Kathreinsonntag 2026: Weidens Einzelhandel darf doch noch einmal mitmachen
Kathreinsonntag 2026: Weidens Einzelhandel darf doch noch einmal mitmachen
Die Hängepartie um die Öffnung der Einzelhandelsgeschäfte am Kathreinsonntag 2026 ist offenbar beendet: Nach den aktuellen Informationen des Weidener Sprechers des Handelsverbands Bayern e. V. Tobias Sonna kann der verkaufsoffene Sonntag am 22. November 2026 stattfinden. Damit können Besucher den traditionellen Jahrmarkt erneut mit einem Einkaufsbummel bei den Weidener Geschäften verbinden. Allerdings soll die Sonntagsöffnung an diesem Termin heuer zum letzten Mal möglich sein. Der historische Markt selbst bleibt davon unberührt.
Kathreinsonntag 2026: Markt und Geschäfte laden zum Bummel
Tobias Sonna ist erleichtert: „Der traditionelle Start für die Einzelhändler ins Weihnachtsgeschäft darf 2026 nochmals stattfinden. Dafür danken wir ausdrücklich der Genehmigungsbehörde bei der Regierung der Oberpfalz!“
Am Kathreinsonntag 2026 beginnt traditionell das Markttreiben um 10.30 Uhr in der Weidener Fußgängerzone und dauert bis 18 Uhr. Die Einzelhändler dürfen ihre Geschäfte nach der Genehmigung der Regierung der Oberpfalz von 13 bis 18 Uhr öffnen. Wer zunächst zwischen den Ständen schlendern möchte, hat deshalb bereits am Vormittag Gelegenheit dazu. Am Nachmittag kommt der Besuch in den Ladengeschäften hinzu.
Die Nachricht zum Kathreinsonntag 2026 bringt vor allem dem Handel Planungssicherheit. Denn bis zuletzt stand die zusätzliche Sonntagsöffnung auf der Kippe. Tobias Sonna, Sprecher der Weidener Einzelhändler, wusste nach den vorliegenden Informationen noch in der vergangenen Woche nicht, ob er und seine Kollegen öffnen durften. Schließlich erreichte ihn ein Anruf aus dem Rathaus: Die letzten Hürden seien gefallen. Nun ist damit nach diesen Informationen die Ungewissheit beendet. Welche konkrete Ausnahmeentscheidung zugrunde liegt, geht aus dem Material allerdings nicht hervor.
Warum die Sonntagsöffnung schwierig wurde
Seit dem 1. August 2025 gilt das neue Bayerische Ladenschlussgesetz. Es erlaubt Gemeinden, anlässlich besonderer Veranstaltungen verkaufsoffene Sonntage festzulegen. Allerdings muss der Anlass den zeitlichen und räumlichen Umfang der Ladenöffnung rechtfertigen. Ein Markt in der Altstadt trägt deshalb nicht automatisch eine Öffnung der Geschäfte im Stadtgebiet.
Hinzu kommt ein entscheidender Punkt: Artikel 6 schließt den Totensonntag ausdrücklich von solchen regulären Freigaben aus. Der Kathreinmarkt am 22. November 2026 fällt exakt auf diesen geschützten Sonntag. Damit lässt sich die bisherige Verbindung von Jahrmarkt und Einkaufsöffnung nicht einfach unverändert fortführen. Die rechtlichen Fragen betreffen also mehr als die räumliche Entfernung einzelner Geschäfte vom Markt.
Ein Handelsplatz mit jahrhundertealter Geschichte
Dass dieser Markt wesentlich älter ist als der moderne Weidener Kathreinsonntag, zeigt ein Blick in historische Aufzeichnungen. Im Staatsarchiv Amberg sind Akten aus den Jahren 1736 bis 1740 verzeichnet. Sie behandeln Zoll und Standgeld der Krämer und Kaufleute, die den damaligen Katharinenmarkt zu Weiden besuchten. Damit ist seine Existenz spätestens für 1736 sicher belegt.
Ein genaues Gründungsjahr ergibt sich daraus jedoch nicht. Ebenso wenig belegt dieser Nachweis einen einzelnen Gründungsakt oder eine ausdrückliche Zweckbestimmung. Er zeigt vielmehr einen bereits bestehenden Handelsbetrieb: Kaufleute kamen nach Weiden, boten Waren an und entrichteten Abgaben. Der Markt war somit ein wirtschaftlicher Treffpunkt, der Anbieter und Kundschaft zusammenführte.
Zugleich bot ein solcher Jahrmarkt Gelegenheit für Begegnungen. Menschen aus der Stadt und dem Umland trafen zusammen, tauschten Nachrichten aus und erledigten Einkäufe. Seine Bedeutung erschöpfte sich deshalb nicht im Warenverkauf.
Tobias Sonna kann sich an keinen Sonntag in der jüngeren Geschichte (ausgenommen Corona) erinnern, an dem die Einzelhändler nicht das Markttreiben der Fieranten in der Innenstadt bereicherten.
Kathreinsonntag 2026: Katharina von Alexandrien gibt den Namen
Der Name des Marktes verweist übrigens auf die heilige Katharina von Alexandrien, deren Gedenktag am 25. November liegt. Im bäuerlichen Jahreslauf stand Kathrein am Übergang zwischen ausklingendem Arbeitsjahr und beginnender Adventszeit. Viele Arbeiten auf den Feldern waren abgeschlossen. Gleichzeitig rückte eine Zeit näher, in der kirchliche Regeln das öffentliche Vergnügen begrenzten.
Kathrein stellt den Tanz ein
Beinahe jeder kennt den Spruch „Kathrein stellt den Tanz ein“. Gemeint ist die früher sogenannte geschlossene Zeit, in der Tanzveranstaltungen und andere weltliche Feierlichkeiten eingeschränkt waren. Sogar kirchliche Hochzeiten waren zwischen Kathrein und Weihnachten verpönt. Nur Paare, denen es „aus verschiedenen Gründen pressierte“, schritten in der Vorweihnachtszeit zum Altar. Das Getuschel der Nachbarn war für die Hochzeiter schlimm.
Noch schlimmer aber war das Stigma eines unehelich geborenen Kindes.


