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MSR Bertelshofer
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Hausärztliche Versorgung in Vilseck: Jetzt handeln und frühzeitig Weichen stellen

Vilseck. Auf Wunsch von Bürgermeister Thorsten Grädler fand im Sitzungssaal des Vilsecker Rathauses ein gemeinsamer Termin zur zukünftigen hausärztlichen Versorgung im Gemeindegebiet statt. Seit Beginn der Legislaturperiode besteht parteiübergreifend das klare Anliegen, dieses wichtige Thema frühzeitig und entschlossen anzugehen.

Vilseck. Auf Wunsch von Bürgermeister Thorsten Grädler fand im Sitzungssaal des Vilsecker Rathauses ein gemeinsamer Termin zur zukünftigen hausärztlichen Versorgung im Gemeindegebiet statt. Seit Beginn der Legislaturperiode besteht parteiübergreifend das klare Anliegen, dieses wichtige Thema frühzeitig und entschlossen anzugehen.
Foto: Stadt Vilseck

Hausärztliche Versorgung in Vilseck: Jetzt handeln und frühzeitig Weichen stellen

Bereits im Vorfeld wurden Gespräche mit allen Haus- und Zahnärzten in Vilseck geführt. Dabei ging es insbesondere um deren persönliche Planungen hinsichtlich Ruhestand, Praxisweiterführung und möglicher Nachfolgeregelungen. Ziel ist es, rechtzeitig zu erkennen, wo in den kommenden Jahren Versorgungslücken entstehen könnten.

Am gemeinsamen Gespräch im Rathaus nahmen die Bürgermeister, Fraktionsvorsitzenden und der Geschäftsleiter sowie Nina Ratschker vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) teil. Frau Ratschker stellte die aktuellen Zahlen und Hintergründe zur ärztlichen Versorgung vor.

Drohende Unterversorgung im hausärztlichen Bereich

Vilseck gehört im Bereich der hausärztlichen Versorgung zum Planungsbereich gemeinsam mit Freihung, Hahnbach, Gebenbach, Hirschau und Schnaittenbach. Die aktuellen Zahlen zeigen eine deutliche Herausforderung: Der Altersdurchschnitt der Hausärzte im Planungsbereich liegt mit Stand August 2026 bei 57,9 Jahren. Rund 50 Prozent der Ärzte sind bereits 60 Jahre oder älter.

Damit ist nach den vorgestellten Daten der Status einer drohenden Unterversorgung gegeben. Entsprechend besteht Handlungsbedarf.

Grundsätzlich könnten sich im gesamten Planungsbereich, zu dem Vilseck gehört, vier weitere Hausärzte niederlassen. Für Vilseck steht dabei jedoch nicht in erster Linie eine zusätzliche Arztstelle im Vordergrund. Vielmehr soll sichergestellt werden, dass die Hausärzte, die in den kommenden Jahren aus Altersgründen ausscheiden, möglichst nahtlos nachbesetzt werden können.

Bei Fachärzten gelten andere Rahmenbedingungen

Anders stellt sich die Situation bei den Fachärzten dar. Der entsprechende Planungsbereich umfasst die Stadt Amberg sowie den gesamten Landkreis Amberg-Sulzbach. Obwohl für Patientinnen und Patienten häufig lange Wartezeiten auf einen Facharzttermin entstehen und die tatsächliche Versorgungssituation daher teilweise anders wahrgenommen wird, liegt der statistische Versorgungsgrad derzeit bei über 100 Prozent.

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Aus diesem Grund können sich aktuell grundsätzlich keine weiteren Fachärzte im Landkreis Amberg-Sulzbach und in der Stadt Amberg niederlassen. Eine Ausnahme bildet nach derzeitigem Stand lediglich die Möglichkeit für einen weiteren HNO-Arzt.

Eine Sonderstellung nehmen die Zahnärzte ein. In diesem Bereich besteht keine entsprechende Zulassungsreglementierung. Zahnärzte können sich daher grundsätzlich jederzeit in den Gemeinden niederlassen.

Besonderheit Truppenübungsplatz muss berücksichtigt werden

Im Gespräch wurde zudem auf eine besondere Situation in Vilseck und der Region hingewiesen: den Truppenübungsplatz und die dort stationierten US-amerikanischen Streitkräfte.

