Neues Therapieangebot in Weiden: Stoßwellen jetzt auch gegen neurologische Erkrankungen
![[Advertorial] Weiden. Im Süddeutschen Zentrum für Stoßwellentherapie® in Weiden wurde das Behandlungsspektrum erweitert: In der Praxis von Prof. Dr. Alexander Schuh und Dr. med. Inge Unterpaintner kommt die Stoßwellentherapie auch bei neurologischen Erkrankungen des Gehirns zum Einsatz. Mit an Bord ist nun Neurologin Dr. Cornelia Radeck.](https://oberpfalzecho.de/cache/images/340c751b-IMG_3462-scaled-1100.jpeg)
Neues Therapieangebot in Weiden: Stoßwellen jetzt auch gegen neurologische Erkrankungen
In Weiden gibt es in der Praxis von Prof. Dr. Alexander Schuh (Orthopäde) und seiner Kollegin Dr. Inge Unterpainter (Neurochirurgin und Neurologin) seit über einem Jahr das Süddeutsche Zentrum für Stoßwellentherapie®. „Wir haben unser Spektrum noch einmal entscheidend erweitert“, informiert Prof. Schuh. Neu ist, dass diese Therapiemöglichkeit jetzt auch bei neurologischen Erkrankungen des Gehirns eingesetzt wird.
Als dritte Ärztin ist Neurologin Dr. Cornelia Radeck mit dabei. Sie kommt aus ihrer gegenüberliegenden Praxis im Stadtmühlweg 4 zur Behandlung der Patienten in die Praxis Schuh-Unterpaintner (Dr.- Pfleger-Straße 4). Seit Januar läuft die Behandlung neurologischer Patienten mit s.g. neurodegenerativen Erkrankungen des Gehirns, z. B. Alzheimer-Erkrankung, vaskuläre Demenz, Parkinson-Erkrankung und nach Schlaganfällen. Aber auch bei chronischer Müdigkeit (Fatigue) bei Post Covid verspricht man sich positive Effekte.
Kein Wundermittel, aber ein Baustein
Zum Einsatz kommt dabei die sogenannte Transkranielle Pulsstimulation (TPS), eine spezielle Form der Stoßwellentherapie. Ziel ist es, regenerative Prozesse im Gehirn anzuregen. Die Stoßwellen wirken mechanisch auf Nervenzellen und Blutgefäße und aktivieren biologische Reparaturmechanismen.
Eine Heilung der Alzheimer- oder Parkinson-Erkrankung ist leider nicht möglich – „aber eine Verbesserung, Verzögerung oder Stabilisierung des chronisch-progredienten Krankheitsverlaufs“. „Da wäre schon viel geholfen“, sagt Neurologin Dr. Cornelia Radeck. Besonders in frühen Krankheitsstadien oder bei jüngeren Patienten könne es zu Verbesserungen kommen, da bei diesen Patienten die sogenannte Neuroplastizität noch besser aktiviert werden kann.
„Das ist kein Wundermittel“, betont Neurochirurgin Dr. Inge Unterpaintner. Aber die Stoßwellentherapie ist ein weiterer Therapiebaustein– etwa in Kombination mit Ergotherapie, Physiotherapie und den medikamentösen Therapien.
Erste Erfahrungen stimmen optimistisch
Die ersten Rückmeldungen aus der Praxis sind positiv. Patienten und Angehörige berichten von Verbesserungen bei Aufmerksamkeit und Konzentration, Verbesserung der Motorik. Auch Betroffene mit PostCovid-Syndrom und chronischer Fatigue zeigen positive Reaktionen auf die Behandlung. Der „Brain fog“ wurde gemildert.
Sechs Sitzungen à 30 Minuten
Der Einsatz der Stoßwellentherapie bei neurologischen Erkrankungen wird seit 2016 insbesondere in Wien erforscht und weiterentwickelt. Internationale Studien liefern inzwischen Hinweise darauf, dass die Methode positive Effekte auf Hirnaktivität, neuronale Vernetzung und motorische Funktionen hat.
Eine Behandlung dauert etwa 30 Minuten. Je nach Erkrankung kommen unterschiedliche Therapieprotokolle zum Einsatz. Bei Demenzen und Parkinson-Erkrankung sind meist sechs Sitzungen innerhalb von zwei bis drei Wochen vorgesehen. Bei chronic Fatigue kann der Abstand zwischen den Sitzungen größer gewählt werden, da die Behandlung für viele Patienten anstrengend ist.
TPS bei Parkinson-Erkrankung
Eine erste rückblickende Studie untersuchte den Einsatz der Transkraniellen Pulsstimulation bei 20 Parkinson-Patienten zusätzlich zur Standardtherapie. Die Patienten erhielten zehn TPSSitzungen innerhalb von zwei Wochen. Die Forscher beobachteten Verbesserungen der motorischen Symptome. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf; berichtet wurden lediglich vorübergehende Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel.
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer spezialisierten orthopädischen Methode zu einem vielseitigen Verfahren mit breitem medizinischem Einsatzspektrum entwickelt.
TPS bei Alzheimer-Erkrankung
Bei der Alzheimer-Erkrankung ist die Datenlage zur Transkraniellen Pulsstimulation (TPS) dagegen deutlich intensiver untersucht und entsprechend stärker. Die kognitive Leistungsfähigkeit (Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache) kann vorübergehend verbessert werden. Neuropsychiatrische Symptome (z. B. Depression, Apathie) können gelindert werden. Besonders jüngere Patienten (<70 Jahre) zeigen signifikante Verbesserungen der kognitiven Leistungen.
