Betrugsskandal um Weidener Immobilienmakler: Welche Rolle spielte ein Bausparkassen-Berater?

Betrugsskandal um Weidener Immobilienmakler: Welche Rolle spielte ein Bausparkassen-Berater?
Aktuell befragt die Kripo erneut die Geschädigten. Im Zentrum der Ermittlungen steht der frühere Verkaufsleiter einer bekannten Bausparkasse, die sich inzwischen von ihm getrennt hat. Aktuell betreibt der Mann ein eigenes Büro für „Darlehensvermittlung“ im Landkreis Schwandorf.
Was war seine Rolle im Betrugsskandal um den Immobilienmakler aus Weiden?
Die Masche des verurteilten Immobilienmaklers war es, Freunden, Geliebten und Bekannten große Summen an Geld aus der Tasche zu ziehen. Er versprach ihnen solide Invests mit schönen Gewinnen, etwa in Nato-Häuser oder Wohnungen im Osten. Dazu müssten sie einen Kredit aufnehmen, das Geld dann an ihn weiterleiten, er kümmere sich um den Immobilienkauf. Wie bekannt, floss kein einziger Cent in irgendwelche Häuser. Sondern ausschließlich in die Taschen des inzwischen 46-jährigen Weideners, der sich damit einen luxuriösen Lebensstil leistete. Schadenssumme 3,6 Millionen Euro – und das sind nur die zehn Fälle, die in das Urteil einflossen.
Geschädigte zahlen noch Jahrzehnte ab
Das Gericht kreidete dem Makler damals vor allem an, Menschen geschädigt zu haben, die das Geld überhaupt nicht hatten. Im Gegenteil: Manche Frauen, denen er Liebe vorgaukelte, waren alleinerziehend und in Teilzeit beschäftigt. Die Opfer wurden „in Schulden gejagt“, formulierte es Richter Dr. Marco Heß im Urteil von Juli 2025. Folgen: Die Geschädigten zahlen bis heute – teilweise noch Jahrzehnte! – einen Schuldenberg ab, von dem sie nichts hatten.
In mindestens fünf Fällen soll der Bausparkassen-Berater eine Rolle gespielt haben. Der Immobilienmakler legte seinen Bekannten einen Blanko-Kreditvertrag vor. Dieser ging dann, unterschrieben von den Geschädigten, weiter an den Bausparkassen-Berater, der bei seiner Bausparkasse den Kredit einholte. Das Geld traf auf dem Konto der Geschädigten ein, die es ohne Abzüge an den Immobilienmakler überwiesen, der es schließlich verprasste.
Verfahren gegen Lebensgefährtin ist beendet
Matthias Bauer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Weiden, bestätigt auf Nachfrage von OberpfalzECHO, dass noch immer Ermittlungen gegen potenzielle weitere Verantwortliche laufen. Der Vorwurf: Geldwäsche. Insgesamt sind noch vier Verfahren anhängig.
Beendet ist indessen schon seit Längerem das Ermittlungsverfahren gegen eine frühere Lebensgefährtin des Immobilienmaklers, über deren Konten Gelder liefen. Für die Staatsanwaltschaft Weiden war das ein herber Rückschlag: Das Verfahren wurde zum Amtsgericht Weiden angeklagt, dort aber nicht eröffnet. Eine Beschwerde zum Landgericht Weiden blieb erfolglos. Die Lebensgefährtin ist damit aus dem Schneider.
Trägt der Bausparkassen-Berater eine Mitverantwortung? Die Geschädigten warten gespannt auf den Ausgang der Ermittlungen. Sie hoffen im Falle einer Verurteilung, auf zivilrechtlichem Weg Ansprüche geltend machen zu können. Sie kritisieren auch die Rolle der Bausparkasse, welche die Kredite großzügig gewährte. Der Berater habe mit den Kreditnehmern keinerlei Beratungsgespräch geführt, auch ihre Liquidität sei nicht geprüft worden – eigentlich Standards bei einer Kreditaufnahme.





