Frauen am Bau: Drei starke Spezialistinnen bei Kassecker
Frauen am Bau: Drei starke Spezialistinnen bei Kassecker
Was früher absolut die Ausnahme war, ist immer mehr im Kommen: „Frauen am Bau“. Dennoch ist der Frauenanteil in vielen Bereichen noch ausbaufähig. 14 Prozent der Beschäftigten im Baugewerbe sind weiblich, im Bauhauptgewerbe sind es sogar nur elf und in den gewerblichen Bauberufen liegt der Frauenanteil nur bei 2,3 Prozent. Unter diesen Bedingungen und wegen des Nachwuchsmangels müssen mehr junge Frauen auch für klassische Bauberufe gewonnen werden.
70 Frauen bei Kassecker
Das Bauunternehmen Kassecker hat dies längst erkannt und beschäftigt derzeit 70 Frauen bei insgesamt 631 Mitarbeitern. Das sind etwas über elf Prozent – genau so viel wie der Auszubildendenanteil, der wiederum weit überdurchschnittlich ausfällt. „Der vermeintlich geringe Frauenanteil erklärt sich durch die vielen gewerblichen Mitarbeiter auf den Baustellen, die in der Regel und branchentypisch männlich sind“, erklärt Raimund Spandel von der Kassecker-Marketingabteilung.
In den gewerblichen Bauberufen falle der Frauenanteil leider deutlich ab. Deshalb dürften es laut Kassecker „gerne viel mehr Frauen sein“. Ein Grund: Die gewerblichen Bauberufe seien meist typische „Männerjobs“. Obwohl die Arbeit durch zahlreiche Hilfsmittel weniger körperlich sei als früher, bleibe es eine fordernde Arbeit, in der Männer rein physiologisch Vorteile hätten.
Begeisterung für den Arbeitgeber
Drei der „Frauen am Bau“ bei Kassecker sind Ronja Bronold (25 Jahre, Bauingenieurin, Bauleiterin im Tief- und Rohrleitungsbau), Alexandra Feher (48, Arbeitsvorbereitung, Kalkulation) und Vanessa Röckl (21, Facharbeiterin im Tief- und Rohrleitungsbau). Mindestens eines haben die drei gemein: ihre Begeisterung für das Waldsassener Unternehmen. „Ich kann mir keinen besseren Job vorstellen“, sagt Alexandra. „Ich fühle mich wohl, die Arbeit macht Spaß und ich habe super Kollegen, was will man mehr?“ Vanessa auf die Frage, ob sie als Frau in einem „Männerberuf“ auch mal schlechte Erfahrungen gemacht habe: „Ich hatte als Frau nie Probleme mit meinen männlichen Kollegen. Die haben mich herzlich aufgenommen und von Anfang an voll unterstützt.“ Ronja berichtet Ähnliches. Man(n) habe sie von Beginn an voll akzeptiert. „Es war auch nie ein Problem, dass ich als Bauleiterin das Sagen habe.“
Personalbogen der „3 Frauen am Bau“
- Vanessa Röckl, 21 Jahre, Waldsassen
- Ausbildung bei Kassecker zur Rohrleitungsbauerin (2022-2025)
- Eine von nur wenigen Frauen im Kassecker-Ausbildungszentrum sowie im gewerblichen Bauberuf
- Ronja Bronold, 25 Jahre, Regensburg
- Studium Bauingenieurswesen
- Praxissemester bei Kassecker 2021
- Bachelorarbeit 2023, Masterarbeit berufsbegleitend bei Kassecker
- Seit März 2025: Bauleitung bei Kassecker im Tief- und Rohrleitungsbau
- Alexandra Feher, 48 Jahre, Pleußen
- Ausbildung und insgesamt acht Jahre in einem Ingenieurbüro
- Quereinstieg bei Lebensmitteldiscounter, dort Filialleitung (9 Jahre)
- seit August 2010 bei Kassecker; Abrechnerin im Bahn- und Ingenieurbau (inkl. Baustellenleben), seit 2023 im Büro in der Arbeitsvorbereitung/Kalkulation
Vanessa ist „familär vorbelastet“
Vanessa Röckl ist sozusagen „familiär vorbelastet“. Vater, Onkel, Cousin, alle arbeiten bei Kassecker. „Zunächst habe ich aber einen sozialen Beruf favorisiert, in der Pflege zum Beispiel. Weil sie mich da nicht wollten, bin ich zum Bau. Auch, weil mir mein Cousin viel von seiner Arbeit bei Kassecker erzählt hat. Und ich habe die Entscheidung nie bereut.“ Ihr mache es großen Spaß, draußen zu arbeiten und das Ergebnis ihrer Arbeit täglich zu sehen. „Vor allem die Dimension der verschiedenen Rohre ist immer wieder erstaunlich.“
Ronja: „Warum nicht auf dem Bau?“
Der Job von Ronja Bronold als Bauingenieurin ist in der Branche immer noch eine Ausnahme. „Warum nicht?“, antwortet die selbstbewusste 25-Jährige auf die Frage, warum sie sich diesen Beruf ausgesucht habe. Es sei ein längst widerlegtes Klischee, dass Frauen für den Bau nicht so geeignet seien. „Das ist doch heute ganz normal. Ich bin von Beginn an voll akzeptiert worden.“ Ronja hat Verwandte in der Baubranche, ist neben einer Zimmerei aufgewachsen, und „deshalb war ein Bürojob nie eine Option für mich“. Zwar beinhalte ihr Beruf auch Schreibtischarbeiten, aber die meiste Zeit verbringe sie auf der Baustelle. Für sie komme nichts anderes infrage als der Tiefbau. „Hier will ich weitere Erfahrungen sammeln, um immer besser zu werden.“
Alexandras Weg zurück zu den Wurzeln
Ein durchaus ungewöhnlicher Weg führte Alexandra Feher zu Kassecker. Die Pleußenerin begann ihre berufliche Karriere zwar als Bauzeichnerin in einem Ingenieurbüro, wechselte dann aber zu einem Discounter, wo sie zuletzt als Filialleiterin arbeitete. 2010 startete sie ihre Karriere als Abrechnerin bei Kassecker. „Ein Glücksfall“, betont Alexandra. 13 Jahre sei sie auf Kassecker-Baustellen unterwegs gewesen, ehe sie vor drei Jahren in den Innendienst wechselte, wo sie jetzt Massenermittlungen und Kalkulationen erstellt. Beide Jobs machten ihr Riesenspaß. „Als Abrechnerin habe ich viel gesehen, war in ganz Deutschland unterwegs. Das vermisse ich jetzt schon ein wenig.“ Dennoch fühle sie sich auch bei ihrer jetzigen Aufgabe pudelwohl. „Außerdem habe ich ganz tolle Kolleginnen und Kollegen, die es mir leicht machen, meinen Job noch viele Jahre zu machen.“










