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Arbeitslosigkeit sinkt leicht, Jugendarbeitslosigkeit steigt in Weiden

Weiden. Der Arbeitsmarktbericht für Mai 2026 zeigt: Die Arbeitslosigkeit sank auf 5.171 Menschen, die Quote liegt bei vier Komma drei Prozent; zum Vorjahr höher. Jugendarbeitslosigkeit steigt, 2.249 Stellen gemeldet.

Weiden. Der Arbeitsmarktbericht für Mai 2026 zeigt: Die Arbeitslosigkeit sank auf 5.171 Menschen, die Quote liegt bei vier Komma drei Prozent; zum Vorjahr höher. Jugendarbeitslosigkeit steigt, 2.249 Stellen gemeldet.
Symbolbild: Pixabay

Arbeitslosigkeit sinkt leicht, Jugendarbeitslosigkeit steigt in Weiden

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Weiden (Weiden, Neustadt/WN, Tirschenreuth) im Mai 2026 gesunken. 5.171 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 78 Personen weniger (minus 1,5 Prozent) als im April, aber 152 Personen beziehungsweise drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,3 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 4,2 Prozent. Im Mai 2026 waren 2.249 Arbeitsstellen gemeldet (April 2026: 2.189). 88.306 Menschen arbeiten sozialversicherungspflichtig (Stichtag 30. November 2025).

Arbeitsmarkt zeigt hohe Dynamik

Der Arbeitsmarkt in der Nordoberpfalz zeigt trotz Anspannung eine hohe Dynamik. „Jeden Monat gibt es Hunderte Zu- und Abgänge im Agenturbezirk. Viele Menschen verlassen die Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme eines Jobs, während gleichzeitig viele neue Arbeitsuchende hinzukommen. Im Mai hält sich diese Dynamik fast die Waage, wobei der übliche Frühjahrsaufschwung ausbleibt. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ist positiv zu bewerten, jedoch darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns im langjährigen Vergleich weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen. In der aktuellen Situation wird es zunehmend schwieriger, eine neue Arbeitsstelle zu finden, weshalb sich das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit erhöht“, erklärt Bernhard Lang, Leiter der Agentur für Arbeit Weiden.

Jugendarbeitslosigkeit rückt stärker in den Fokus

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt verlief im Mai bei nahezu allen Personengruppen positiv. So waren 2.156 ältere Menschen (50 Jahre und älter) arbeitslos gemeldet – ein Rückgang von knapp fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl arbeitsloser Frauen lag bei 2.288, was einem Anteil von rund 44 Prozent an der Gesamtarbeitslosigkeit entspricht. Zudem waren 1.417 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit arbeitslos gemeldet; ihr Anteil an allen Arbeitslosen betrug rund 27 Prozent.

Auffällig entwickelt sich jedoch die Jugendarbeitslosigkeit: Aktuell sind 588 junge Menschen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von rund 19 Prozent beziehungsweise einem Plus von knapp 100 Personen. Von den arbeitslosen Jugendlichen gehören 289 Personen dem Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung an, weitere 299 Personen werden im Rechtskreis der Grundsicherung betreut. Insbesondere in letzterer Gruppe zeigt sich innerhalb eines Jahres ein Anstieg um 36,2 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass es für viele junge Menschen nach dem Schulabschluss zunehmend schwieriger wird, direkt in Ausbildung oder Beschäftigung einzumünden.

„Fehlende Qualifikationen erschweren oftmals den Einstieg ins Berufsleben. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist heute wichtiger denn je. Unsere Berufsberatung unterstützt junge Menschen deshalb gezielt bei der beruflichen Orientierung, bei Qualifizierungen und beim Erwerb von Berufsabschlüssen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern“, erklärt der Arbeitsmarktexperte. Hinzu kommt, dass aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr alle Ausbildungsabsolventen trotz guter Qualifikation von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen werden.

Beschäftigtenzahlen gehen weiter zurück

Der bereits seit 2024 anhaltende Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung setzte sich auch letztes Jahr fort. Zum Stichtag 30. November 2025 waren insgesamt 88.306 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Minus von 1.123 Personen beziehungsweise 1,3 Prozent. Den stärksten Rückgang verzeichnete der Landkreis Tirschenreuth mit 3,6 Prozent, gefolgt vom Landkreis Neustadt/WN mit 0,9 Prozent sowie der Stadt Weiden mit 0,7 Prozent.

