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Wärmewende nimmt in Speinshart Fahrt auf

Speinshart. Der Gemeinderat billigt den kommunalen Wärmeplan, setzt aber auf Freiwilligkeit. Biogas und ein Hackschnitzel-Blockheizkraftwerk versorgen viele Häuser; Bauarbeiten erzwingen Umleitungen.

Speinshart. Der Gemeinderat billigt den kommunalen Wärmeplan, setzt aber auf Freiwilligkeit. Biogas und ein Hackschnitzel-Blockheizkraftwerk versorgen viele Häuser; Bauarbeiten erzwingen Umleitungen.
Zur Erreichung der Klimaziele ist das Klosterdorf schon ein Stück voraus. Ein Hackschnitzel-Blockheizkraftwerk in Tremmersdorf (unser Bild) und eine Biogasanlage in Speinshart versorgen in den Hauptorten bereits viele Haushalte. Auch das Klosterareal und die öffentlichen Einrichtungen sind bereits angeschlossen. Foto: Robert Dotzauer

Wärmewende nimmt in Speinshart Fahrt auf

Mit einer kommunalen Wärmeplanung Zukunft schaffen – für die Gemeinden laut Wärmeplanungsgesetz ein Muss. Doch dieses Zukunftsszenario ist im Klosterdorf längst im vollen Gange, wie sich bei einer Untersuchung des Ist-Zustands der Wärmeversorgung zeigt.

Geringe Beteiligung an Umfrage zur Wärmeplanung

Die ländlichen Gebiete tun sich schwer, wenn es um die kommunale Wärmeplanung geht. Ein Thema, das auch die Bevölkerung in Speinshart nicht sonderlich elektrisiert. An einer Umfrage durch das von der Gemeinde beauftragte Institut für Energietechnik (ife) beteiligten sich nur rund 30 Prozent der Gebäudeeigentümer. Eine magere Bilanz, die zudem nur von einer Interessenbekundung von 50 Prozent begleitet wurde, wie sich bei der Präsentation des Planungsentwurfs in der Gemeinderatssitzung herausstellte.

Wärmeversorgung schon auf einem guten Weg

Dafür gibt es Gründe. Einleitend verwies Bürgermeister Albert Nickl auf den schon bemerkenswerten Versorgungsgrad durch Wärmeanbieter in Speinshart mit einer Biogasanlage und in Tremmersdorf mit einem Hackschnitzel-Blockheizkraftwerk. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir schon mit privatwirtschaftlich betriebenen Wärmenetzen auf einem guten Weg sind“, betonte Nickl. Eine Entwicklung ganz im Sinne des Klimaschutzes und der staatlich verordneten Initiativen.

Zentrale Versorgung unwirtschaftlich

Da hatte es ife-Projektleiter Martin Gonschorek nicht leicht, Überzeugungsarbeit für eine weitere Optimierung der Nahwärmeversorgung zu leisten. Die großflächige Gemeindestruktur mit zehn Ortsteilen und damit verbunden mit der Notwendigkeit eines langen Leitungsnetzes und einer überschaubaren Anzahl an möglichen Anschlussnehmern ließ schon zu Beginn der Präsentation Zweifel an der Wirtschaftlichkeit einer zentralen Wärmeversorgung aufkommen. Eine Feststellung, der im Gremium niemand widersprach. So beschränkte sich der ife-Projektleiter pflichtgemäß auf eine zügige Zusammenfassung der Planungsagenda, informierte über die Bestandsanalyse und beleuchtete ein mögliches Zielszenario einer Speinsharter Wärmewende-Strategie.

Biogas- und Biomasse-Potenzial kann Bedarf decken

Für Martin Gonschorek ein schwieriges Unterfangen bei einer bereits im vollen Gange befindlichen Anschlusswelle an die bereits bestehenden Nahwärmenetze. Die gute Nachricht: Der Projektleiter ermittelte mit Blick auf das bereits vorhandene Biogas- und Biomasse-Potenzial die Möglichkeit einer 100-Prozent-Deckung des Gesamtwärmebedarfs. Im Fokus standen ergänzend Vorschläge für eine Nahwärmeversorgung in Speinshart Nord und für das Quartier im Speinsharter Ortskern. Weitere Untersuchungen des Instituts erstreckten sich auf Nutzungsmöglichkeiten mit Grundwasserwärmepumpen, durch Tiefengeothermie, Erdwärmesonden, Flusswasserwärme, PV-Flächen, Windkraftanlagen und die Wasserstoffnutzung. Möglichkeiten zuhauf, aber nur bedingt nutzbar, so die Untersuchungsergebnisse.

Fokus auf individuelle Lösungen

Der Blick des Gremiums richtete sich letztendlich auf Einzel- und Nachbarschaftsinitiativen der Gebäudeeigentümer. Dazu zählte Bürgermeister Albert Nickl die Nutzung von Wärmepumpen, den Einbau von Hackschnitzelheizungen und kleinräumige Kooperationsgemeinschaften. Formal beschloss das Gremium den Wärmeplan einstimmig. Um einen Umsetzungsanspruch zu vermeiden, verzichtete der Rat auf formelle Gebietsausweisungen. Verpflichtende Anordnungen und Rechtsansprüche sollen mit der Entscheidung vermieden werden.

WITRON – Osterferien
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Leitungsarbeiten zwingen zu großräumigen Umleitungen

Die zügige Umsetzung zur Verlegung einer Wasserleitung in Tremmersdorf und Erdarbeiten für die Breitbandversorgung zwingen zu Verkehrsumleitungen. In der Gemeinderatssitzung erläuterte der Bürgermeister die verkehrsrechtlichen Anordnungen und bat bei den Verkehrsteilnehmern und den Anliegern um Verständnis. „Wir versuchen, die Behinderungen so erträglich wie möglich zu machen“, versicherte Albert Nickl. Belastungen seien dabei leider nicht zu vermeiden. Für ergänzende Hinweisschilder zum Erreichen publikumsintensiver Hotspots plädierte Holger Götz. Der Sitzungsleiter versprach Nachbesserungen.

Nacherhebung von Herstellungsbeiträgen

Zudem kündigte der Bürgermeister und mit ihm Gemeinderat Benjamin Roder in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Wasserzweckverbandes der Seitenthaler Gruppe im Informationsteil Bescheide über die Nachveranlagung von Herstellungsbeiträgen für Wasser- und Abwasseranlagen an. Hintergrund sind die im Rahmen einer Globalberechnung in manchen Anwesen ermittelten zusätzlichen Grundstücks- und Geschossflächen, für die bisher noch keine Herstellungsbeiträge erhoben wurden.

Der Versand der Beitragsbescheide mit ergänzenden Begründungen ist für Anfang April 2026 terminiert.

Weitere Projekte in der Gemeinde

Gute Nachrichten gab es zur „Baustelle Kindergarten“. Das Gesamtprojekt sei so gut wie abgeschlossen, teilte der Bürgermeister dem Gremium mit. Seinen „Lagebericht“ ergänzte der Sitzungsleiter mit der Ankündigung einer Brückenbaumaßnahme in Zettlitz, dem Beginn der Baumaßnahmen zur Errichtung eines neuen Gemeindebauhofs und von Wegebaumaßnahmen. Im Rahmen eines staatlichen ILE-Projekts berichtete Nickl als Vorsitzender des Schulverbandes am Rauhen Kulm von der einladenden Neugestaltung der Schulaula und der Schülerlesebücherei. Albert Nickl schwärmte vom einzigartigen Design der Einrichtung in Form von Bienenwaben.