Experimentelle Studien zeigten, dass durch die TPS die Aktivität von Nervenzellen positiv beeinflusst und die Kommunikation zwischen ihnen verbessert werden. Ebenso gibt es Hinweise, dass TPS die Fähigkeit des Gehirns unterstützt, neue Verbindungen zwischen Nervenzellen zu bilden oder bestehende zu stärken.
Durch TPS kommt es zu einer Verbesserung der Durchblutung des Gehirnes und somit zu einer besseren Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. In Labor- und Tierstudien wurde eine erhöhte Ausschüttung von Wachstumsfaktoren wie BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) beobachtet. Diese fördern das Überleben und die Funktion von Nervenzellen.
Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) als bildgebendes Verfahren zeigte außerdem eine verbesserte Hirnaktivität und Vernetzung von Hirnnervenzellen, die für Gedächtnis und Aufmerksamkeit wichtig sind.
Behandlungsfelder deutlich ausgeweitet
Inzwischen zeigen Forschungen, dass die Therapie komplexe biologische Prozesse aktiviert: Sie beeinflusst Schmerzfasern, setzt Wachstumsfaktoren und Stammzellen frei und fördert Gefäß-, Knochen- sowie Gewebeneubildung (s.g. Mechanotransduktion).
Besonders bei klassischen orthopädischen Erkrankungen wie Kalkschulter, Tennisellenbogen, Plantarfasziitis, Achillessehnentendinopathien oder Knochenheilungsstörungen belegen zahlreiche Studien und Metaanalysen eine deutliche Wirksamkeit. Auch in der Sportmedizin wird ESWT zunehmend eingesetzt, etwa bei Stressfrakturen, Muskelverletzungen oder Überlastungssyndromen.
Darüber hinaus erschließt die ESWT zunehmend interdisziplinäre Anwendungsfelder. In der Dermatologie unterstützt sie die Heilung chronischer Wunden und Verbrennungen, insbesondere durch verbesserte Durchblutung und Geweberegeneration. Besonders ist der positive Effekt der ESWT bei chronischem Juckreiz bei Verbrennungsnarben hervorzuheben.
Stoßwellen nach Schlaganfall
Eine Übersichtsarbeit der Wissenschaftler Jung-Ho Lee und Eun-Ja Kim wertete 33 Studien zur extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) nach Schlaganfällen aus. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Methode eine sichere und vielversprechende Zusatzbehandlung sein kann.
Besonders gut dokumentiert sind Verbesserungen bei Muskelspastiken, Schmerzen sowie Gleichgewicht und Beweglichkeit. Patienten können dadurch besser greifen, gehen und alltägliche Aufgaben bewältigen. Die Therapie wird vor allem ergänzend zu Physiotherapie und Rehabilitation empfohlen. Die Verträglichkeit gilt als gut; Nebenwirkungen beschränkten sich meist auf vorübergehende Kopfschmerzen oder Hautrötungen.
In der Neurologie wird die ESWT neben dem oben beschriebenen Einsatz bei neurodegenerativen Erkrankungen auch erfolgreich zur Behandlung von Spastik nach Schlaganfall- oder ZerebralparesePatienten eingesetzt; experimentell wird sogar an Anwendungen bei frischen Querschnittslähmungen nach Wirbelsäulenverletzungen geforscht.
Die ESWT findet zudem erfolgreich Anwendung bei s.g. peripheren Nervenkompressionssyndromen (z.B. Karpaltunnelsyndrom, Tarsaltunnelsyndrom, Morton’scher Neuralgie oder dem Kubitaltunnelsyndrom).
Aber auch bei urologischen Erkrankungen wird die ESWT erfolgreich angewendet. Neben der Zertrümmerung von Nieren- und Blasensteinen sind weitere Indikationen die s.g. Induration penis plastica, die erektile Dysfunktion, chronische Prostatitis und der chronische Beckenbodenschmerz.
So funktioniert das TPS-Verfahren
Das NEUROLITH®-System der Schweizer Firma STORZ MEDICAL arbeitet mit der sogenannten Transkraniellen Pulsstimulation (TPS). Dabei werden kurze akustische Impulse, s.g. Stoßwellen gezielt durch Schädel und Kopfhaut in bestimmte Hirnregionen geleitet.
Anders als beim klassischen Ultraschall entstehen keine dauerhaften Schwingungen und keine relevante Erwärmung des Gewebes. Die kurzen Druckimpulse wirken mechanisch auf Nervenzellen und Blutgefäße. Dadurch werden regenerative Prozesse angeregt, etwa die Freisetzung von Wachstumsfaktoren, Bildung neuer Synapsen oder die Neubildung kleiner Blutgefäße.
Während der Behandlung trägt der Therapeut Ultraschallgel auf die Kopfhaut auf. Anschließend werden 6000 Pulse gezielt in bestimmte Hirnareale gesendet. Mithilfe eines Navigationssystems und individueller MRT-Aufnahmen kann die Behandlung in Echtzeit gesteuert werden.
Eine typische Ersttherapie umfasst sechs ambulante Sitzungen von jeweils rund 30 Minuten innerhalb von zwei Wochen. Ziel ist es, Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit und Orientierung zu unterstützen. TPS gilt bislang als gut verträglich und wird ergänzend zu bestehenden Therapien eingesetzt.