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Suizidprävention: Zuhören ist wichtig – und es gibt Hilfe!

Amberg. Mit dem Flyer "Zuhören ist wichtig! Signale und Hilfe bei Suizid-Gedanken" möchten der Bezirk Oberpfalz und das Gesundheitsamt Amberg die Öffentlichkeit für das Thema Suizidprävention sensibilisieren und Betroffenen Hilfsangebote aufzeigen.

Suizidprävention: Zuhören ist wichtig – und es gibt Hilfe!

Foto: : Carina Rösl

Hintergrund der Kampagne sind die vergleichsweise hohen Suizidraten in der Oberpfalz, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts Amberg-Sulzbach. Nach Angaben des Gesundheitsamts Amberg liegt die Suizidquote in der Region im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre bei 13,4 Fällen pro 100.000 Einwohnern und zählt damit zu den höchsten in Bayern.

Frühe Hilfe kann Leben retten

„Jeder einzelne Fall erschüttert und könnte bei rechtzeitigem Einschreiten möglicherweise verhindert werden“, erklärt Carina Rösl, Sozialinspektorin am Gesundheitsamt Amberg und verantwortlich für die Informationskampagne der Behörde. Als grobe Faustregel gelte, dass auf jeden vollendeten Suizid etwa zehn Suizidversuche kommen.

Besonders wichtig sei es deshalb, Warnsignale frühzeitig zu erkennen. Menschen mit suizidalen Gedanken äußern häufig Hoffnungslosigkeit, fühlen sich als Belastung für andere oder ziehen sich zunehmend aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Auch das Verschenken persönlicher Gegenstände oder direkte Äußerungen über den Wunsch, nicht mehr leben zu wollen, können Alarmzeichen sein.

Zuhören, ernst nehmen, Hilfe holen

„Suizid ist vermeidbar, wenn rechtzeitig Hilfestellungen eingeholt werden“, betont Rösl. Zuhören, Verständnis zeigen und Betroffene ernst nehmen können entscheidend dazu beitragen, diese Menschen aus ihrer Isolation zu holen. Angehörige und Freunde sollten das Gespräch suchen und gemeinsam mit den Betroffenen Unterstützungsmöglichkeiten wahrnehmen.

Hilfe

Hilfe und Beratung bieten unter anderem der Krisendienst Oberpfalz unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/655 3000, die medbo Amberg unter Telefon 09621/91 666 8350, die Notrufnummer 112 sowie das Gesundheitsamt Amberg.

Unterstützung erhalten dabei nicht nur Betroffene selbst, sondern auch Angehörige, Freunde und Bekannte.

Der Regionale Steuerungsverbund Amberg/Amberg-Sulzbach bündelt zudem verschiedene Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörige. „Wir lassen niemanden alleine. Wenden Sie sich an uns“, so Geschäftsführerin Rösl. Der Flyer „Zuhören ist wichtig! Signale und Hilfe bei Suizid-Gedanken“ kann ab sofort im Gesundheitsamt mitgenommen werden und steht im Internet zum Herunterladen bereit.

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