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Nachhaltigkeit und KI im Fokus beim Tourismustag in Kemnath

Kemnath. Beim Tourismustag Oberpfälzer Wald 2026 treffen sich mehr als 200 Akteure zum Austausch. Im Fokus stehen Nachhaltigkeit, digitale Sichtbarkeit mit Künstlicher Intelligenz und die Stärke gemeinsamer Projekte in der Region.

Kemnath. Beim Tourismustag Oberpfälzer Wald 2026 treffen sich mehr als 200 Akteure zum Austausch. Im Fokus stehen Nachhaltigkeit, digitale Sichtbarkeit mit Künstlicher Intelligenz und die Stärke gemeinsamer Projekte in der Region.
Gefüllte Reihen beim Tourismustag Oberpfälzer Wald in Kemnath. Bild: Oberpfälzer Wald/Katharina Gromer

Nachhaltigkeit und KI im Fokus beim Tourismustag in Kemnath

Nachhaltigkeit, künstliche Intelligenz und innovative Impulse im Fokus – über 200 Teilnehmer beim Tourismustag Oberpfälzer Wald in Kemnath

Menschen gestalten den Oberpfälzer Wald

Zahlen, Trends und Projekte sind das eine – entscheidend für den Tourismus im Oberpfälzer Wald ist jedoch besonders eines: das Zusammenspiel der Menschen, die die Region gestalten. Genau dieses Miteinander stand im Mittelpunkt des Tourismustags Oberpfälzer Wald 2026, zu dem sich mehr als 200 Touristiker, politische Vertreter und Partner in der Mehrzweckhalle in Kemnath trafen.

Dass sich dieses Engagement auszahlt, wurde im weiteren Verlauf der Veranstaltung deutlich. „Dieser Erfolg ist echte Teamarbeit“, betonte Reinhold Wildenauer, dritter Bürgermeister der Stadt Weiden, und richtete seinen Dank an die zahlreichen Akteure, die den Tourismus im Oberpfälzer Wald prägen.

Tourismus im Wandel: stabil und zukunftsfähig

Im Bericht der Tourismusgemeinschaft wurde deutlich, dass der Tourismus eine tragende Säule der Region darstellt. Trotz rückläufigen Bettenangebots bleiben die Übernachtungszahlen stabil – und die Auslastung der Betriebe steigt. „Das zeigt, dass viele Anbieter wirtschaftlicher arbeiten und sich erfolgreich am Markt behaupten“, so Beier. Gleichzeitig gebe es aber natürlich noch Luft nach oben.

Mit 6.666 gesicherten Arbeitsplätzen ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Oberpfälzer Wald. Überraschend: Rund zwei Drittel der Wertschöpfung stammen von Tagesgästen. Auch im bundesweiten Vergleich kann sich der Oberpfälzer Wald sehen lassen – mit einer Top-1-Platzierung der TrustYou-Analyse 2025 in Bezug auf die Gästezufriedenheit.

Die Digitalisierung spielt dabei eine immer größere Rolle. Über 200 Gastgeber sind inzwischen online buchbar. Für Michael Braun, der durch die Veranstaltung führte, ist klar: „Wer nicht online buchbar ist, verschwindet mit der Zeit von der Bildfläche.“

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Zwischen Digitalisierung und Tradition

Doch der Blick auf die Zahlen zeigt auch: Fortschritt bedeutet nicht, Bewährtes aufzugeben. Während digitale Angebote stetig wachsen, bleiben klassische Printprodukte im Oberpfälzer Wald stark gefragt. „2025 war bei uns das Jahr der Nachdrucke: Mit den frisch aktualisierten Broschüren im neuen Design sind unsere Lager nun bestens gerüstet“, erklärt Beier.

Parallel dazu investiert die Region gezielt in ihre Sichtbarkeit: Professionelle Fotoproduktionen, Social Media und neue Projekte wie eine Imagekampagne und ein geplanter Merchandise-Shop sollen die Marke Oberpfälzer Wald weiter stärken.