Witron Zoiglbrotzeit
Witron Zoiglbrotzeit

Ursachen für diese Entwicklung sind unter anderem Insolvenzen sowie Betriebsschließungen kleinerer Unternehmen sowie eine deutliche Zurückhaltung der Unternehmen bei der Nachbesetzung freiwerdender Stellen. Erkennbar ist dieser Rückgang ebenfalls bei der Entwicklung der Beschäftigung von tschechischen Arbeitskräften in der Nordoberpfalz. Im Agenturbezirk Weiden verringerte sich deren Zahl um 389 Personen, im Landkreis Tirschenreuth um 402 Personen (Stichtag September 2025).

Weiterhin Bedarf an Fach- und Arbeitskräften

Im Mai waren im Agenturbezirk Weiden 2.249 Arbeitsstellen gemeldet. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Plus von 60 Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Bestand erstmals nur noch im einstelligen Minusbereich – mit einem Rückgang von rund acht Prozent beziehungsweise 185 Stellen. Die meisten offenen Stellen gibt es derzeit in den Branchen Verarbeitendes Gewerbe, wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung.

Der Agentur für Arbeit wurden im Mai rund 500 neue Stellen gemeldet. Das sind 108 Stellen mehr als im Vormonat und 130 Stellen mehr als vor einem Jahr. Bernhard Lang, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden, bewertet die Entwicklung verhalten optimistisch: „Im längerfristigen Vergleich bewegt sich die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin auf einem soliden Niveau. Gleichzeitig beobachten wir seit geraumer Zeit, dass wirtschaftliche Unsicherheiten die Einstellungsbereitschaft vieler Betriebe dämpfen. Dennoch bestehen in zahlreichen Bereichen weiterhin gute Beschäftigungsmöglichkeiten – insbesondere für Fachkräfte. Wer beruflich flexibel ist und sich gegebenenfalls neu orientiert, hat auch weiterhin Chancen auf eine erfolgreiche Vermittlung.“

Entwicklung in den Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 2.583 Personen (100 Personen weniger als im Vormonat, aber 71 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 2.588 Arbeitslose registriert (22 Personen mehr als im Vormonat und 81 Personen mehr als im Vorjahr). 50 Prozent aller Arbeitslosen bezogen Bürgergeld.

Arbeitsmarkt in Weiden zeigt Stabilität

Die Arbeitslosigkeit ist in der Stadt Weiden im Mai 2026 gleich geblieben. 1.606 Menschen waren arbeitslos gemeldet, genauso viele Personen wie im April, aber 24 Personen beziehungsweise 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,6 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,4 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 675 Personen (17 Personen weniger als im Vormonat, aber 10 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 931 Arbeitslose registriert (17 Personen mehr als im Vormonat und 14 Personen mehr als im Vorjahr). 58 Prozent aller Arbeitslosen bezogen Bürgergeld.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 462 Personen arbeitslos. Davon kamen 124 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 464 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 114 eine Erwerbstätigkeit auf.

153 Stellen wurden im Mai neu gemeldet (53 mehr als im Vormonat und 39 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Verarbeitendes Gewerbe, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie im Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 690 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Arbeitsmarkt im Landkreis Neustadt/WN verbessert sich

Die Arbeitslosigkeit in Neustadt/WN ist im Mai 2026 weiter gesunken. 1.984 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 63 Personen weniger (minus 3,1 Prozent) als im April, aber 73 Personen beziehungsweise 3,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,6 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,5 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.105 Personen (46 Personen weniger als im Vormonat, aber 62 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 879 Arbeitslose registriert (17 Personen weniger als im Vormonat, aber 11 Personen mehr als im Vorjahr). 44 Prozent aller Arbeitslosen bezogen Bürgergeld.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 545 Personen arbeitslos. Davon kamen 169 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 598 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 184 eine Erwerbstätigkeit auf.

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 209 Stellen wurden im Mai neu gemeldet (40 mehr als im Vormonat und 52 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Verarbeitendes Gewerbe, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe sowie Verkehr und Lagerei. Aktuell befanden sich damit 909 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Bezugsgrößenänderung 2026

Die Bezugsgrößen für die Berechnung der Arbeitslosen- beziehungsweise Unterbeschäftigungsquoten werden einmal jährlich aktualisiert. Dies geschieht üblicherweise zum Berichtsmonat Mai, Rückrechnungen werden nicht vorgenommen. Auch für 2026 erfolgt die Aktualisierung im Berichtsmonat Mai. Die Bezugsgrößen sind zweckgebundene Berechnungsgrößen. Dabei wird auf verschiedene Statistiken – Arbeitslosen-, Beschäftigungs-, Förder- und Personalstandsstatistik sowie Mikrozensus und Grenzgängerstatistik – zugegriffen, deren Ergebnisse überwiegend erst nach einer gewissen Zeitverzögerung zur Verfügung stehen. Deshalb beruht die Bezugsgröße für 2026 auch überwiegend auf Daten aus dem Jahr 2025. (s. Anlage Info_BZG_2026.pdf)

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