Großer Andrang beim Demenzscreening in Eslarn
Großer Andrang beim Demenzscreening in Eslarn

Das Interesse war deutlich größer als die verfügbaren Plätze: Der Demenzscreening-Tag, den das Quartiermanagement des Marktes Eslarn am vergangenen Samstag angeboten hat, war vollständig ausgebucht. Zusätzlich wurde eine Warteliste geführt. „Aufgrund der begrenzten Kapazitäten konnten leider nicht alle Interessierten berücksichtigt werden“, berichtet Organisatorin Petra Brenner vom Quartiermanagement.
Große Nachfrage nach Demenzscreening in Eslarn
Von 10 bis 16 Uhr erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Eslarn und Umland die Möglichkeit, ihre Gedächtnisleistung im Rahmen wissenschaftlicher Tests überprüfen zu lassen. Durchgeführt wurden die Testungen von Sarah Kretlow, Projektassistentin des Projekts Digitales Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern), die für das Angebot entsprechend geschult ist. Unterstützt wurde die Fachfrau von Petra Brenner. Die Untersuchungen fanden in einem geschützten Testraum statt. Anschließend wurden die Ergebnisse vertraulich mit den jeweiligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern besprochen. Auf Wunsch konnten auch Angehörige in das Gespräch einbezogen werden. Je nach Ergebnis erhielten die Teilnehmenden Hinweise und Empfehlungen für das weitere Vorgehen.
Ablauf und Auswertung der Tests
Karin Stahl übernahm während des Aktionstags den Empfang und begleitete die Besucherinnen und Besucher in den Wartebereich. Auf Fotoaufnahmen mit den getesteten Personen wurde bewusst verzichtet. Grund dafür waren die Privatsphäre der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die besondere Sensibilität des Themas.
Früherkennung kann wichtige Orientierung geben
Die große Resonanz und die positiven Rückmeldungen machen deutlich, wie wichtig niedrigschwellige Angebote rund um das Thema Demenz sind. „Es ist erfreulich, dass das Thema Demenz langsam mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft bekommt“, sagt Sarah Kretlow. Angesichts der bundesweit steigenden Zahl von Menschen mit einer Demenzerkrankung sei es entscheidend, mögliche Anzeichen frühzeitig wahrzunehmen. Eine frühe Einschätzung könne dabei helfen, rechtzeitig Unterstützung sowie geeignete Hilfs-, Behandlungs- und Therapieangebote in Anspruch zu nehmen. Auch für Angehörige sei es hilfreich, möglichst früh über eine mögliche Erkrankung informiert zu sein. So könne der Alltag besser auf die Bedürfnisse eines erkrankten Menschen abgestimmt werden. Dabei betont Kretlow einen wichtigen Punkt: „Bei dem Screening handelt es sich um wissenschaftliche Tests zur ersten Einschätzung der Gedächtnisleistung und nicht um eine ärztliche Diagnose.“ Bei auffälligen Ergebnissen werde deshalb auf die Notwendigkeit einer ärztlichen Abklärung hingewiesen.
digiDEM Bayern untersucht Demenzversorgung
Das Angebot ist in ein größeres Forschungsprojekt eingebettet. Das vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention geförderte Projekt Digitales Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern) baut auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts Bayerischer Demenz Survey (BayDem) auf. Im Mittelpunkt der bayernweiten Langzeituntersuchung stehen Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz sowie deren pflegende An- und Zugehörige. Ziel ist es unter anderem, die Lebensbedingungen der Betroffenen zu verbessern und die Versorgungssituation – insbesondere in ländlichen Regionen – besser zu verstehen.
Demenzparcours macht Einschränkungen erlebbar
Nach dem erfolgreichen Screening-Tag setzt Eslarn das Informationsangebot fort. Vom 21. bis 23. September 2026 wird im Gemeindehaus in der Schulhausstraße 1 ein Demenzparcours mit Demenzsimulator aufgebaut. An verschiedenen Stationen können Besucherinnen und Besucher selbst erfahren, welchen Herausforderungen Menschen mit einer Demenzerkrankung im Alltag begegnen können. Einschränkungen bei Wahrnehmung, Orientierung und alltäglichen Fähigkeiten werden dabei unmittelbar erlebbar. Das Angebot richtet sich an Angehörige, Betroffene, Fachkräfte, Ehrenamtliche und alle Interessierten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Öffnungszeiten
- Montag, 21. September: 17 bis 20 Uhr
- Dienstag, 22. September: 9 bis 18 Uhr
- Mittwoch, 23. September: 9 bis 18 Uhr
Vortrag über Demenz und erste Warnzeichen
Ergänzend findet am Mittwoch, 23. September, um 16 Uhr ein Fachvortrag von Dr. Gebel, Fachärztin für Neurologie und Vorstandsmitglied von SEGA e. V., statt. Unter dem Titel „Vergessen im Alter – Was ist eigentlich Demenz und wo beginnt sie?“ geht es darum, wo normales Vergessen aufhört und mögliche Warnzeichen einer Demenzerkrankung beginnen. Zudem wird thematisiert, was eine Demenzdiagnose für Betroffene und Angehörige bedeuten kann. Der Vortrag soll Wissen vermitteln, Orientierung geben und dazu beitragen, Berührungsängste gegenüber dem Thema Demenz abzubauen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung wird erbeten.
Nächster Screening-Termin im November
Wer beim ersten Demenzscreening keinen Platz bekommen hat, erhält eine weitere Möglichkeit: Am 28. November 2026 findet in Eslarn erneut ein Demenzscreening-Tag statt. Interessierte können sich bereits jetzt beim Quartiermanagement unter 09653/92070 oder per E-Mail an pbrenner@eslarn.de anmelden.
Mit dem Screening, dem Demenzparcours und dem Fachvortrag setzt Eslarn damit auf einen möglichst frühzeitigen Zugang zu Information und Unterstützung. Die große Nachfrage zeigt zugleich, dass das Interesse an Aufklärung und Früherkennung vor Ort vorhanden ist.
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