Rund 30.000 Amerikaner leben beziehungsweise halten sich im Zusammenhang mit dem Standort in der Region auf. Die fachärztliche Versorgung auf dem Truppenübungsplatz reicht nach Einschätzung der Gesprächsteilnehmer nicht aus. Soldaten und ihre Familien nehmen deshalb in erheblichem Umfang die vorhandenen Facharztangebote im Landkreis und in der Stadt Amberg in Anspruch.

Diese zusätzliche Nachfrage wird in den offiziellen Einwohnerzahlen jedoch nicht entsprechend abgebildet, da die amerikanischen Soldaten und ihre Familien nicht in gleicher Weise im kommunalen Melderegister erfasst werden. Dadurch stimmen die statistisch zugrunde gelegten Einwohnerzahlen und die tatsächliche Inanspruchnahme der medizinischen Versorgung nicht vollständig überein.

Dieser Punkt soll deshalb zeitnah mit der Kassenärztlichen Vereinigung weiter besprochen werden. Aus Sicht der Beteiligten ist die zusätzliche Belastung durch die US-amerikanischen Mitbürger bei der Bewertung der tatsächlichen medizinischen Versorgungssituation unbedingt zu berücksichtigen.

Fördermöglichkeiten und Ärztehaus im Blick

Nina Ratschker informierte die Teilnehmer auch über verschiedene Fördermöglichkeiten, die für neu niedergelassene Ärzte in Frage kommen können. Diese Informationen sollen nun in die weiteren Überlegungen einfließen.

Auch das Thema Ärztehaus wurde ausführlich angesprochen. Hier bestand Einigkeit darüber, dass zunächst die Ärzte selbst eng in die Überlegungen einbezogen werden sollten. Erst wenn deren konkrete Vorstellungen und Wünsche bekannt sind, sollte über ein entsprechendes Konzept entschieden werden.

Ein vorschnelles Handeln bei der Schaffung eines Ärztehauses birgt aus Sicht von Frau Ratschker erhebliche Risiken. Es gibt bereits Beispiele, bei denen entsprechende Einrichtungen nach ihrer Fertigstellung nicht ausreichend genutzt wurden oder sogar leer standen. Deshalb soll zunächst der tatsächliche Bedarf gemeinsam mit den Ärzten ermittelt werden.

Einigkeit bestand insbesondere darin, dass die Suche nach künftigen Ärzten nicht erst dann beginnen darf, wenn eine Praxis tatsächlich geschlossen wird. Frühzeitiges Handeln ist entscheidend.

Vilseck soll deshalb bereits jetzt aktiv als attraktiver Standort für junge Mediziner beworben werden. Ziel ist es, Kontakte zu Ärzten aufzubauen, die derzeit ihr Studium abschließen oder noch in Krankenhäusern tätig sind und sich perspektivisch eine eigene Niederlassung vorstellen können.

Dabei soll selbstverständlich eine enge Abstimmung mit den derzeit in Vilseck tätigen Ärzten erfolgen. Ihre Erfahrungen, Vorstellungen und Wünsche sollen bei allen weiteren Schritten berücksichtigt werden.

Auch ein Gespräch mit der Kassenärztlichen Vereinigung soll möglichst zeitnah stattfinden, um die vorhandenen Möglichkeiten und notwendigen Maßnahmen für Vilseck und die Region weiter auszuloten.

Die Teilnehmer zeigten sich insgesamt sehr zufrieden mit dem gemeinsamen Gespräch. Die Veranstaltung habe zahlreiche wichtige Informationen, Hintergründe und konkrete Ansatzpunkte geliefert.

Für Vilseck ist damit ein wichtiger erster Schritt getan. Nun gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen zu überführen und konsequent am Thema dranzubleiben.

Die Sicherung der ärztlichen Versorgung in Vilseck soll aktiv angepackt werden. Insbesondere bei der Nachbesetzung der in den kommenden Jahren altersbedingt ausscheidenden Haus- und Zahnärzte ist es wichtig, frühzeitig Kontakte zu knüpfen und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.

Denn eines wurde bei dem gemeinsamen Termin deutlich: Wer die medizinische Versorgung vor Ort langfristig sichern will, muss heute damit beginnen, die Ärzte von morgen für Vilseck zu gewinnen.

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