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Mehr Milch trotz weniger Erzeuger

Neustadt/WN. Seit 13 Jahren verzeichnet die Milcherzeugergemeinschaft Weiden (MEG) sinkende Mitgliederzahlen. Die produzierte Milchmenge steigt dagegen das fünfte Jahr in Folge an. „Der Strukturwandel macht auch vor unserer MEG nicht […]

Neustadt/WN. Seit 13 Jahren verzeichnet die Milcherzeugergemeinschaft Weiden (MEG) sinkende Mitgliederzahlen. Die produzierte Milchmenge steigt dagegen das fünfte Jahr in Folge an. „Der Strukturwandel macht auch vor unserer MEG nicht […]
Neustadt/WN. Seit 13 Jahren verzeichnet die Milcherzeugergemeinschaft Weiden (MEG) sinkende Mitgliederzahlen. Die produzierte Milchmenge steigt dagegen das fünfte Jahr in Folge an. „Der Strukturwandel macht auch vor unserer MEG nicht […]

Mehr Milch trotz weniger Erzeuger

Neustadt/WN. Seit 13 Jahren verzeichnet die Milcherzeugergemeinschaft Weiden (MEG) sinkende Mitgliederzahlen. Die produzierte Milchmenge steigt dagegen das fünfte Jahr in Folge an. „Der Strukturwandel macht auch vor unserer MEG nicht halt“, sagte Vorsitzender Manfred Venzl bei der Mitgliederversammlung.

Im Jahr 2016 lieferten die 381 Mitgliedsbetriebe 98,65 Millionen Kilogramm Milch an die Privatmolkerei Bechtel, die als einziger Vertragspartner die gesamte Milchmenge abnimmt. Das bedeutet ein Plus von 1,46 Millionen Kilogramm – obwohl 23 Mitgliedsbetriebe aus der MEG ausgeschieden sind. „Da macht man sich schon Gedanken“, sagte Georg Müller, Geschäftsbereichsleiter bei den Naabtaler Milchwerken, zu den Betriebsaufgaben.

Georg Müller
Georg Müller, Geschäftsbereichsleiter Naabtaler Milchwerke

Milchpreis im Fünfjahresschnitt betrachten

Die Milchmarktgespräche zwischen MEG und Molkerei verliefen indes fast immer einvernehmlich. Nur im Juni 2016 konnte keine Einigung erzielt werden. „Der Preis von unter 25 Cent war für uns doch eine Schmerzgrenze, bei der wir nicht zustimmen konnten“, erklärte Venzl. Im Verhältnis zur Marktlage könne man dennoch zufrieden sein. „Die Gespräche waren stets fair und ohne Verunglimpfungen“, lobte der MEG-Vorsitzende. Im Jahresschnitt betrug der Milchpreis inklusive Nachzahlung 31,31 Cent. Müller bat außerdem die durchschnittlichen Preise in Fünfjahreszeiträumen zu betrachten. Einen Stall baue man schließlich nicht nur für ein Jahr. Demnach zahlte die Molkerei in den vergangen fünf Jahren im Schnitt 34,78 Cent je Liter Milch. „Wenn Sie diesen mit denen zuvor vergleichen, dann ist jeder Fünfjahreszeitraum höher als der zuvor. Der Milchpreis steigt also, auch wenn das jetzt wie Hohn klingt“, sagte Müller. Auch aktuell werde wieder über 34 Cent bezahlt.

Elektronische Abrechnung und Milchmengenmanagement

Müller bat die elektronische Milchmengenabrechnung zu nutzen. Damit ließen sich die Auswirkungen des geplanten Milchmengenmanagements simulieren. Dabei soll in den verbrauchsarmen Wochen zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar ein Abschlag bei zu hohen Anlieferungen gelten. Im Gegenzug gibt es im restlichen Jahr 0,5 Cent zusätzlich zum regulären Preis. Noch werden die Auswirkungen nur simuliert, die Molkerei denkt aber über die Umsetzung nach.

Wir sehen großen Grund, das in den kommenden Jahren scharf zu schalten,

betonte Müller.

Manfred Venzl
Manfred Venzl, Vorsitzender MEG Weiden w.V.

Neue Beiratsmitglieder einstimmig gewählt

Venzl erinnerte im Rechenschaftsbericht an insgesamt 46 Termine, darunter drei Vorstands- und eine Beiratssitzung, Gebietsversammlungen und vier Molkereibesichtigungen. Sehr gut sei das Milchkannenstemmen beim Neustädter Bauernmarkt angekommen. Geschäftsführer Hans Winter erläuterte die Bilanz des wirtschaftlichen Vereins, die erstmals unter Zuhilfenahme einer Steuerberatung erstellt wurde. Der Gewinn fiel etwas geringer aus als im Vorjahr. Bei nur einer Enthaltung votierten die 128 stimmberechtigen Mitglieder einstimmig für die 29 vorgeschlagenen Beiratsmitglieder, die im Fünfjahresrhythmus gewählt werden.

Stadtwerke Amberg
Stadtwerke Amberg
Hans Winter
Hans Winter, Geschäftsführer der MEG Weiden w.V.

Tal des Preistiefes durschritten

Leitender Landwirtschaftsdirektor Dr. Siegfried Kiener lobte die MEG als entscheidender Wirtschaftspartner der Milchviehbetriebe. „Gott sei Dank ist auf dem Milchmarkt bezüglich der Erlössituation für unsere Milchbauern das Tal des Preistiefes durchschritten“, betonte Dr. Kiener. Der Kreisobmann des Bauernverbands, Josef Fütterer, stößt sich an der öffentlichen Diskriminierung der Anbindehaltung. In der Region sei die Halteform noch bei rund der Hälfte der Betriebe verbreitet.

Es muss uns schon bewusst sein, dass die Milch aus Anbindehaltung keine schlechtere Qualität hat. Es kann doch nicht sein, dass ein Landwirt, der vielleicht nur 20 Kühe hat, weil er nebenbei noch in die Arbeit geht, in einigen Jahren aufhören muss,

sagte Fütterer. „Ich denke wir Milchbauern erzeugen Lebensmittel auf höchstem Niveau und ich denke, deswegen haben wir Anspruch auf einen auskömmlichen Preis. Wir wollen, dass unsere Ausbildung und unser Fachwissen respektiert werden. Wir brauchen keine Besserwisser, die unsere Arbeit immer wieder in Frage stellen“, betonte Venzl.

Dr. Siegfried Kiener
Dr. Siegfried Kiener, Leiter Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weiden