Vor der Halle wartet das Naturparkmobil. Bild: Oberpfälzer Wald/Katharina Gromer
Arbeitsbericht der Tourismusgemeinschaft. Bild: Oberpfälzer Wald/Katharina Gromer

Nachhaltigkeit entscheidet über die Zukunft

Ein zentrales Thema des Tourismustags war die Frage, wie sich Tourismus nachhaltig gestalten lässt. Wolfgang Scheinert vom Tourismusverband Ostbayern machte deutlich, dass Nachhaltigkeit längst kein optionales Thema mehr ist.

67 Prozent der Deutschen achten laut Reiseanalyse 2025 auf ökologische und soziale Aspekte beim Reisen – auch wenn sich dies nicht automatisch in höherer Zahlungsbereitschaft widerspiegelt. „Wer heute nachhaltig handelt, sichert sich morgen Marktanteile“, so Scheinert.

Mit dem LEADER-Kooperationsprojekt „Natürlich Ostbayern“ soll genau hier angesetzt werden. Ziel ist es, gemeinsam mit den Partnerregionen, darunter auch die Landkreise des Oberpfälzer Waldes, konkrete Lösungen für einen zukunftsfähigen Tourismus zu entwickeln.

Neue Wege gehen: Erfolgsmodelle aus der Region

Wie Innovation im Tourismus konkret aussehen kann, zeigten Praxisbeispiele aus dem Oberpfälzer Wald.

Philipp Sanders vom NaturResort Steinwald steht für mutige Ideen: Bereits 2017 gründete er mit seiner Frau die erste Tiny-House-Siedlung Deutschlands in Mehlmeisel, 2023 folgte die Übernahme eines Campingplatzes in Thumsenreuth. Mit seinen Projekten, die in Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben entstehen, zeigt sich, wie Innovation und regionale Wertschöpfung Hand in Hand gehen können.

Auch Nathalie Ingerl präsentierte mit dem Haus der Biodiversität in Tännesberg ein Konzept, das Nachhaltigkeit erlebbar macht. Mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm lädt die Einrichtung Besucher dazu ein, Natur und Umwelt auf neue Weise zu entdecken.

Sichtbarkeit im Netz: Social Media und KI als Chance

Wie entscheidend die digitale Präsenz geworden ist, zeigten Stefan Nörl und Lena Biegerl von der Like Me Social Media Agentur. „Social Media ist weit mehr als Facebook oder Instagram“, erklärte Nörl. „Alles, was online konsumiert und kommentiert werden kann, gehört dazu – selbst Plattformen wie Wikipedia.“ Entscheidend sei letztlich, wie sich eine Destination oder ein Betrieb digital inszeniert.

Künstliche Intelligenz eröffnet dabei vollkommen neue Möglichkeiten. „Was internationale Vorreiter bereits nutzen, können wir auch im Oberpfälzer Wald umsetzen“, so die Referenten. Konkrete Tools und praxisnahe Tipps zur Content-Erstellung rundeten den Vortrag ab.

Kemnath als Gastgeber und Bühne für Vernetzung

Dass der Tourismustag nicht nur fachlichen Austausch, sondern auch regionale Identität stärkt, zeigte sich am Veranstaltungsort selbst. Roman Schäffler betonte die Rolle Kemnaths als Wirtschaftsstandort – unterstrich aber zugleich die wachsende Bedeutung des Tourismus: „Er ergänzt unser Angebot und macht unsere Stadt noch lebenswerter.“

Neben Fachvorträgen bot die Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zur Vernetzung – von Infoständen zu Themen wie Onlinebuchung, Mobilität und Barrierefreiheit bis zu den ersten Naturerlebnisdörfern Bayerns.

Beim anschließenden Nachmittagsprogramm konnten die Teilnehmenden die Region direkt erleben – etwa bei einer historischen Stadtführung oder einer Museumstour durch Kemnath.

Die Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald besteht aus den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/WN und Schwandorf sowie der Stadt Weiden.

Nachmittagsprogramm: Historische Stadtführung durch Kemnath. Bild: Stadt Kemnath/Nina Lang