Blue Devils Weiden kassieren zwei unnötige Niederlagen, die aber auch hoffen lassen
Blue Devils Weiden kassieren zwei unnötige Niederlagen, die aber auch hoffen lassen
Nach der 3:4‑Auftaktniederlage am Freitag gegen Memmingen verlor die Truppe von Coach Mikhail Nemirovsky auch am Sonntag mit dem gleichen Ergebnis in Bad Nauheim. Besonders ärgerlich: Nachdem man bereits am Freitag einen zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand gegeben hatte, reichte in Bad Nauheim nicht einmal eine satte 3:0‑Führung, um mehr als ein mageres Pünktchen mitzunehmen aus der hessischen Kurstadt.
https://sporteurope.tv/del2/ec-bad-nauheim-vs-blue-devils-weiden
EC Bad Nauheim – Blue Devils Weiden 4:3 (0:3, 1:0, 2:0, 1:0) n. P.
Tore: 2. und 4. Min. Brayden Tracey 0:1 (Voyer, Knackstedt) und 0:2 (ohne Assist), 16. Min. Charly Jahnke (Pokorny) 0:3, 25. Min. Kornelli 1:3, 51. Min. Volek 2:2, 52. Min. Kornellis 3:3, 65. Min. Marcinew (Penalty) 4:3. – Strafminuten: Bad Nauheim: 6; Weiden: 4. – Zwei Punkte aus zwei Spielen, damit kann man leben – eigentlich. Schaut man genauer auf den Verlauf beider Partien gegen zwei nicht unschlagbare Gegner, wird das Ganze schon bitterer. Wenn man zweimal in Folge einen scheinbar komfortablen Vorsprung aus der Hand gibt, ist das einfach ärgerlich.
Braden Tracey überragt
Trainer Nemirovsky war dennoch nicht unzufrieden mit dem Auftritt seiner Jungs an diesem ersten DEL2-Wochenende. In der Tat hätten beide Spiele auch leicht anders ausgehen können und die Devils hätten vier Punkte auf dem Konto. Hoffnung macht hauptsächlich die Leistung eines Spielers: Braden Tracey erfüllte mit fünf Treffern in zwei Spielen mehr als alle Erwartungen an den Importspieler, der vielleicht bald einen deutschen Pass bekommt und dem so dem Verein weitere personelle Optionen eröffnet. Das ist auch dringend nötig, betrachtet man die reine Statistik: Schoss man gegen Memmingen noch 28 Mal aufs gegnerische Tor (bei 45 Gästeschüssen), war die Bilanz in Bad Nauheim mit 11:24 Versuchen noch magerer.
Die These, dass dies an der fehlenden Fitness seiner Cracks liegt, weist Nemirovyky zurück und führt den Einbruch in beiden Spielen viel mehr auf eine „mentale Geschichte“ zurück. Es seien eher emotionale und mentale Belastungen, die die Spieler müde machten, so der Coach. „Wir müssen lernen, Spiele konsequent zu Ende zu bringen. Daran werden wir arbeiten“, sagte der Trainer nach der Partie. Er sei trotzdem stolz auf sein Team, das nach der schmerzlichen Niederlage gegen Memmingen Charakter bewiesen habe.
Charakter ist gefragt
Diesen Charakter können die Blue Devils am kommenden Wochenende erneut unter Beweis stellen, wenn sie bei den Bietigheim Steelers (Freitag, 19.30 Uhr) und gegen Crimmitschau (Sonntag, 18.30 Uhr) antreten. Beide Gegner sind auch nicht makellos gestartet: Bietigheim hat zwei Zähler auf dem Konto (1:4 in Ravensburg, 4:3‑Sieg n.V. gegen die Lausitzer Füchse), Crimmitschau gewann am Sonntag mit 4:1 gegen Freiburg, nachdem sie zum Auftakt der Düsseldorfer EG mit 1:4 unterlegen waren. In einer Hinsicht haben sich die Devils gegenüber der Vorsaison deutlich verbessert: die Effektivität.
Kann man das auf ein anderes, nicht nur im Eishockey so wichtiges Kriterium, nämlich die Widerstandsfähigkeit, übertragen, sollte einem erfolgreicheren Wochenende nichts entgegenstehen. Dass sie trotz der vielen Unkenrufe in dieser Spielzeit konkurrenzfähig sind, haben die Blue Devils auf jeden Fall schon mal bewiesen.




