem er die Bedeutung des respektvollen Dialogs zwischen Religion, Staat und Gesellschaft hervorhob.
Oberbürgermeister Michael Fritz zog zum Abschluss des Amberger Symposiums „Religion im öffentlichen Raum“ eine positive Bilanz. Die erstmals in dieser Form durchgeführte Veranstaltung habe eindrucksvoll gezeigt, dass Amberg ein geeigneter Ort für den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs über zentrale Zukunftsfragen sei.
„Ein Veranstaltungsformat dieser Qualität würde ich sehr gerne wieder in Amberg begrüßen“, betonte der Oberbürgermeister. Er dankte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die inspirierende Veranstaltung und den fruchtbaren Austausch, der die Bedeutung eines solchen Formats für den öffentlichen Diskurs eindrucksvoll unterstrichen habe.
Sein besonderer Dank galt dem Initiator und Organisator Dr. Toni Fickentscher für sein großes Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung. Ebenso dankte Michael Fritz dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Förderung im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, der Katholischen Erwachsenenbildung Amberg-Sulzbach, der Sparkasse Amberg-Sulzbach, der Conference of European Rabbis sowie dem Bayerischen Verein für Toleranz, Demokratie und Menschenwürde e. V. für ihre Unterstützung.
Sein persönlicher Dank richtete sich darüber hinaus an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, an alle – teils weit angereisten – Referentinnen und Referenten, Moderatorinnen und Moderatoren, an das engagierte Publikum sowie an die anwesenden Medienvertreter. Ihr gemeinsamer Beitrag habe maßgeblich zum Gelingen des Symposiums und zur ausgesprochen positiven Resonanz auf diese außergewöhnliche Veranstaltung beigetragen. Abschließend trugen sich die hochrangigen Gäste in das Goldene Buch der Stadt Amberg ein.
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